Trikont Musikverlag

Giesinger Label feiert 50-Jähriges

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Im Büro hängen knallbunte Schallplatten und etliche Poster – mittendrin Achim Bergmann und Eva Mair-Holmes, die Trikont leiten.

Giesing: Vom Hippie-Verlag zur Plattenfirma: So behauptet sich Trikont seit einem halben Jahrhundert.

Im Hinterhof scheint die Sonne, eine spätsommerliche Sonne. Pflanzenkübel stehen am Boden, die Holztreppe ins Haus knarzt. Poster, jede Menge Poster, hängen hier an der Wand und Schallplatten in allen erdenklichen Farben. Neben den Büros vom Trikont Musikverlag ist ein Wohnzimmer. „Hier leben öfters ein paar Musiker“, sagt Eva Mair-Holmes, die den Verlag zusammen mit ihrem Partner Achim Bergmann leitet. „Hier ist immer was los.“

Hier, das ist mitten in Giesing, in der Kistlerstraße, nicht unweit des Uhrmacherhäusls, das kürzlich illegal abgerissen wurde. Ursprünglich als ein aufmüpfiger, linker Buchverlag ist Trikont vor 50 Jahren gegründet worden. Achim Bergmann hat von Anfang an mitgearbeitet – zumindest fast, die ersten Monate war der Verlag in Köln zuhause. Der Buchverlag hat nicht lange überlebt – obwohl etwa Che Guevara sich den Verlag angeblich persönlich für die Veröffentlichung seines bolivianischen Tagebuchs ausgesucht hat. Das passte, denn die Studenten, die den Verlag gründeten, wollten vor allem eines: Revolution.

Heute, 50 Jahre später, ist von dem Buchverlag nichts mehr übrig, stattdessen ist Bergmann ins Musikgeschäft eingestiegen. Alles, nur keine 0815-Massen-Lieder wollte er. Inzwischen produziert er die Platten von Hans Söllner, von der La Brass Banda, von Attwenger, von Fanny van Dannen oder Kofelgschroa.

„Aber eigentlich machen wir viel mehr“, sagt Eva Mair-Holmes. „Wenn die Bands sich mal wieder streiten schlichten wir, eigentlich managen wir sie.“ Streit gibt es immer wieder mal. Denn: „Schwierig sind sie alle, die Musiker.“

Trotzdem liebt sie ihren Job, sie liebt die Musik. „Wir würden nichts produzieren, was uns nicht gefällt.“ Der nächste erfolgversprechende Newcomer ist für die Geschäftsführerin „ganz eindeutig“ Lydia Daher. „Sie ist so poetisch, einfach toll ihre Musik“, schwärmt die Chefin. Dabei hätten die Trikont-Chefs sie beinahe vergessen: „Achim fand eine lose CD im Auto, auf die war ein Strichmännchen gemalt.“ Als er sie auflegte, war er begeistert und machte die Musikerin ausfindig. Sie tritt nun bei ihrer Geburtstagsfeier in Berlin auf, in München wird erst später gefeiert (s. unten). hki

Hallo-Verlosung zur Geburtstagsfete

Einst ein linker Buchverlag, jetzt Musiklabel, das Sänger wie Hans Söllner unter Vertrag hat: der Schallplattenverlag Trikont „Unsere Stimme“ aus dem Herzen Obergiesings feiert heuer seinen 50. Geburtstag. In München findet die Party am Donnerstag, 30. November, im Feierwerk in der Hansastraße 39, statt. Zu hören sind unter anderem die Bands und Musiker Attwenger, Express Brass Band, Eric Pfeil, Coconami und Mrs. Zwirbel. Zum Jubiläum gibt’s auch einen Sampler: Drei CDs, die einen Querschnitt durch die 50 Jahre Trikont-Geschichte zeigen – von Lydia Daher über Kofelgschroa, von Mrs.Zwirbl bis Textor & Renz, von äthiopischem Jazz bis zum ukrainischen Reggae. Wir verlosen den Sampler fünfmal. Wer gewinnen möchte, schreibt eine Postkarte an die Redaktion, Dessauerstraße 10, 80992 München, oder eine E-Mail an aktion@hallo-muenchen.de mit dem Stichwort Trikont. Einsendeschluss: Dienstag, 10. Oktober.

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