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Flott fahren und Sprit fahren

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Bürgermeister Dworzak und Gemeindemitarbeiter üben neuen Eco-Fahrstil

Sprit sparen und entspannt schneller ankommen. Was wie ein Werbeversprechen gilt, ist tatsächlich möglich. Auf den Fahrstil kommt es an – eine Erfahrung, die jetzt auch Haars Bürgermeister Helmut Dworzak nur unterstreichen kann. Bürgermeister Helmut Dworzak hat sich zusammen mit Gemeinde-Mitarbeitern das treibstoffsparende Eco-Fahren beibringen lassen. Das Ergebnis: 15,9 Prozent weniger Benzinverbrauch im normalen Stadtverkehr bei einer gut 5 Prozent höheren Durchschnittsgeschwindigkeit. „Die Dimension überrascht mich“, sagt Dworzak. Fahrlehrer Ulrich Pfeiffer von Eco-Consult hat in den letzten zehn Jahren schon mehr als 35.000 Autofahrern das umweltschonende Fahren beigebracht. Er berät vor allem Firmen, Stadt- und Gemeindeverwaltungen. „In jedem Beruf machen Sie Fortbildungen“, stellt der Fachmann fest. „Die modernen Fahrzeuge mit ihrem elektronischen Motorenmanagement müssen anders gefahren werden als wir es in der Fahrschule gelernt haben.“ Wie, wird im Praxisteil seines Kurses eingehend geübt: Motor ohne Gas geben starten, zügig beschleunigen, früh schalten und immer im höchstmöglichen Gang mit konstanter Geschwindigkeit fahren, statt zu bremsen, ausrollen lassen. „Man muss sich anfangs schon sehr auf die veränderte Fahrweise konzentrieren“, sagte Nicole Stark. „Aber man fährt wirklich ruhiger.“ Neben der Nerven wird auch noch der Geldbeutel geschont. Rechnet man die Haarer Eco-Testfahrt aufs Jahr hoch, ergibt sich bei einer Laufleistung von 25.000 Kilometer für ein Fahrzeug der Gemeindeflotte ein Einsparpotential von rund 400 Euro allein beim Kraftstoff. Dazu kommt eine geringere Abnutzung von Reifenprofilen, Bremsbelägen und Kupplung. Wer dazu seinen Reifendruck hoch hält, nur bei Bedarf mit Dachträger fährt, Leichtlaufräder und Leichtlauföl nutzt, kann zwischen 1000 und 2000 Euro im Jahr sparen. Gewerbliche Fahrzeugflotten können Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent erreichen. Eco-Fahren bringt aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile, so Pfeiffer. Das Unfallrisiko sinkt, weniger Abgase werden ausgestoßen und der Lärm wird deutlich gemindert. Stichhaltige Gründe, die jeden motorisierten Verkehrsteilnehmer überzeugen müssten. Das hofft auch Bürgermeister Dworzak: „Wir reden hier über eine ganz andere Fahrkultur, mit der wir über den Umweltgedanken die Aggression im Straßenverkehr mindern können.“ Nun soll versucht werden, alle Betriebe in Haar für ein solches Fahrtraining zu gewinnen. Denn dies, so Dworzak, sei die richtige Reaktion auf die Spritpreise – und nicht die Diskussion um die Pendlerpauschale. „Das ist die Fahrweise der Zukunft“, bestätigt auch Ulrich Pfeiffer.

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