Endlich Reaktionen seitens der Stadt

Die städtische Verwaltung spricht nun mit den Anwohnern der Haffstraße. Nachdem kürzlich bei Starkregen das Wasser aus der östlich der neuen Siedlung gelegenen Grünanlage ungebremst in die Keller schoss (HALLO berichtete), eröffnete die Stadtverwaltung nach Jahren des Hinhaltens am vergangenen Donnerstag den Dialog mit den Bürgern.

Seit Jahren warten die Anwohner der neuen Siedlung an der Haffstraße auf Reaktionen der Münchner Stadtverwaltung. Wie berichtet, hatten die Bürger wiederholt die verschiedensten Referate darüber informiert, dass auf dem Gelände östlich der Siedlung Kies in großen Mengen abgebaut und Fremdmaterial in die Gruben gekippt wurde. Tätig wurde die Verwaltung erst, als bei einem Wolkenbruch Sturzfluten von der ausgebaggerten und mit schlecht durchlässigem Material verfüllten, künftigen Grünfläche in die Keller der Siedlung flossen. Eilig wurden Wälle aufgeschichtet, um die Fluten von den Gebäuden fernzuhalten. Vergangenen Donnerstag standen jetzt leitende Vertreter von Bau- und Gesundheitsreferat und der Chef der Lokalbaukommission den Bewohnern Rede und Antwort. Bürger bleiben skeptisch Zwar bemühte sich sowohl Gartenbauamtsleiter Ulrich Schneider als auch LBK-Chef Cornelius Mager um möglichst klare und offene Aussagen, die Bürger aber blieben skeptisch. „Über Jahre hinweg wurden wir getäuscht. Es ist etwas Neues, dass die Landeshauptstadt mit uns spricht“, erklärte Werner Ernst die Stimmung der Anwohner. Wenn Ulrich Schneider nun verspreche, mittels Sickerschächten, Drainagen oder anderen Maßnahmen werde die verpfuschte Grünanlage wasseraufnahmefähig gemacht, bleibe doch die Frage, ob das reiche. Es seien selbst bei Pflanzlöchern Rigolen errichtet worden, damit Bäume überhaupt Wachstumschancen hätten. Schneider betonte, ehe mit der Reparatur begonnen werde, müsse ein Gutachter aufs Gelände und Bodenproben nehmen. Erst dann könne entschieden werden, ob nun Drainagen, Sickerschächte oder anderes angelegt werden müssten. Anwohner fordern lückenlose Aufklärung Auch wenn die Bewohner der Haffstraße aufatmen, dass die Stadtverwaltung endlich ihre Sorgen und Beschwerden ernst nimmt, sind sie mit Schadensbehebung allein nicht zufrieden. Wer hat wann den Kopf einfach in den Sand gesteckt und Anwohnerschreiben ignoriert? Das wollen die Bewohner wissen und fordern lückenlose Aufklärung des Verwaltungs-Versagens. Lokalbauchef Cornelius Mager betonte, die LBK habe offen eingestanden, das Ausmaß des Kiesabbaus zu spät bemerkt zu haben. (HALLO berichtete). „Wir wollen nichts beschönigen und nichts verstecken. Wir stellen eine Chronologie der Aussagen zusammen, erst dann ist eine Stellungnahme möglich. Ich biete an, einer Abordnung von Ihnen Akteneinsicht zu gewähren“, so Mager. Der Lapsus sei, dass die LBK sich von Firmen hinhalten und über Jahre hinweg habe täuschen lassen. Schadstoffhaltiges Material ist an der Haffstraße nach Aussagen der Vertreter des Umweltreferats, Rudolf Fuchs und Renate Zöllner, nicht verfüllt worden. Ein Austausch des in die Kiesgruben eingebrachten Materials müsse nur erfolgen, wenn weder Drainagen noch andere Reparaturmaßnahmen fruchteten. Wo notwendig, werde im Schulterschluss mit den Anwohnern überlegt, was zu tun sei. Anwohner übergeben Forderungskatalog Elf Forderungen haben die Anwohner den städtischen Vertretern am Donnerstag übergeben. Unter anderem sollen die Wälle, die vorerst gegen neuerliche Kellerflutungen schützen sollen, regelmäßig überprüft, Einsicht in vorhandene und künftige Gutachten gewährt und über geplante Maßnahmen zur Herstellung der Grünfläche umfassend informiert werden. Die Anwohner fordern eine Liste der Verantwortlichen im Baureferat sowie beteiligter Firmen und die sofortige Teilabnahme des seit Ostern fertigen Spielplatzes. Ulrich Schneider stellte in Aussicht, zumindest drei Spielgeräte vorab freizugeben. Nächstes Infotreffen am 6. August im Bürgerhaus Wie die Stimmung der Haffstraßen-Bewohner, so präsentierte sich am vergangenen Donnerstag auch das Wetter. Regengüsse, Blitz und Donner wurden letztlich so stark, dass Ulrich Schneider die Veranstaltung abbrechen musste. Ein Umzug ins Bürgerhaus, den Schneider anbot, kam nicht zustande. Über den Fortgang wollen die Referatsvertreter die Bürger am 6. August bei einem Treffen im Truderinger Bürgerhaus informieren. Gabriele Mühlthaler

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