Hier ist München einzigartig

Das sind die seltensten Tiere an der Isar

Dank ihnen ist der Tierpark Hellabrunn deutschlandweit ohnegleichen: Denn Silbergibbons leben nirgendwo sonst in der Republik – warum, ist laut Hellabrunn unbekannt. Fünf Tiere dieser Art sind in der Einrichtung daheim. Ihr ursprünglicher Lebensraum ist die indonesische Insel Java in Südostasien. Den dortigen Silbergibbon-Bestand schätzen Wissenschaftler auf nur noch etwa 2500 Tiere, weshalb die Art als arg bedroht gilt. Hauptursache dafür ist das Abholzen der Regenwälder für die Holz- und Papierproduktion und vor allem auch für den Anbau von Ölpalmen in großen Monokulturen. Auf Java sind deshalb bloß noch etwa fünf Prozent des ursprünglichen Regenwaldes erhalten – und der Dschungel schwindet weiter. So traurig es klingt: Ohne Zoos dürfte das Schicksal der Silbergibbons bald besiegelt sein.
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Dank ihnen ist der Tierpark Hellabrunn deutschlandweit ohnegleichen: Denn Silbergibbons leben nirgendwo sonst in der Republik – warum, ist laut Hellabrunn unbekannt. Fünf Tiere dieser Art sind in der Einrichtung daheim. Ihr ursprünglicher Lebensraum ist die indonesische Insel Java in Südostasien. Den dortigen Silbergibbon-Bestand schätzen Wissenschaftler auf nur noch etwa 2500 Tiere, weshalb die Art als arg bedroht gilt. Hauptursache dafür ist das Abholzen der Regenwälder für die Holz- und Papierproduktion und vor allem auch für den Anbau von Ölpalmen in großen Monokulturen. Auf Java sind deshalb bloß noch etwa fünf Prozent des ursprünglichen Regenwaldes erhalten – und der Dschungel schwindet weiter. So traurig es klingt: Ohne Zoos dürfte das Schicksal der Silbergibbons bald besiegelt sein.
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Die Zwergdeckelschnecke sich ausgerechnet München als ihr einziges Vorkommen ausgesucht.
Von makelloser Schönheit ist er nicht gerade, doch immerhin besitzt er einen klangvollen Namen: Der Münchner Gold-Hahnenfuß, wächst weltweit nur in der Landeshauptstadt. „Charakterisch für diese Art sind ihre teilweise verkrüppelten oder gar fehlenden Blütenblätter“, erklärt Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München. Er ergänzt: „Diese Pflanze hat es nicht nötig, sich für Insekten hübsch zu machen, da sie sich nicht per Bestäubung, sondern über Klone fortpflanzt.“
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Von makelloser Schönheit ist er nicht gerade, doch immerhin besitzt er einen klangvollen Namen: Der Münchner Gold-Hahnenfuß, wächst weltweit nur in der Landeshauptstadt. „Charakterisch für diese Art sind ihre teilweise verkrüppelten oder gar fehlenden Blütenblätter“, erklärt Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München. Er ergänzt: „Diese Pflanze hat es nicht nötig, sich für Insekten hübsch zu machen, da sie sich nicht per Bestäubung, sondern über Klone fortpflanzt.“
Unverkrüppelt, aber ebenso gelb blüht die Münchner Aurikel, ein Primelgewächs. „Sie wuchs einst im Dachauer und Erdinger Moos“, erzählt Fleischmann. „Da diese Lebensräume großflächig zerstört wurden, ist die Aurikel dort längst ausgestorben. Heute lebt sie nur noch im Botanischen Garten und in einer auf Arterhalt spezialisierten Gärtnerei.“
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Unverkrüppelt, aber ebenso gelb blüht die Münchner Aurikel, ein Primelgewächs. „Sie wuchs einst im Dachauer und Erdinger Moos“, erzählt Fleischmann. „Da diese Lebensräume großflächig zerstört wurden, ist die Aurikel dort längst ausgestorben. Heute lebt sie nur noch im Botanischen Garten und in einer auf Arterhalt spezialisierten Gärtnerei.“
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Bogenhausen: In einem Quellbach in Bogenhausen lebt ein Tier, das es auf der ganzen Welt sonst nirgends gibt: die Bayerische Zwergdeckelschnecke. Nicht die einzige Rarität in der Landeshauptstadt...

Es ist eine gigantische Zahl: Mindestens neun Millionen Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde – und manche davon ausschließlich in München. Das einzige Tier, das lediglich in der Landeshauptstadt vorkommt, ist die Bayerische Zwergdeckelschnecke, Sadleriana bavarica. Über sie spricht Professor Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München. Er erklärt, wieso er den genauen Lebensraum der Schnecke nicht verraten will und wo in der Stadt sich womöglich bislang unentdeckte Arten verbergen.

Herr Professor Haszprunar, weshalb hat die Zwergdeckelschnecke sich ausgerechnet München als ihr einziges Vorkommen ausgesucht?

Sie hat es sich wohl nicht gerade ausgesucht. Vermutlich ist sie vielmehr durch die Eiszeit von anderen, südlicheren Populationen abgeschnitten worden und hat sich im Laufe der Zeit dann zu einer eigenen Art gemausert.

Wo genau in München findet man sie denn?

In einem Quellbach bei der Isar, konkreter sage ich’s nicht. Denn es besteht die Gefahr, dass jemand die Tiere aus dem Wasser fischt, Sammler zahlen für eine solche Rarität nämlich manchmal viel Geld. Es gibt aber bloß einige Hundert Exemplare dieser Art, daher sollten wir sie gut schützen.

Warum eigentlich?

Zunächst hat jede Art schlichtweg ihre Daseinsberechtigung. Und manche könnten dem Menschen auch nützlich sein. So haben Forscher in Australien einmal einen Frosch entdeckt, der seinen Laich verschluckt und im Bauch ausbrütet. Als ein Pharmazeut davon hörte, wollte er herausfinden, wie es das Tier schafft, sein Gelege nicht zu verdauen, um dann ein Mittel gegen Gastritis zu entwickeln. Leider kam er zu spät: Inzwischen war der Frosch wegen der Zerstörung seines Lebensraumes ausgestorben. Insofern kann Naturschutz also auch dem Menschen selbst dienen.

Was kann der normale Münchner dahingehend tun?

Wer einen Garten oder Balkon hat, sollte auf Gift und Dünger verzichten, blütenreiche heimische Pflanzen in die Erde setzen und möglichst wenig Boden versiegeln. Gerade der Boden ist übrigens ein spannender Lebensraum.

Inwiefern?

Insofern, als darin wohl noch einige Tierarten vorkommen, die wir noch gar nicht kennen. Gut möglich, dass darunter auch ein Wesen ist, das wie die Schnecke einzig in München lebt.

Christopher Beschnitt

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