Doku zu Giesings Schandmal

Der skandalöse Abriss des Uhrmacherhäusls wird verfilmt

+
Klaus Bichlmeier filmt bei der Mahnwache am kommenden Freitag weiter für seine Doku zum illegalen Abriss.

Obergiesing - Er hat ein Händchen für Dokumentarfilme: Giesinger Klaus Bichlmeier will in seinem neustem Werk ein Stück Altgiesing wieder zum Leben erwecken - ein Vorhaben mit Hindernissen

Klaus Bichlmeier, Dokumentarfilmer und gebürtiger Giesinger, ist sichtbar betroffen: „Mir blutet das Herz, weil hier ein Stück Altgiesing mutwillig abgerissen wurde“, sagt der 70-Jährige und deutet auf die Überbleibsel des Uhrmacherhäusls in der Oberen Grasstraße. Deswegen arbeitet der Filmemacher derzeit an einer Neuauflage des Films „So geht’s ned“ über die Geschichte der Feldmüllersiedlung, den skandalösen Abriss des alten Häuschens und die Probleme des Denkmalschutzes. Im Herbst zum Tag des offenen Denkmals am 9. September soll der neue Film erscheinen. Mit den Dreharbeiten geht es jetzt schon weiter und zwar am kommenden Freitag, 11. Mai, 18 Uhr, wenn die Mahnwache stattfindet. 

Dafür hat sich Bichlmeier etwas Besonderes einfallen lassen: Zwei Männer tragen die mysteriöse „Denkmalschutztruhe“ auf die Bühne, proklamieren Verstöße gegen das Denkmalschutzgesetz und die bayrische Verfassung und fordern die Ahndung der Gesetzesverstöße. Außerdem will die Initiative Heimat Giesing, die sich in der Anwohnerschaft gebildet hat, über den aktuellen Stand zum Wiederaufbau informieren (Hallo berichtete mehrfach). 

Geahndet worden wäre der Filmemacher übrigens beinahe selbst: Ein Bauarbeiter der Firma, die den Abriss nach eigenen Angaben „aus Versehen“ veranlasst hatte, verbot ihm das Filmen und rief die Polizei – eine Szene, die im Film wohl eher humoristisch wirkt: „Man sieht die Handschellen am Hinterteil des Polizisten wackeln und hört ihn sagen, dass das für eine Verhaftung nicht ganz reicht – ich mich aber anständig verhalten soll“, erzählt Bichlmeier mit breitem Grinsen. Das ist es auch, was seinen Film auszeichnet: „Es ist nichts gestellt, die Menschen kommen ganz spontan und unverblümt zu Wort“, erzählt der Dokumentarfilmer. 

Etwa die Verkäuferin aus der Bäckerei um die Ecke, die ihre Meinung über den Bauherrn kundtut, nämlich: „Der gehört doch nach Stadelheim und zwar nicht für zwei Jahre, sondern gleich für zehn!“. Ein lebendiger Film soll es werden, verspricht Bichlmeier, die auch den live gefilmten Abriss zeigten – „Aufnahmen, die um die Welt gingen“, sagt er. hki

Anmeldung für Film-Premiere am 9. September, 18 Uhr, im KIM-Kino ab sofort unter info@kim-kino.de

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Katze aus brennender Wohnung gerettet
Katze aus brennender Wohnung gerettet

Kommentare