Sein Herz schlägt für Rot

Löwen-Platzwart ist Bayern-Fan!

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Seit 15 Jahren kümmert sich Günther Kaiser um das Grünwalder Stadion.

Giesing - Ausgerechnet einer der wichtigsten Männer im Grünwalder Stadion ist Bayern-Fan: Günther Kaiser ist seit 15 Jahren Platzwart. Aber inzwischen ist es turbulent.

Ausgerechnet einer der wichtigsten Männer im Grünwalder Stadion, der Heimat der 60er, ist Bayern-Fan. Platzwart Günther Kaiser arbeitet dort seit 15 Jahren und ist das Mädchen für alles. „Eingestellt wurde ich als Werkstattleiter“, sagt Kaiser. Doch inzwischen ist er auch für die Rasenpflege, die Elektrizität und den Einlass zuständig. Dass sein Herz für die Roten schlägt, ist dabei kein Problem. „Klar gibt es mal einen blöden Spruch, aber ich sehe das nicht so eng und freue mich auch, wenn die Löwen gewinnen“, sagt Kaiser. Erlebt hat er im Grünwalder Stadion schon einiges. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an die Verhältnisse vor dem letzten Umbau des Stadions. Damals befand sich in der Schiedsrichterkabine keine Dusche, sodass die Unparteiischen nach jedem Spiel mit dem Handtuch um den Hüften durch den benachbarten Presseraum laufen mussten. Heute sind sämtliche Kabinen mit Duschen und Toiletten ausgestattet. Auch eine Rasenheizung gibt es erst seit einigen Jahren. Im Winter war der Platz daher häufig vereist. Auch 2005, als die Bayern Amateure im Pokalviertelfinale gegen Titelverteidiger Werder Bremen antreten mussten. „Der Gerland (damaliger Trainer der Bayern Amateure, Anm. der Redaktion) wollte unbedingt spielen und ich musste den gegnerischen Trainer überzeugen, dass das auf dem steinharten Boden möglich ist“, erinnert sich Kaiser lachend. Den Kopf schütteln kann er dagegen darüber, dass es im Grünwalder zwei Kabinen für den Stadionsprecher gibt. 

Ursprünglich sollte er bei Polizei und Feuerwehr in der Sicherheitszentrale sitzen. Da er dort allerdings nur auf einen Teil des Spielfeldes sieht, gibt es eine zusätzliche Kabine auf der Haupttribüne. Weniger gerne erinnert sich Kaiser an ein Spiel gegen Aue. Gästefans bewarfen nach einer Niederlage die Polizisten im Stadion mit Schnee und Eis. Anschließend wollten sie den Platz stürmen. „Das war unheimlich“, sagt Kaiser. Er hat generell den Eindruck, dass die Fans aggressiver geworden sind. Immer öfter tauchten bei den Einlasskontrollen Pyrotechnik und Böller auf. Am häufigsten beschlagnahmten die Sicherheitskräfte allerdings Haarspray, Flaschen und Aufkleber, so Kaiser. „Früher war es mein Traumjob, aber seit der Rückkehr der 60er sind die Arbeit und die Unruhe gestiegen“, sagt er. Zuletzt gab es Aufregung um den Stadionausbau (siehe unten). Kaiser ist sich allerdings sicher, dass dies noch eine Weile so bleiben wird. Er glaubt zwar, dass die Löwen aufsteigen werden. Aber: „Aus der dritten Liga herauszukommen, wird nicht einfach. Sie werden länger dort spielen. Auch wenn es ihnen zu wünschen wäre, dass sie wieder in die Bundesliga kommen“, so Kaiser. Am Samstag beginnt für die Löwen die Rückrunde in Nürnberg, erst zwei Wochen später ist das erste Heimspiel gegen Seligenporten. A. Schwarzbauer

Ausbau des Grünwalder Stadions

Das Grünwalder Stadion

Der TSV 1860 kann sich ab Sommer auf mehr Fans freuen. Die Kapazität des Grünwalder Stadions soll sich von 12 500 auf 15 000 Plätze erhöhen. Dafür wurden auf der Westtribüne (Foto) bereits zusätzliche Wellenbrecher gebaut, Blockabtrennungen verstärkt sowie die Tribünenstufen ausgebessert. Nun müssen noch zusätzliche Toiletten und Kioske entstehen und vor allem die Lautsprecheranlage auf 15 000 Fans ausgelegt werden. Außerdem wird der Schallschutz verbessert. „Wir sind mitten im Wohngebiet und 2500 Zuschauer mehr machen mehr Lärm“, sagt Platzwart Günther Kaiser. andy

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