Optimierung der Planung ist aber nötig

Tram Haar: PRO BAHN begrüßt Unterstützung

Eine Verlängerung der Trambahn nach Haar oder Vaterstetten sieht der bundesweite Fahrgastverband PRO BAHN positiv.
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Eine Verlängerung der Trambahn nach Haar oder Vaterstetten sieht der bundesweite Fahrgastverband PRO BAHN positiv.
  • vonThomas Fischer
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Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt, dass der Kreistag des Landkreises München die Verlängerung der Tram von Trudering kommend bis nach Haar mit Optionen Richtung Vaterstetten politisch unterstützt. 

„In dieser Strecke steckt viel Potenzial zur Verbesserung der Situation für die Bürger, auch wenn dies bei der aktuellen Untersuchung bislang nur in Ansätzen genutzt wird”, so Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Die erste Schätzung der Fahrgastzahlen wertet der Verband als gute Grundlage, um mit den anstehenden Optimierungen zu einem sinnvollen Ergebnis zu kommen. Verbesserungspotenzial und damit auch eine Erhöhung der Fahrgastzahlen sieht der Verband auf viele Arten gegeben.

So hat die Stadt München die „Rahmenplanung Wasserburger Landstraße” gestartet, die unter anderem die Attraktivität der Wasserburger Landstraße als Ziel steigern soll und auch zu zusätzlichem Zuzug führen wird. Eine durch die Wasserburger Landstraße führende Tram verbessere die Rahmenplanung und werde auch selbst von der Planung erheblich gestärkt werden. Ähnliches gelte für das Neubaugebiet mit etwa 8000 Einwohnern im Bereich des heutigen Gewerbegebiets Rappenweg an der Grenze zu Gronsdorf, zu dem laut Beschluss des Münchner Stadtrats ein Ast der Tram abzweigen soll. Beide Vorhaben und deren Effekte seien in der veröffentlichten Untersuchung nicht erkennbar.

Positive Bewertung

Die vorgeschlagene Verlängerung der Tram bis zur S-Bahn in Haar oder Vaterstetten bewertet PRO BAHN sehr positiv. Welche der Stationen besser sei, müssten die weiteren Untersuchungen ergeben. „Eine Verknüpfung mit der S-Bahn sorgt auf einfache Weise für eine bessere Auslastung in beide Richtungen. Zudem bedeutet dies eine Kapazitätserhöhung für die S-Bahn, die ihrerseits wiederum positive Effekte hat – und angesichts der passiven Haltung des Landes auf absehbare Zeit auch die einzige Verbesserung bei der S-Bahn sein dürfte“, so Andreas Barth. Die positiven Effekte bei der S-Bahn würden von der Trambahn verursacht und müssten dann natürlich ihr angerechnet werden.

Weniger positiv bewertet der Verband hingegen die vom Gutachter vorgeschlagene Reduzierung der Haltestellen und die damit eingehende Vergrößerung der Haltestellenabstände. „Die Tram ist auch deshalb so beliebt, weil die Fußwege zu den Haltestellen so kurz sind. Liegen die Haltestellen weiter auseinander als bei der Tram sonst üblich, müssen die Fahrgäste längere Fußwege in Kauf nehmen. Damit wird die Gesamtreisezeit eher länger als bei kurzen Haltestellenabständen”, betont der Verbandssprecher.

Dass Tram und S-Bahn beide in Ost-West-Richtung fahren, ist laut PRO BAHN Konsequenz der Verkehrsströme im Großraum München. Der Verband sieht darin kein grundsätzliches Hindernis für die Übernahme des Löwenteils der Baukosten durch den Bund. „Das Problem, dass die derzeitigen Förderrichtlinien oftmals wichtigen Nutzen ignorieren und daher der Nutzennachweis nicht ausreicht, tritt bundesweit in Ballungsräumen auf. Daher ist derzeit eine Anpassung der Förderrichtlinien in Arbeit, die unter anderem hier Verbesserungen bringen soll”, so Andreas Barth. Wie sich die Neuregelung konkret auswirke, könne aber erst nach der Bundestagswahl bewertet werden, da entscheidende Details der Änderung erst von der neuen Bundesregierung entschieden würden.

Für die nächsten Schritte wäre es nach Ansicht Barths gut, alle Optimierungsmöglichkeiten zu sammeln und die möglichen Varianten im Sinne eines Baukastensystems darzustellen. „Wenn sich dann herausstellt, dass beispielsweise für die Realisierung der Tram bestimmte Annahmen über die bauliche Entwicklung oder anderer verkehrlicher Maßnahmen nötig sind, dann kann politisch entschieden werden, ob dies gewünscht ist oder auch nicht”, so Andreas Barth. Unabhängig davon sollte auf alle Fälle eine Trassensicherung erfolgen, auch wenn vielleicht ein Abschnitt derzeit noch nicht gebaut werden kann.

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