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1500 Liter pro Minute

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Nie wieder "Land unter" im Landkreis: Grasbrunns Kommandant Hannes Bußjäger, der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger und zweiter Kommandant Armin Schmidt (von links) nahmen das neue Hochwasserschutzfahrzeug genau unter die Lupe. © hr

Der Freistaat hat ordentlich in seinen Katastrophenschutz investiert: Damit bei einem Hochwassereinsatz schnellstmöglich mehrere Gebäude gleichzeitig ausgepumpt werden können, wurden jetzt 41 hochmoderne Hochwasser-Gerätesätze angeschafft. Einer davon steht seit diesem Wochenende in Grasbrunn.

Am vergangenen Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr war es so weit: Der 290 PS starke Lkw rollte auf das Feuerwehrgelände. „Wir haben bayernweit das erste Fahrzeug zugeteilt bekommen“, erklärte Grasbrunns Feuerwehrkommandant Hannes Bußjäger stolz.

Exorbitante Kosten dürften seiner Gemeinde durch die neue Gerätschaft aber nicht entstehen: Eine Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses ist nicht nötig. Und die Finanzierung der 41 Fahrzeugeinheiten in Höhe von rund acht Millionen Euro übernimmt der Freistaat. Die Wartung des Fahrzeugs obliegt dem Landkreis. Allein die Spritkosten hat die Kommune zu tragen. Der Grund, warum das Fahrzeug ausgerechnet in Grasbrunn stationiert wird, liegt laut Bußjäger an der „hohen Tagesalarmierung“ der örtlichen Wehr. Das heißt: Gibt es untertags einen Notruf, können in Grasbrunn – im Vergleich zu anderen Freiwilligen Ortsfeuerwehren im Landkreis – besonders viele Kameraden ausrücken.

Die Grasbrunner Aktiven nutzten bereits ausgiebig die Gelegenheit, den Neuling in ihrem Fuhrpark zu inspizieren. „Sechs Einsatzkräfte haben in der geräumigen Mannschaftskabine im Führerhaus Platz“, so das erste Fazit. Je zwei Aktive bilden beim Einsatz eine Mannschaft und pumpen, was das Zeug hält. Und auch sonst sind die Kennzahlen des Gefährts beeindruckend: Der Versorgungs-Lkw auf einem MAN-Fahrgestell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 14,1 Tonnen ist mit Allradantrieb und Single-Bereifung ausgestattet. Die Ladebordwand am Heck des Fahrzeugs hat eine verstärkte Hubkraft von 1,5 Tonnen, denn auch Sandsäcke sind bisweilen noch zu befördern. Das Fahrzeug kann mühelos durch 65 Zentimeter hoch stehendes Wasser fahren. Auf der fünf Mal 2,5 Meter großen Ladefläche befinden sich zwei Schmutzwasserpumpen mit einer Pumpleistung von 1500 Liter pro Minute sowie zwei Pumpen mit einer Pumpleistung von 1250 Litern pro Minute samt notwendigen Aggregaten und Druckschläuchen. In der Summe können 16,5 Kubikmeter pro Minute gepumpt werden.

Ein in der Fahrerkabine installiertes Navi der Extra-Klasse ergänzt das Katastrophenschutz-Equipment. Übrigens: Das Grasbrunner Fahrzeug könnte im Notfall auch im Ausland eingesetzt werden. Das Navi gäbe selbst in Japan entsprechende Informationen an die Einsatzkräfte. ar

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