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Gasversorgung Haar senkt zum 1. Januar 2009 die Preise

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Während die Stadtwerke München ihre Preise erhöhen, gehen die Gemeindewerke Haar den gegenteiligen Weg: Zum 1. Januar 2009 senken sie die Preise – um 0,6 Cent pro Kilowattstunde (+ MwSt). Bei einem Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Ersparnis von etwa 178 Euro.

„Jetzt informieren wir als ,Böse’“, sagte Walter Dürr, Geschäftsführer der Gemeindewerke, in einem Pressegespräch. Als „Böse“ meint er die, die auf der Rechnung ganz oben stehen. Dass das Gas zunächst aus Russland erst über „Zwischenhändler“ nach Haar gelangt, steht eben nicht auf der Rechnung. „Wir, die Gemeindewerke, sind das letzte Glied vor dem Endverbraucher“, erklärt Dürr weiter. Zu über 70 Prozent besteht der Gaspreis aus Beschaffungskosten: Import/Produktion, Transport, Speicherung und Verteilung schlagen hier zu Buche. „Nur etwa acht Prozent können die Gemeindewerke beeinflussen“, betont er. Die Ölpreisbindung „Der Gaspreis hängt am Ölpreis“, damit erzählt Dürr nichts Neues. „Die Ölpreisbindung sorgt dafür, dass es nicht zu drastischen Ausschlägen beim Preis kommt.“ Seit Ende der 60er Jahre, als das erste Importgas aus Russland nach Deutschland kam, existiert auch die Ölpreisbindung. Um in den langfristigen Lieferverträgen von 20 oder 30 Jahren einen wettbewerbsfähigen Preis für Erdgas zu garantieren, orientiert sich die Preisgestaltung am Ölpreis, der weltweiten Leitwährung für Energie. Das bedeutet aber nicht, dass der Erdgaspreis sofort sinkt oder steigt, wenn die Preise für Erdöl auf dem Weltmarkt günstiger oder teurer werden. Der Erdgaspreis folgt dem Ölpreis mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Monaten. Damit werden die starken Preisschwankungen, denen Erdöl auf dem Weltmarkt unterliegt, ausgeglichen und der Kunde kann mit einem stabilen Erdgaspreis kalkulieren. „Die Ölpreisbindung ist also nicht das Schlechteste“, zieht Carsten Theede, Leiter Handelsgeschäft der GWH, Bilanz. Schwankungen unter den Anbietern Die Kalkulation der Haushaltspreise wird jeweils auf Basis einer festen Formel getroffen. Da jedes Versorgungsunternehmen eine spezifische Formel zugrunde legt, kommt es zwischen den regionalen Gasversorgern auch zu unterschiedlichen Preisen. So kann es vorkommen, dass ein Versorger die Preise senkt, während andere gleichzeitig erhöhen müssen. „Wir freuen uns, unseren Kunden die erfreuliche Nachricht der Preissenkung jetzt mitteilen zu können“, sagt Dürr. „Dabei ist es natürlich besonders vorteilhaft, dass diese Preissenkung mitten in die Heizperiode fällt. So werden unsere Kunden schon in diesem Winter deutlich sparen können.“ „Wir sind eure Gemeindewerke“ Als Gemeindewerke trägt das Unternehmen auch Verantwortung gegenüber der Kommune. „Wir sind dazu verpflichtet, uns um das Netz zu kümmern. Wir sind also Infrastrukturdienstleister“, beschreibt Dürr. Zudem sind GWH Grundversorger. Das heißt, dass sie dafür sorgen müssen, dass jeder Haarer Bürger mit Gas und Strom versorgt ist und nicht in einer kalten Wohnung ausharren muss, sollte sein Anbieter nicht mehr in der Lage sein, ihn mit Gas und Strom zu versorgen. Vieles investieren die GHW auch wieder zurück in die Kommune: Sport, Kultur, Bildung und soziale Organisationen werden regelmäßig unterstützt. „Wir sind eure Gemeindewerke!“, betont Theede. (KF)

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