Neue Gastro für Giesing

Kulturkiosk statt alter Bretterbude in Pilgersheimer Straße

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Noch ein "Servus" zum Abschied: In das seit Jahren leer stehende Häuschen will Julian Hahn bald wieder Leben bringen.

Untergiesing - Seit Jahren steht die Bretterbude an der Pilgersheimer Straße leer – jetzt will Julian Hahn vom Bahnwärter Thiel zusammen mit zwei Freunden Kultur in den Kiosk bringen

Vor dem Häusl liegen Kippen, die Wände sind beschmiert, die bunte Farbe der Bretterbude blättert schon ab. Seit Jahren ein Schandfleck in Giesing: der verwitterte Kiosk an der Pilgersheimer Straße.

Das könnte sich jetzt ändern. Julian Hahn, der gemeinsam mit seinem Bruder Daniel und Freunden mehrere Gastro-Projekte betreibt – den „Bahnwärter Thiel“ oder das Café „Gans am Wasser“ im Westpark – will hier ein Hexenhäusl eröffnen, inklusive Gastro, kleinen Konzerten, Lesungen oder Ausstellungen. Der Mietvertrag ist unterschrieben, in der Sitzung vom 20. Februar stellt er sein Konzept im Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching vor. Das Gremium befürwortet seine Idee jetzt schon – Vize-BA-Chefin Melly Kieweg hatte ihn sogar angefragt. Denn: „Es ist schade um die ungenutzte Fläche“, findet Kieweg (Grüne). Wird das Projekt von der Verwaltung genehmigt, können Julian Hahn und seine Mitstreiter Florian Jund, Michaela Meier und Philipp Behringer loslegen. Ideen und Material haben sie schon jede Menge: Alte Dachziegel, Bollerwagen, Schornsteine und Balken stapeln sich in Hahns Lager. „Ich muss schon aufpassen, dass ich kein Messie werde“, sagt Julian Hahn und grinst. „Vielleicht bauen wir einen Pizza­ofen ein“, erzählt der 25-Jährige. 

Freuen sich schon auf ihr neues Projekt: Philipp Behringer (v.l.), Julian Hahn und Florian Jund machen aus der Bretterbude ein Café.

Viel Platz ist hier allerdings nicht: Der Kiosk ist gerade mal 20 Quadratmeter groß, einzig auf die Außenfläche passen Sitzgelegenheiten oder eine Bühne. „Es wird ein wetterabhängiges Projekt“, sagt Hahn – nicht sein erstes. Damit Konzerte oder Lesungen bei Regen nicht ausfallen, bemüht er sich gerade darum, eine Ersatzlocation aufzubauen (s. Kasten). Den Mietvertrag hat Hahn für fünf Jahre als Zwischennutzung unterzeichnet, langfristig will der private Eigentümer hier wohl Wohnraum schaffen. Im Sommer soll das Hexenhäusl eröffnen. Ein Name steht noch nicht, nur eine Idee: Es könnte das „Café Gans woanders“ werden – analog zum Café „Gans am Wasser“. Nur eines fehlt dem Münchner noch: „Ich hätte gern eine Postkutsche für den Garten.“hki

Kulturhaus in der Pestalozzistraße 8

Jahrelang war der Verein Freiraum in der Pestalozzi­straße 8, künftig werden es Julian Hahn, Florian Jund und zwei junge Mütter bespielen. „Die beiden kenne ich noch gar nicht“, sagt Hahn. Sie waren eigentlich Konkurrentinnen bei der Bewerbung ums Haus – irgendwann beschlossen sie aber, sich zusammen zu tun. Außerdem hat sich Hahn vorgenommen: „Die Künstler von Freiraum wollen wir miteinbeziehen.“ Vorteil der Location: „Wir sind endlich vom Wetter unabhängig.“ Deswegen können dort Veranstaltungen stattfinden, die andernorts geplant sind, aber wegen Regen ausfallen. Von Kunst, Musik bis zum Kinderflohmarkt – das Programm soll bunt werden.

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