Eisregen beschert Überraschungsgast

Zu Gast in Vaterstetten: die stellvertretenden Regierungssprecherin Sabine Heimbach. Foto: oli

In Vaterstetten herrschte bereits Tauwetter. Man konnte ohne Handschuhe oder dicken Anorak zum Mehrgenerationenhaus spazieren, um sich nach vorheriger Anmeldung das Dreikönigstreffen des CSU-Ortsverbandes zu gönnen. Der Eisregen andernorts bescherte den Vaterstettener Christsozialen als Sprecher allerdings einen „Überraschungsgast“.

Tatsächlich war der Saal mit gut 250 Besuchern ansehnlich gefüllt. Ein interessantes Programm mit einem interessanten Gast war angekündigt worden: Bundesumweltminister Norbert Röttgen von der CDU hatte sein Kommen bestätigt. Er sollte über das Thema Energiepolitik referieren. Im Falle Vaterstetten und seinen ehrgeizigen Plänen in Sachen Erdwärme sicher keine schlechte Idee. Doch so weit sollte es nicht kommen: Als CSU-Ortschef Gerald Fuchs seine Begrüßungsrede hielt, die länger und länger geriet, wurde der eine oder andere Gast schon stutzig. Und überhaupt rutschten die Ersten in den Reihen der CSU immer nervöser hin und her. Dann war klar, Röttgen kann nicht kommen. Blitzeis und Eisregen machten seinen Abflug aus Bonn nicht möglich. Wie gut, dass Wildbad Kreuth nicht fern liegt, dort befand sich die CSU-Führungsriege zu ihrer jährlichen Klausurtagung. Angelika Niebler, die EU-Abgeordnete aus Vaterstetten, zögerte nicht lange und bat telefonisch bei den Kollegen um einen Ersatzmann für Röttgen. Er war schnell gefunden, stolz verkündete Christa Stevens (MdL), dass „… ihr alter Freund …“ Peter Gauweiler kommen werde! Man kann nicht behaupten, dass die Gäste derob irgendwie ungehalten gewesen wären. Eigentlich freute man sich auf den manchmal unbequemen Redner – und zu Recht. Gleich nach seiner Ankunft zog er gewohnt gekonnt vom Leder und ließ weder am Euro oder der EU-Politik ein gutes Haar. Dabei waren seine Aussagen nicht nur inhaltlich interessant, der frühere Umweltminister Bayerns versteht es auch immer wieder rethorisch, amüsant-ironische Seitenhiebe zu verteilen. Und so verging seine Rede quasi wie im Flug. Gauweiler war im Übrigen selbst nicht ungehalten über diese Unterbrechung der Kreuther Klausur, denn statt des Dreikönigstreffen in Vaterstetten wäre die Alternative ein Vortrag eines Gewerkschaftvertreters gewesen. Und noch bevor Interessierte vom Überraschungsgast ein Autogramm erhaschen konnten, war Gauweiler schon wieder unterwegs; nicht zurück nach Kreuth, sondern weiter nach Erding, wo er einen weiteren Röttgen-Termin ersatzweise wahrnahm. Vor seinem Abschied überraschte er die Anwesenden noch mit einem dicken Lob für Kanzlerin Angela Merkel. Das klang ehrlich und ohne Sarkasmus. Ob es an Sabine Heimbach lag? Die Wahl-Anzingerin und stellvertretende Sprecherin der Kanzlerin brachte Gauweiler von Kreuth nach Vaterstetten, weil dieser seinem Fahrer frei gegeben hatte. Und die Fahrt war effektiv und entspannt zugleich, so Gauweiler. Oliver Oswald

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