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Insgesamt mehr Vorteile

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Im Herbst fallen in den Gärten wieder kiloweise Gartenabfälle an. Die Gemeinde Haar will diese ab 2017 nun kostenlos abholen. © Foto: Panthermedia

Die Haarer Gartenbesitzer dürfen sich auf Entlastung freuen: Ab 2017 wird die Gemeinde zwei Mal pro Jahr kostenlos Baumschnitt und anderen Gartenabfall kostenlos abholen.

Der Haarer Wertstoffhof kommt im Frühjahr und Herbst an seine Kapazitätsgrenzen, wenn Gartenbesitzer ihre Grünabfälle verstärkt abgeben. „Die Aufnahmekapazität reicht nicht, teils muss während der Öffnungszeiten gesperrt werden, weil ein Abtransport nötig ist“, erklärte Brigitte Merz vom Umweltreferat auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zwar können die Gartler ihre Grünabfälle auch jetzt schon zwei mal jährlich kostenpflichtig abholen lassen, doch dieser Service wird wenig genutzt.

„Dafür melden sich die Bürger im Rathaus an, die Meldelisten werden an die beauftragten Firmen weitergeleitet. Bei der Abholung müssen die Bürger anwesend sein um die Gebühr von 8 Euro pro Kubikmeter zu bezahlen. Für Berufstätige stellt dies ein erhebliches Hemmnis dar“, so Merz weiter. Zwischen 2011 und 2015 haben sich je Sammlung zwischen sieben und 29 Interessenten gemeldet. Abgegeben wurden je Sammeltermin zwischen 19 und 136 Kubikmeter. „Die Zahlen verdeutlichen, dass der Service nur von sehr wenigen Bürgern genutzt wird“, betonte Merz. Das Haarer Umweltreferat hat dem Landkreis Ebersberg über die Schulter geschaut, wo kostenlos gesammelt wird. Ohne Anmeldung können dort die Bürger ihre Gartenabfälle am Sammeltag an den Straßenrand legen, wo sie nach und nach abgeholt werden.

Das Ebersberger Verfahren hat laut Brigitte Merz viele Vorteile: „Der Wertstoffhof wird gerade zu Spitzenzeiten stark entlastet. Die Möglichkeit für Hausmeisterfirmen, Gartenabfälle aus anderen Kommunen anzuliefern, wird deutlich reduziert“. Zudem müsse man nicht mehr sämtliches Material mit mehr als einem Zentimeter Durchmesser häckseln, sondern nur noch gezielt die Gartenabfälle aus der ALB-Quarantänezone. „Dadurch verringert sich der finanzielle Mehraufwand der Umstellung“, so Merz. Zwar verteure sich die Abfallsammlung, doch werde mehr Material erfasst, was pro Tonne deutlich günstiger zu Buche schlage. 5300 Euro jährlich hat Haar im Schnitt in den vergangenen fünf Jahren für die Grünabfallsammlung ausgegeben und dabei jährlich durchschnittlich 19 Tonnen abgeholt. Bei der kostenlosen Abfallsammlung in Poing kamen im Jahresschnitt hingegen 261 Tonnen zusammen, was mit 0,90 Euro pro Einwohner und Jahr zu Buche schlug. Den gleichen Pro-Kopf-Betrag setzt das Umweltreferat für die Gemeinde Haar an, wenn ab 1. Januar 2017 die Gartenabfälle kostenlos abgeholt werden.

Während SPD, Grüne und Freie Wählergemeinschaft keine Vorbehalte gegen den Verwaltungsvorschlag hatten, meldeten sich aus der CSU-Fraktion einige kritische Stimmen. Thomas Reichel schlug vor, lieber mehr Personal für den Wertstoffhof einzustellen und befürchtete Verkehrsbehinderungen, „wenn der Abfall auf dem Gehsteig liegt“. Brigitte Merz erklärte, mehr Personal bringe nichts, es hapere einfach an der Aufnahmekapazität. Als Verkehrshindernis habe sie den Grünabfall auf den Gehsteigen der Landkreisgemeinde, in der sie wohne, nie wahrgenommen. Bürgermeisterin Gabriele Müller meinte: „Es ist ein wichtiger Service. Der Wertstoffhof kommt an seine Grenzen und ehe wir ihn erweitern, möchten wir andere Maßnahmen ausprobieren“. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat der kostenlosen Gartenabfallsammlung zu. Gabriele Mühlthaler

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