Entlastung auf Kosten anderer?

Nicht wie bisher durch den Truderinger Ortskern, sondern durch die Karpfenstraße soll der Verkehr zum südlichen P+R-Platz am Truderinger Bahnhof geleitet werden. Dies hat der Truderinger Bezirksausschuss auf Antrag der CSU mehrheitlich beschlossen.

Chronisch überfüllt ist der Park+Ride-Platz im Süden des Truderinger Bahnhofs. Dennoch lenkt ein überdimensioniertes Hinweisschild die Autofahrer von der Wasserburger Landstraße durch den Truderinger Ortskern dorthin. Am liebsten wäre dem Bezirksausschuss deshalb, wenn das Schild ersatzlos entfernt würde. Dies hat das Gremium ebenso gefordert, wie die Änderung der Verkehrsführung durch die Karpfenstraße. „Um das Ortszentrum Trudering zu entlasten, ist von der B 304 die Anfahrt über die Karpfenstraße vorzusehen“, so die Antragsteller Georg Kronawitter und Werner Zitzelsberger (beide CSU). Die überdimensionalen Hinweisschilder, die 2005 an der Wasserburger Landstraße aufgestellt worden seien, würden die Autofahrer über den Ortskern Straßtruderings zum U/S-Bahnhof Trudering lenken. „Diese Beschilderung trägt weder der verkehrlichen Entlastung des Ortskerns Rechnung, noch berücksichtigt sie die neue, direkte Anbindung über die Karpfenstraße“, begründen Kronawitter und Zitzelsberger ihre Forderung. Schon jetzt Verkehrsprobleme in Karpfenstraße Kein Verständnis für den Vorstoß der CSU hatte Herbert Danner (Grüne). „Permanent haben wir die Karpfenstraße wegen Verkehrsproblemen auf der Tagesordnung und jetzt soll Verkehr durchgeleitet werden, das verstehe ich nicht“, so Danner. Immer wieder würden hier Verkehrsprobleme, auch durch den Hit-Markt, angesprochen. „Guten Gewissens kann ich hier den Verkehr nicht reinleiten, besser durch die Elritzenstraße“, meinte der Grüne. Kronawitter konterte, die neue Straße werde hauptsächlich gewerblich genutzt, während die Elritzenstraße Wohnstraße sei. Günther Götz (SPD) meinte, die Elritzen-Anlieger „steigen uns aufs Dach, lieber nehmen wir die Damaschkestraße her, das ist eine Durchgangsstraße!“ Gertrud Ziegltrum (SPD) plädierte für die Karpfenstraße, alle anderen Verbindungen seien Wohnstraßen. Gegen die Stimmen der Grünen und einiger SPDler wurde der Antrag von Kronawitter und Zitzlsberger mit dem Zusatz beschlossen, das Hinweisschild möglichst komplett zu entfernen. Gabriele Mühlthaler Kurzsichtig oder zynisch? Kommentar von Gabriele Mühlthaler Was treibt den Truderinger Bezirksausschuss zur Annahme, dass die Karpfenstraße keine Wohnstraße sei? Nicht mal aktuell ist das richtig, denn die neuen Wohnhäuser im südlichen Bereich wurden schon bezogen. Nicht zu übersehen ist überdies eine Bautafel, die verkündet, dass hier Seniorenwohnungen entstehen. Auch ein Pflegeheim wird gebaut – alles an besagter Karpfenstraße. Wird in Pflegeheimen und Seniorenappartements nicht gewohnt? Oder ist diese Klientel den BA-Politikern egal? Zumindest Gertrud Ziegltrum hätte an die Einrichtungen für ältere Menschen denken können, immerhin war sie als BA-Vertreterin kürzlich bei der Vorstellung des Projekts der Renafan Group dabei. Wenn 108 Pflegeplätze und 49 Wohnungen für „Betreutes Wohnen“ nicht zum „Wohnen“ zählen, was denn dann? Sicher wird es an der Karpfenstraße in Zukunft mehr Wohnanlieger als an der Elritzenstraße geben, dazu noch einen Kindergarten. Schon jetzt gibt es Klagen wegen der Pendler, die in der viel zu schmalen Straße ihr Fahrzeug abstellen und zum Bahnhof gehen. Nun will der BA sie dorthin weisen. Ortskernberuhigung ist gut und nötig, dennoch könnte die Bajuwarenstraße den P+R-Verkehr sicher leichter verkraften, als die fehlgeplante Karpfenstraße, an der bald viele Senioren leben werden. Irgendwie zynisch, dass die Mehrheit der BA-Mitglieder findet, dort werde nicht gewohnt!

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