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Haar: Erfahrungen auf der Walz

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Töpferin auf Wanderschaft besucht Haarer Rathaus

Katharina Lenz ist auf der Walz. Die ausgelernte Töpferin aus Eisenach reist seit einem Jahr zu Fuß durch die Lande – wie es der Handwerker-Brauch will. Kürzlich machte sie mit Hündin Runa Station im Haarer Rathaus, um von Bürgermeister Helmut Dworzak einen „Reisekostenzuschuss“ und einen Siegelabdruck in ihrem Wanderbuch zu erbitten. Drei Jahre und einen Tag dauert die Lehr- und Wanderzeit eines Gesellen – bis zum Beginn der Industrialisierung Voraussetzung, um den Meisterbrief erwerben zu können. Die jungen Handwerksleute sollten vor allem neue Arbeitstechniken und fremde Orte oder Länder kennenlernen und an Lebenserfahrung gewinnen. Die bestandene Prüfung, der sogenannte Freispruch, allein genügte damals nicht, um die Wanderjahre antreten zu dürfen, man musste ledig, kinderlos, schuldenfrei und nicht älter als 30 Jahre alt sein. Alles Eigenschaften, die Katharina Lenz erfüllt. Auch an der traditionellen Kluft hat die junge Frau nicht gespart. Mit ihrem breitkempigen Hut, Ohrringen, Samtjacket, Weste, Rucksack und dem Stenz, einem gedrehten Wanderstock, ist sie als Wandersfrau gut erkennbar. Statt der Schlaghosen trägt die junge Frau allerdings einen bequemen Cord-Rock. Leicht sei es nicht, Arbeit zu finden, erzählt Katharina Lenz. Die beste Phase habe sie vor Weihnachten gehabt. Meist werde sie nur für wenige Tage beschäftigt. Vor kurzem war die junge Wandersfrau auf einem Suchthilfehof bei Marburg beschäftigt gewesen. Vier Wochen lang hat sie dort mit Suchtkranken gearbeitet. „Fachlich habe ich dort nicht so viel dazugelernt, aber menschlich hat mich das auf jeden Fall weitergebracht.“

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