Haarer Kindertagesstätte erhält Energiepreis des Landkreises 

Gewagt und gewonnen! 

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Die Kindertagesstätte an der Dianastraße ist das erste öffentliche Passivhaus in der Gemeinde Haar. Jetzt gab es dafür eine Auszeichnung.

Sie war vom ersten Moment an etwas Besonderes, die Kindertagesstätte in der Dianastraße. Heiß umstritten war der Standort bei den Nachbarn. 

Und dann entschloss sich die Gemeinde auch noch dazu, hier in der Bauweise ganz neue Wege zu gehen: Es sollte das erste öffentliche Passivhaus der Gemeinde entstehen. Jetzt gab es für diesen Mut eine Auszeichnung. 

Der Landkreis München verlieh der Gemeinde Haar im Rahmen seines Energiepreises eine Anerkennungsurkunde für das Klimaschutzprojekt „Kindertagesstätte Dianastraße“. Anfang 2008 entschloss sich der Haarer Gemeinderat einstimmig dafür, erstmals eine Kindertagesstätte in der Gemeinde in Passivhausbauweise zu erstellen. Das bedeutet: Holzrahmenbauweise, 40 Zentimeter Dämmung an den Wänden, 25 Zentimeter Dämmung am Boden, dreifach verglaste Fenster, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Photovoltaikanlage  – und eine deutliche Preissteigerung. 11 Prozent mehr, das entsprach umgerechnet 230.000 Euro Mehrkosten. Doch dieses Geld war den Gemeinderäten der Umweltbeitrag wert. Außerdem sollten sich die Mehrkosten rein rechnerisch nach 12 Jahren amortisiert haben. 

Ein „Experiment“ 

Es war fast schon eine Art „Experiment“, denn Passivhäuser findet man normalerweise vor allem im privaten Wohnbereich – schließlich gibt es beim Leben in solch einem Niedrigenergiehaus eine Menge zu beachten. Das beginnt beim Lüften und endet beim Heizen. Angewohnheiten, wie einfach mal die Fenster zu öffnen, um kräftig durchzulüften, muss man im Passivhaus abstellen – denn die Lüftungsanlage sorgt für gute Luft und gleichbleibende Raumtemperatur. Auch die Heizung wird nicht einfach auf- und zugedreht: Im „Normalbetrieb“ sorgen Menschen und Geräte und natürlich die gute Dämmung für die Erwärmung der Räume. Nur an besonders kalten Tagen muss dazugeheizt werden.  

„Das Haus passt zu uns!“ 

Doch wie funktioniert so etwas in einem Haus, in dem 100 Kinder ein- und ausgehen, in dem gespielt wird und gelernt, getobt und geschlafen? Das Personal musste sich natürlich umstellen: Fenster auf zum Lüften, das geht hier eben nicht mehr. Und trotzdem klagt niemand über stickige Luft. 

„Wir haben ein sehr angenehmes Raumklima und wir sind insgesamt sehr zufrieden“, freut sich die Kita-Leiterin Waltraud Pröbst. Vorab gab es für das Personal eine ausführliche Einweisung vom Architekten Guido Beckert – und die wäre auch notwendig gewesen, betont Pröbst. „Ich bin richtig stolz, dass wir hier sein dürfen. Das passt auch einfach zu uns.“ Schließlich hätte die Kita, die direkt am Waldrand liegt, auch den Schwerpunkt Natur. 

Ein Novum 

Auch Guido Beckert kehrt immer wieder gerne an seine alten Baustellen zurück – in die Dianastraße besonders gerne. „Das Haus ist als Passivhaus zertifiziert und es funktioniert. Wenn dann auch noch die Bewohner glücklich damit sind und wir energetisch so zukunftsträchtig arbeiten konnten, dann macht mich das schon stolz“, sagt er. Genau erinnert er sich noch daran, als die Nachricht kam, dass die Gemeinde das Haus in Passivbauweise umsetzen lassen will. „Die Pläne waren ja schon alle fertig – und wir hatten nicht den typischen Grundriss, wie er bei Passivhäusern normalerweise gewählt wird. Die werden in Würfelform angelegt.“ Die Kita in der Dianastraße ist aber alles andere als ein Würfel. Doch das hielt den Architekten nicht auf – auch wenn es für ihn ein absolutes Novum war. Zusammen mit einem Fachmann machte er sich ans Werk. Das Ergebnis: Zufriedenheit an allen Stellen.– CE –

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