Handymast im Truderinger Wald

Großen Protest gegen den geplanten Mobilfunkmast auf dem städtischen Waldgrundstück zwischen Am Vogelsang und Am Eulenhorst melden betroffene Waldtruderinger an. Auf der jüngsten Sitzung des Truderinger Bezirksausschusses verwahrten sich rund 50 Bürger massiv gegen das Vorhaben und warfen dem BA mangelnde Kompetenz und fehlendes Engagement für das Anliegen vor.

Zuhören ist schwer! Das demonstrierten auf der jüngsten Sitzung des Truderinger Bezirksausschusses die Gegner des geplanten, rund 40 Meter hohen Mobilfunkmastes, der mitten im Wald auf den städtischen Grundstück zwischen Am Vogelsang und Am Eulenhorst eingerichtet werden soll. Gleich zu Beginn der Sitzung hatte BA-Vorsitzende Stephanie Hentschel (CSU) ausführlich erläutert, dass weder Bezirksausschuss, noch Landeshauptstadt den Mast verhindern können. Da müssten die Bürger schon beim Bundesumweltminister anklopfen. „Wir kriegen die Suchkreismeldung und lehnen Masten in der Nähe von Kindergärten, Krippen und Schulen ab. Dann kommt die nichtöffentliche Standortvoranzeige, dann die nichtöffentliche Baubeginnsanzeige“. Wie genau die Standortwahl erfolge, sei nicht transparent. Landeshauptstadt und Mastbetreiber bemühten sich um einen optimalen Standort, aber „die Stadt kann es nicht verbieten, wenn die gesetzlichen Grenzwerte unterschritten werden“ und sei beim geplanten Mobilfunkmast im Truderinger Wald der Fall. Die Untere Naturschutzbehörde habe den Standort zwar abgelehnt, „Vodafon“ dann aber das Gericht eingeschaltet. Das habe der Stadt klargemacht, dass die keine Chance habe, die Auseinandersetzung zu gewinnen. Verstanden hatten die rund 50 Antennengegner die Ausführungen von Hentschel wohl nicht. Sie warfen dem BA vor, ihr Anliegen nicht ernst zu nehmen und sich nicht ausreichend für die Verhinderung des Mastes einzusetzen. Strahlungswerte solle das Gremium nennen, aber das habe wohl selbst keine Ahnung. Schließlich wurde es der sonst so beherrschten Hentschel zu bunt. Sie forderte den Beschwerdeführer auf, Beleidigungen und Unverschämtheiten gegenüber den ehrenamtlichen BA-Mitgliedern zu unterlassen, deren Aufgabe die Grenzwerte nicht seien. Die Zuständigkeit liege beim Bundesumweltministerium. Warum der Mast im Wald? „Der Turm auf städtischem Waldgrund ist Fakt! Er ist Ersatz für den Mobilfunkmast auf dem Doppelhausdach an der Gerstäckerstraße. Landeshauptstadt, Forstamt, Kommunalreferat und LBK stimmten zu. Nur die Unter Naturschutzbehörde legte ein Veto ein. Im Juli war Ortstermin vor dem Verwaltungsgericht. Das sagte, die Stadt verliert den Prozess, daraufhin wurde die Genehmigung erteilt“, vertiefte Stadtrat und BA-Mitglied Georg Kronawitter (CSU) Hentschels Erklärungen. Seit zehn Jahren bemühe sich der BA darum, Mobilfunkmasten aus den Wohngebieten rauszuhalten. „Der neue Standort bündelt in mehrere Richtungen, wir fordern, dass auch andere Betreiber ihre Masten abbauen“. Es sei ein Riesenerfolg dieses Bezirksausschusses, dass der Mobilfunkmast im Wald diejenigen in Wohngebieten ersetze. „An eine handyfreie Zone ab der Tangastraße glaube ich nicht!“, so Kronawitter. Einer der rund 50 Bürger, die wegen des Mobilfunkmast gekommen waren, hatte sich gleich zu Beginn der Sitzung als Abweichler geoutet: „Ich warte dringend auf den Mast, ich brauche mein Handy!“ Später, als die Mastgegner auf rund 300 Unterschriften gegen das Vorhaben verwiesen, meinte der Mann: „Ich traue mich zu wetten, dass ich in zwei Tagen 300 Unterschriften für den Mast sammeln kann, wenn gewünscht!“ Bürger haben längst pro Mobilfunk abgestimmt Mobilfunkgegner seit Jahren ist Herbert Danner (Grüne). Er riet den Bürgern, sich zu organisieren, falls sie eine juristische Chance auf Erfolg sähen. Dennoch, „Die Abstimmung durch die Bürger hat längst stattgefunden, alle telefonieren mit dem Handy. Da sollte sich jeder selbst immer wieder hinterfragen!“ Stephanie Hentschel tat dies nun praktisch und wollte wissen, wer außer Herrn Danner kein Handy besitze. Nicht mal ein eine Handvoll der Anwesenden hob da den Arm. Gabriele Mühlthaler

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