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Gegen Gentrifizierung

Bürgerinitiative in Giesing: Kampf um die letzte Bastion

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Robert Hofmann, Angelika Luible und Jonas Felch protestieren vor dem illegal abgerissenen Haus in der Oberen Grasstraße in Giesing gegen Gentrifizierung.

Giesing: Nach dem Denkmal-Desaster organisieren Giesinger nun eine große Demonstration gegen Gentrifizierung.

Blumen hängen am Bauzaun, Grablichter brennen, eine Todesanzeige ist aufgehängt – so beerdigen die Giesinger das denkmalgeschützte Uhrmacherhäusl in der Oberen Grasstraße, das vor Kurzem dem Erdboden gleich gemacht wurde (Hallo berichtete).

Jetzt reicht es den Giesingern endgültig: „So kann das nicht weiter gehen, das darf kein Präzedenzfall werden“, findet Angelika Luible, eine Anwohnerin, die in sechster Generation in Giesing lebt. Deswegen hat ein Kreis von Anwohnern, Nachbarn und Engagierten eine Bürgerinitiative gegründet, sie rufen nun zum Protest auf. Am Samstag, 16. September, soll um 11 Uhr eine große Demonstration stattfinden.

Es geht längst um mehr als das kleine Uhrmacherhäusl, das zum Inbegriff der Gentrifizierung geworden ist. „Giesing ist die letzte Bastion, wir müssen das Viertel schützen“, sagt Luible. Und fügt verärgert hinzu: „Sollen doch die Schickimäuse ins Neubaugebiet am Paulaner-Areal.“

Denn für die Anwohnerin steht fest: „Der Eigentümer hat das Häuschen mit voller Absicht abreißen lassen, es geht hier nur um Geld.“ Obwohl dieser nur eine Genehmigung hatte, das Häuschen zu sanieren, ließ er es komplett abreißen – um mit einem hochwertigen Neubau hohe Gewinne einzustreichen, wie Anwohner mutmaßen. Der Eigentümer selbst ist in diesen Tage nicht zu erreichen. Er sei im Ausland, heißt es in seinem Unternehmen, und werde erst in ein oder zwei Wochen wieder kommen.

Vier Wochen lang dauert die Frist, die ihm die Lokalbaukommission für eine Anhörung eingeräumt hat, ein Verfahren wurde bereits eingeleitet. Die verärgerten Nachbarn fordern hohe Sanktionen: Bußgelder, eine Pflicht, das Häuschen originalgetreu nachzubauen oder gar Enteignung – das sind nur einige Vorschläge, die Anwohner machen.

Die Lücke zwischen den Häusern in der Oberen Grasstraße ist zu einem Pilgerort für viele Münchner geworden. Tag für Tag kommen Bürger vorbei, lesen die Zeitungsausschnitte, die am Bauzaun hängen oder schütteln die Köpfe.

„Es gibt hier Touristenführungen durchs Viertel“, sagt Luible. „Die Herbergshäuser sind ein Kulturgut, das geschützt werden muss. Es darf keinen Spekulanten zum Opfer fallen.“ Luible und ihre Mitstreiter, darunter Jonas Felch und Robert Hofmann vom Flo** am Tegernseer Platz, gehen jetzt auf die Barrikaden. Sie schreiben an Politiker, veranstalten jeden Freitag ab 18 Uhr eine Mahnwache und organisieren die Demonstration am kommenden Samstag.

Hanni Kinadeter

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