Ergebnisse der Jugendanalyse in Vaterstetten

Nein zum Jugendparlament

Dass es sich in Vaterstetten trefflich leben lässt, das hat eine Studie zur Lebensqualität gezeigt. Was aber den Jugendlichen am Herzen liegt, ist eine ganz andere Geschichte. Und die macht fraglos staunend...

Der Jugendbeauftragte Jörg Cordruwisch äußerte sich in der letzten Sitzung des Familien-, Kultur- und Sportausschusses nochmals zu den Ergebnissen der so genannten Jugendraumanalyse, durchgeführt  2011. Denn an diesem Abend sollten nun Beschlüsse und Taten folgen. Und er machte klar: Nur zum „Smaltalken“ wollen die Jugendvertreter nicht ins Rathaus kommen. Das hätten alle drei Schulsprecher dem Jugendpfleger gegenüber betont. Wenn echte, relevante Themen anstehen, dann komme man aber gerne. Nachdem auch in den Umfragen und Interviews ziemlich auffällig war, dass viele der Heranwachsenden denken, es würde nichts bringen, wenn sie sich an jugendrelevanten Diskussionen/Entscheidungen beteiligen würden, musste die Idee der Verwaltung, ein Jugendparlament einzurichten, am Sitzungsabend fallen gelassen werden. Für Cordruwisch nicht so ganz überraschend, denn ein ähnliches Projekt kennt er aus Erfahrung in Norddeutschland, auch dort war es „kolossal gescheitert“. Nun gut, immerhin wurde beschlossen, offene und projektorientierte Beteiligungsformen, Kinder und Jugendliche in Erwachsenengremien sowie Kontakte zu Politikvertretern zu bevorzugen. Auch dem Wunsch der Jugendlichen, bei die Gestaltung des so genannten physischen Sozialraums involviert zu werden, will man im Rathaus gerne nachkommen: Neuausrichtung des Jugendzentrums und Schulentwicklungsplanung (Mittelschule) bilden hier die Schwerpunkte.

Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass das Sport- und Vereinsangebot in Vaterstetten besonders gut und gerne  angenommen wird. Erfreulich auch, dass es beim Rauchen einen anhaltenden Rückgang zu verzeichnen gibt. Wenig verwunderlich ist die Wunschliste für die Zukunft: Kino, Schwimmbad, Fastfood-Restaurant und mehr Bars. Vielleicht wird das neue Ortszentrum dem in einigen Punkten entgegen kommen. 

Liebe Eltern, aufgepasst! Bitte mehr Unterstützung für den Nachwuchs. Gerade bei der Frage, „Wer hilft Dir nach der Schule“ werden zwar an erster Stelle die Mütter genannt, dann aber folgen Freund und Freundin, der Vater kommt ganz am Schluss. Klar, die Arbeits- und Familienwelt kann ja nicht komplett neu erfunden werden. Aber, wenn die Papas mehr Zeit hätten und diese früher nach Hause kämen, hätten die jungen Leute nichts dagegen. 32 Prozent wünschten sich mehr Unterstützung durch und in der Familie. Das ist umso wichtiger, als selbst im gut bürgerlichen Vaterstetten Themen wie Leistungsdruck, Mobbing oder Einsamkeit bei den Befragten ganz wichtige Rollen spielen. In Krisensituationen sind Haustiere oftmals die wichtigsten Helfer. Hier kann der Gemeinderat freilich keine Beschlüsse fassen, da sind die Erziehungsberechtigten gefragt.

Oliver Oswald

Auch interessant:

Meistgelesen

Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Was passiert bei einem neuen Lockdown?
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Freud und Leid des Truderinger Filmemachers Thomas Schwendemann
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm
Pressekonferenz zum neuen Sommerprogramm

Kommentare