Wo sollen Schüler und Kinder hin?

Das bewegt die Untergiesinger und Harlachinger auf der Bürgerversammlung 2017

Wenn es nach den Anwohnern geht, soll am Wilhelm-Kunert-Weg eine KiTa entstehen.
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Wenn es nach den Anwohnern geht, soll am Wilhelm-Kunert-Weg eine KiTa entstehen.
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Giesing-Harlaching: Etliche Bürger fordern, Kindertagesstätten und Schulen zu bauen.

Raumnot im 18. Stadtbezirk

In einem sind sich die Bürger des 18. Stadtbezirks ziemlich einig: Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen müssen erweitert werden. Dazu gab es gleich mehrere Anträge, die alle einstimmig angenommen wurden.

Matthias Geßner etwa, der eine zehn Monate alte Tochter hat, fordert, dass in der Wilhelm-Kunert-Straße eine KiTa entsteht. Damit ist er nicht allein: 200 Unterschriften haben die Anwohner bereits gesammelt, um ihrer Forderung mehr Druck zu verleihen. Denn die Stadt hat andere Pläne für das leerstehende Grundstück: Sie will hier 20 Wohnungen aus dem Programm „Wohnen für alle“ errichten, also für Flüchtlinge und Bedürftige. „Aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen“, mahnte BA-Chef Clemens Baumgärtner. Dass der Kindergarten beim Candidplatz besser unterstützt werde, forderte Christiane Tesic. Wenn es nach ihr geht, sollen die maroden Container durch einen fest bestehenden Bau ersetzt werden, eventuell auch durch einen Bau auf Stelzen.

Um die älteren Kinder sorgt sich hingegen Verena Wagner, die den Bau einer Realschule in Harlaching verlangte. „Die University of Maryland wäre ein idealer Standort“, findet sie. Bettina Ulrichs forderte Planung und Bau einer Grundschule in Harlaching. „Die Rotbuchenschule platzt aus allen Nähten und es werden jedes Jahr noch mehr Schüler“, sagte Ulrichs. Sie schlug für eine zusätzliche Schule auch gleich einen Standort vor: das Grundstück beim Klinikum Harlaching. Immer wieder im Gespräch für einen Neubau ist das Grundstück vom Freistaat am Harthäuser Weg. hki

Verkehrschaos in Giesing

Wohnmobile, Dauerparker und Fußballfans – immer wieder kommt es im Viertel zu Engpässen bei den Parkplätzen. Damit beschäftigten sich mehrere Bürgeranträge, die angenommen wurden.

So schlug Hartwig Schulz vor, in der Wettersteinstraße Parkuhren aufzustellen. „Wochenlang stehen hier Wohnmobile oder ortsfremde Autos“, berichtet er. „Die Stadt soll gewährleisten, dass die Rettungswege frei gehalten werden“, forderte hingegen Albert Gschirr. Vor allem in den Straßen um das Stadion herum seien die Rettungswege ständig zugeparkt.

Gegen die Wohnmobile protestierte indes Brigitte Lachmann: „In der Grünwalder Straßen parken beidseitig Wohnmobile – zum Teil stehen sie dort den ganzen Winter.“ Um das zu ändern, schlugt sie vor, künftig das Parken nur noch für Autos zu erlauben. hki

Farb-Attacke 2013: Jetzt fordern Bürger 60er-Anstrich

Die Bänke am Hans-Mielich-Platz sollen weiß-blau gestrichen werden – wenn es nach den Giesingern geht, die bei der Versammlung für den Antrag von Frank Hochhäusler votierten. „Ich bin wie viele Giesinger bekennender Löwen-Fan“, sagt der 46-Jährige. Höchste Zeit also, dass man die Farben des TSV 1860 auch im Viertel sieht, findet er.

Das hatten sich Unbekannte wohl schon 2013 gedacht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben mutmaßliche Löwenfans die Bänke nämlich blau gestrichen – einen Tag bevor sie damals eingeweiht wurden. Die Stadt hatte die Bänke eigentlich rot gestrichen. Bayern-Rot also ausgerechnet im Löwen-affinen Giesing.

Ob es den Bürgern jetzt eher um die Sanierung oder um die Farbe ging, bleibt unklar – zur Abstimmung stand nämlich beides in einem einzigen Durchgang. Das freut Hochhäusler umso mehr: „Dass alle für eine Sanierung stimmen, dachte ich mir – ob alle die Farbe wollen, wusste ich nicht.“ Immerhin ist die Farb-Attacke damals von Stadtviertelpolitikerin Melly Kieweg sogar als „militante terroristische Tat“ verurteilt worden. Sie hatte ihre scharfen Worte später relativiert. Nun schlägt Hochhäusler vor, die Bänke weiß-blau zu streichen, wenn der Maibaum aufgestellt wird, also zum ersten Mai. „Ein stimmiges Gesamtbild“, findet er. hki

Ein Herz für Behinderte in Straßenbahn, U-Bahn und Bussen

Plakativ stellte Brigitte Lachmann ihren Antrag, dem die Giesinger zustimmten: „Früher hat man immer gesagt, München ist eine Weltstadt mit Herz“, sagt sie. Doch wo das Herz geblieben sei, frage sie sich schon lange. Dass der gehbehinderten Seniorin ein Platz in Tram oder U-Bahn angeboten wurde, sei nämlich ziemlich lange her. Sie forderte also mehr Sitzplätze für Behinderte in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, am besten gleich immer zwei Sitze nebeneinander.

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