CSU freut sich über die vergrößerte Stadtteilbibliothek Waldtrudering

Bücherstube wird Rekordhalter

Am 13. Mai ist endlich – nach zweimonatiger Schließung – die Stadtbücherei in den neuen, größeren Räumen an der Wasserburger Landstraße 241 wiedereröffnet worden. Dies ist ein Tag großer Freude für Waldtrudering, aber auch für die CSU Waldtrudering, wie die Ortsvorsitzende Friederike Steinberger betont.

Denn seit langem engagiere sich die CSU Waldtrudering mit ihren kommunalen Mandatsträgern für den Erhalt des Bibliotheksstandortes Waldtrudering. Und das aus guten Gründen: „Diese Außenstelle ist – gemessen an ihrer Größe – die bundesweit ausleihstärkste Bibliothek mit 138.000 Besuchen im Jahr 2013.“ schreibt die Münchner Stadtbibliothek in ihrer jüngsten Pressemeldung.

Die „Bücherstube“

Mit diesem bundesdeutschen Ausleihrekord findet eine Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt, die am 30. April 1956 ganz klein und bescheiden begann. An diesem Tag wurde in den Räumen der Kreissparkasse an der Wasserburger Landstraße 220 ein gerade mal 40 Wuadratmeter großer Bibliotheksraum – eine „Bücherstube“ – der Öffentlichkeit übergeben. 3000 Bücher warteten auf Ausleiher. Mit dieser neuen Stadtteilbibliothek wurde vor allem einem lang gehegten Wunsch der örtlichen Bezirksvereinigung Waldtrudering Rechnung getragen. Bei der Eröffnung war sogar der damalige Präsident des Verbandes deutscher Volksbibliothekare, Dr. Karl Jansen, anwesend.

Boom und Schock

Waldtrudering wuchs und damit auch die Nachfrage nach Leihbüchern. Es wurde eng in der Bücherstube. In den frühen 60er Jahren konnte die Bücherei dann im neu entstandenen Geschäftsviertel der Phantasie-Siedlung in dringend benötigte größere Räume umziehen und weiter gedeihen. Endlich Platz.

1991 dann die Schocknachricht: Weil die benachbarte Bankfiliale deutlich vergrößert werden sollte, wurde der Stadtbücherei von der Hausbesitzerin, einer großen deutschen Versicherungsgesellschaft gekündigt. Einfach so. Nun war guter Rat teuer, denn ein Ersatzraum war nicht zu finden. Schon spukten Überlegungen durch die Stadtteilpresse, die Bücherei in Containern in der Nähe des Bahnhofs Trudering unterzubringen. Viel wahrscheinlicher war, dass die Bücherei hätte ganz geschlossen werden müssen.

In dieser kritischen Lage machte das damalige CSU-Ortsvorstandsmitglied Dr. Georg Kronawitter die CSU-Stadtratsfraktion darauf aufmerksam, dass im Geschäftshaus seines Bruders Klaus die früheren Bäckereiräume und das darüber liegende Ladenlokal zu einer Nutzungseinheit verbunden werden könnten und zusammen ein ausreichendes Platzangebot darstellen dürften.

Mit Unterstützung des Truderinger Stadtrats Hans Podiuk (CSU) und viel gutem Willen und hohem Engagement bei allen Beteiligten konnte in wenigen Monaten aus einem Raumkonglomerat ein passables neues Domizil geschaffen werden. Friederike Steinberger: „Die CSU Waldtrudering dankt der Familie Kronawitter für die damalige Rettungsaktion, bei der niemand ahnen konnte, dass sie den Grundstein für einen bundesdeutschen Rekordhalter legte.“

Als 2002/3 in München wegen der anstehenden Schließung von Stadtteilbücherei Widerstand erwuchs und es zum so genannten Bücherbegehren kam, stand die CSU Waldtrudering konsequent auf der Seite der Büchereifreunde. Waldtrudering war dann auch jener Münchner Stadtteil, wo das „Bücherbegehren“ den höchsten Zuspruch bekam.

Dass die Wohnortnähe bei Stadtteilbüchereien ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor ist, auch dafür hat die CSU empirische Belege herausgearbeitet: einmal am Beispiel der Gemeindebücherei Haar, deren Standortverlagerung ins Geschäftszentrum Leibstraße einen schlagartigen Nutzerzuwachs um 40 Prozent gebracht hat. Zum anderen hat eine vom damaligen BA-Vorsitzenden Dr. Kronawitter veranlasste anonymisierte Auswertung der Nutzeradressen gezeigt, dass 80 Prozent der Nutzer einer Stadtteilbibliothek im Umkreis von etwa einem Kilometer wohnen. Mit anderen Worten: bei einer Standortverlagerung um mehr als zwei Kilometer verliert man mindestens 80 Prozent der bisherigen Leserschaft. Und das trifft insbesondere auf Kinder und Jugendliche zu.

Die Zukunft

In der Messestadt Riem soll – auch auf CSU-Initiative hin – eine 600 Quadratmeter große so genannte Familienbibliothek entstehen. Und das ist gut so. Dann macht es aber auch keinen Sinn, im benachbarten Stadtteil Waldtrudering in 15 Jahren eine Rekord-Bibliothek dichtzumachen, wenn am Truderinger Bahnhof – drei Kilometer entfernt – einmal eine so genannte Mittelpunktsbibliothek entstehen soll.

„Kurzum: Waldtrudering braucht seine Stadtbücherei - auf immer und ewig“, so Friederike Steinberger.

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