Einweihung des neuen Vaterstettener Pfarrzentrums

Dass

noch vieles im neuen Vaterstettener Pfarrzentrum Baustellencharakter hatte, störte bei den Eröffnungsfeierlichkeiten und der Einweihung durch Erzbischof Reinhard Marx nur wenige. Zu lange warteten die Vaterstettener auf den Einzug in ihr neues Pfarrzentrum. Schließlich gibt es auch den Brauch jüdischer Baumeister etwas am Haus unvollendet zu lassen, denn nur Gott sei vollkommen, so Marx. „Oh, hier muss noch gebaut werden, Herr Architekt“, rief Erzbischof Marx überrascht, als er im dunklen Kellergang in Richtung Kinderkrippe, die bis zum Einzug im neuen Kindergartenjahr fertiggestellt sein soll, zum Segnen eilte. „Gehen Sie vor, Herr Dekan“, bat dann auf dem Rückweg Hausherr Pfarrer Thomas Kratochvil. Mit den gelungenen Einweihungsfeierlichkeiten begannen rund 100 Senioren am Donnerstag. Am Tag zuvor hatte Elfriede Fischer und ihr Team den bevorstehenden Einzug mit einem Sommerfest gefeiert. Unter dem Motto „Wir feiern unser neues Haus“ wurden Eltern und Kindern dabei erste Erfahrungen mit dem neuen Räumen geboten. „Es ist uns eine große Ehre“, Erzbischof Marx zu Festgottesdienst und Festakt begrüßen zu können, versicherte Krotochvil. An einer Petri-Angelschnur ließ man den obligatorischen Schlüssel zur Schlüsselübergabe herunter. Petrus dankte es mit Kaiserwetter oder wie Kratochvil meinte, „Bischofswetter“ für die Einweihung des Pfarrzentrums. Hier sei ein Ort des gelebten Glaubens. Man stehe jedem Rede und Antwort, der danach suche. Viele Spitznamen für ungewöhnlichen Bau Für Heiterkeit sorgte Marx, als er das Pfarrzentrum als „Raumschiff“ betrachtete und somit die Sammlung der Spitznamen erweiterte. Für Architekt Thomas Stunz ist es ein „4-lagiger Sandwich“ mit Krippe, Kindergarten, Hort und Pfarrsäle, in der Bevölkerung spricht man vom Hangar. Die Räumlichkeiten sind derart gestaltet, dass sie eine flexible Nutzung ermöglichen, allein der Sanitärbereich lässt in dem Haus Kinder vermuten. So flexibel die Nutzung sein kann, so dynamisch war der Planungsverlauf in den vergangenen fünf Jahren. Vom Kindergartenneubau samt Pfarrsaal bis zur heutigen Variante wurden sieben Modelle unterschiedlicher Nutzung präsentiert und diskutiert. Zuletzt wurden im Mai 2009 dem Projekt zwei Krippengruppen angefügt. Bis zum Einzug „in den eher kleinräumig gegliederten Kindergarten- und Hortbereich“, so Strunz, vergehen noch zwei Wochen. Dann sind Ferien und so wurde der Betriebsbeginn für September vorgesehen. Als Herausforderung sah es Kita-Leiterin Elfriede Fischer an, das neue Haus mit Leben zu erfüllen. Dafür überreichte ihr Strunz Boxhandschuhe als Einweihungsgeschenk und der Pfarrgemeinde einen Kaffeeautomaten. Mit neuen Angeboten Leben füllen Insgesamt ist die Freude über das neue Haus groß. Man sei, erläuterte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christian Peter, beim Bau sorgsam mit der Schöpfung Gottes umgegangen. Nicht nur für Christen öffne sich das Haus: Mit neuen Angeboten wie Glaubenskurse für Erwachsene will Peter für Erwachsene einen Neuanfang in der Auseinandersetzung mit dem Glauben bieten. Die Räume stehen aber auch für die örtlichen Vereine zur Verfügung, unterstrich Peter die gute Zusammenarbeit von Pfarrei und Gemeinde. Letztere hatte gemeinsam mit dem Freistaat 2,8 Mio. Euro zum insgesamt 6,3 Mio. Euro teuren Projekt beigetragen. Seitens der Gläubiger müssen knapp 300.000 Euro finanziert werden. Im neuen Pfarrzentrum ist auch Platz für die nächste Feier: Am Freitag, 31. Juli, findet der Dankgottesdienst für Kaplan Markus Zurl statt, bevor dieser seinen Dienst als Pfarradministrator in Zorneding aufnimmt. – A.R. –

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