Ein Leben für die Blumen

Florist Hans Sporer hört nach 50 Jahren auf: Bei ihm blühten die Promis auf

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Hans Sporer war Florist für den FC Bayern, Stars und das Fernsehen.

Harlaching - Rosen, Orchideen oder Tulpen - Florist Hans Sporer kennt jede Eigenheit seiner Blumen. Doch nach 50 Jahren sagt er den Blumen Lebewohl 

Ob Heidi Klum, Senta Berger, Uschi Glas oder Ulrich Hoeneß – sie schwören auf seine Blumen: Jahrzehntelang hat der Harlachinger Hannes Sporer Promis, TV-Produktionen und Fußballstars mit duftenden Rosen, Gerbera und Lilien beliefert. Nach fast 50 Jahren im Geschäft geben er und Partner Robby Scheidl den Blumenladen am Theodolindenplatz jetzt auf und gehen in Rente. „Natürlich bin ich traurig“, sagt Sporer. „Vor allem der Kundenkontakt wird mir fehlen.“ Ständig geht die Tür an diesem Nachmittag auf und zu, Stammkunden verabschieden sich, wünschen alles Gute. 

1989 steckte Sporer das erste Gesteck für den FC Bayern

Von Fußballikone Karl-Heinz Rummenigge flattert ein persönlicher Dankesbrief herein. Schließlich haben die beiden Floristen den FC Bayern jahrzehntelang begleitet. 1989, als die beiden das erste Mal Blumengestecke für den FC Bayern herrichten, sind die Veranstaltungen klein und im Löwenbräukeller – später riesig und in der Olympiahalle. Schnell ist das Floristen-Duo nicht mehr wegzudenken: Ob die Fußballstars Kinder kriegen, Geburtstag oder Erfolge feiern – die beiden Harlachinger bringen die Events zum Blühen. Modezar und Hundefreak Rudolph Moshammer wird Stammkunde, seine Lieblingspflanze ist die Orchidee. Und plötzlich bekommt ganz Deutschland die Sträuße aus Harlaching zu Gesicht: Hannes Sporer beliefert nun TV-Produktionen. Stolz erinnert sich der 73-Jährige an einen ganz besonderen Blumenstrauß. 1992, als Heidi Klum Gottschalks Modelwettbewerb gewinnt und entdeckt wird, hält sie am Siegerpodest seine Blumen in der Hand. „So etwas vergisst man nicht“, erzählt der gebürtige Österreicher. Gottschalks Sendung folgten etliche TV-Formate für die Sporer die Blumen zusammenstellte. Eines stand für den Floristen immer fest: „Wir haben nie versucht, bei den Promis dazu zu gehören – wir haben uns immer als Dienstleister gefühlt.“

Deswegen hat er Einladungen nie angenommen, etwa um in der Karibik Blumensträuße zu binden. Wegen des Blitzlichtgewitters, in dem seine Blumen standen, war er vor allem anfangs aufgeregt. Aber: „Auch wenn wir Beerdigungen dekoriert haben, war ich angespannt – es ist die letzte Feier im Leben, da muss alles perfekt sein“, erzählt er. „Wenn etwas schief läuft, kann man das nicht nachholen.“ Was der Florist nun mit seiner Freizeit anfangen will, weiß er nicht so genau. Vielleicht seinem Nachfolger ein wenig über die Schulter schauen: In diesen Tagen hat einer seiner Floristenmeister, Tobias Herchet, den Blumenladen übernommen.

H. Kinadeter

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