Vom Glück, in Haar zu leben

Das Jahr 2009 neigt sich langsam dem Ende zu. Zeit also, zurückzublicken. Haars Bürgermeister Helmut Dworzak tat dies, indem er rund 200 Bürgern bei der Bürgerversammlung eine unterhaltsame Bildershow präsentierte. Auch Landrätin Johanna Rumschöttl zeigte sich von der Idee begeistert und regte für nächstes Jahr zusätzlich an: „Bei der letzten Bürgerversammlung, auf der ich war, hatten sie auch Musik.“

Der Gemeinde geht es trotz Wirtschaftskrise finanziell gut. „Lege in guten Zeiten auf die hohe Kante, dann musst du in den schlechten keine Kürzungen hinnehmen“, erläuterte Bürgermeister Helmut Dworzak das antizyklische Handeln der Verwaltung. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien mit 15,5 Millionen Euro vorsichtig geschätzt: „Wir wissen nicht, wie sehr die Finanzkrise das Gewerbe in Haar noch schütteln wird. Bis jetzt haben wir Glück gehabt“, sagte Dworzak. Ebenso vorsichtig ist die Zuführung in den Vermögenshaushalt, „dem Sparbüchlein der Gemeinde“, geschätzt: rund 1,7 Millionen Euro sollen 2010 eingezahlt werden. „Aber bis jetzt haben wir immer noch mehr Zuführungen geschafft, als es in den Planungen angenommen wurde.“ „Fruchtbares Klima“ „Seit ich hier Bürgermeister bin, haben wir alle zwei Jahre einen neuen Kindergarten oder eine neue Gruppe eröffnet“, beschrieb Dworzak Haars „ständig freudiges, fruchtbares Klima“. Für 2010 sucht die Gemeinde zudem noch 15 neue Erzieherinnen für die beiden Kindergärten an der Dianastraße und an der Casino-straße. Trotz der beiden Kindergärten hinke man dem Bedarf leicht hinterher, da die Kinder immer früher in die Kinderkrippe oder den Kindergarten kommen. Zudem ginge die Tendenz stark zu einer Ganztagesbetreuung von 7 bis 19 Uhr. Geothermie? Für Haar stelle sich aktuell die Frage, ob man gemeinsam mit Vaterstetten und Grasbrunn, vielleicht sogar noch Zorneding, in Geothermie investieren solle (HALLO berichtete). Der Bürgermeister steht der ganzen Sache sehr skeptisch gegenüber: „Wir können unseren Bedarf decken, aber 240 Millionen Euro kann keine Gemeinde allein stemmen. Zur gleichen Zeit wird unser Gasnetz ruiniert. So zögere ich als Bürgermeister laut Hurra zu schreien und werde sehr genau überlegen.“ Zudem würde man mit der Investition in Geothermie allen anderen technischen Innovationen den Hahn zudrehen. Bevor eine endgültige Entscheidung aus Haarer Sicht getroffen werde, wolle man das Ergebnis des Energie- und Klimaschutzkonzepts Haar abwarten. „Es gibt ja nicht nur Geothermie“, so Dworzak. Dass Haar in Umweltdingen schon auf einem guten Weg ist, bekam die Verwaltung in diesem Jahr bestätigt: Die Gemeinde wurde mit dem European Energy Award in Silber ausgezeichnet (HALLO berichtete). Zahlreiche Förderungen und Hilfestellungen bietet die Gemeinde den Bürgern an, ihr Haus energiesparfreundlich zu sanieren. Aber, betonte Dworzak: „Die Gemeinde kann nur Anreize geben – für die Umsetzung brauchen wir den Bürger.“ Seit neuestem findet man auf der Gemeinde-Homepage einen Solarkataster. Hier kann man seine Straße und Hausnummer eingeben und herausfinden, wie gut sein Haus für Sonnenenergie gerüstet ist. – KF –

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