Ebersberger Kreis-SPD präsentiert Unternehmer als Landratskandidat

Landrats-Kandidat gefunden

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Werden gemeinsam für die SPD den Wahlkampf im Landkreis Ebersberg bestreiten: Landratskandidat Dr. Ernst Böhm und der Kreistagsfraktionschef und Poinger Bürgermeister Albert Hingerl.

Der Paukenschlag erfolgte am Montagmorgen: Die SPD stellt Dr. Ernst Böhm als Landratskandidaten für den Landkreis Ebersberg vor. 

Am Sonntagabend fiel eine einstimmige Entscheidung der SPD-Kreisgremien und der SPD-Ortsvorstände der 21 Ebersberger Landkreisgemeinden zu Gunsten des 55-jährigen Grafinger Unternehmers. Seiner Nominierung am 18. Januar steht nichts im Weg

Es sei der richtige Zeitpunkt für ihn etwas Neues zu beginnen, erläuterte Dr. Ernst Böhm im Pressegespräch, seine Beweggründe. Seit fünf Jahren habe er sich aus dem operativen Geschäft seines Unternehmens, der B&O einem Dienstleistungsunernehmen der Wohnungswirtschaft, zurückgezogen. Nahezu ein Selbstläufer geworden sei sein jüngstes Projekt, die „City of Wood“ – einem mehrfach ausgezeichneten kleinen Stadtviertel samt Infrastruktur in Holzbauweise, mit modernster Technik und niveauvollem Design auf dem ehemaligen Gelände der US-Kaserne bei Bad Aibling. Für den flexiblen, promovierten Juristen ist also ein neuer Aufgabenbereich angesagt. Die Landratskandidatur ist für Böhm eine Ehre; spätestens bei den Kommunalwahlen 2014 für den Kreistag zu kandidieren eine Verpflichtung.

Seit 15 Jahren wohnt Böhm mit Familie in Grafing. Erstmals getroffen und kennen gelernt haben SPD-Fraktionschef Albert Hingerl und Landtagskandidatin Doris Rauscher ihn am 21. Oktober aber in Nürnberg bei der Nominierungsversammlung von Christian Ude, zu dem Böhm regen Kontakt pflegt. Nachdem im Dezember klar war, dass Albert Hingerl in Poing Bürgermeister bleiben wollte, als wohl bekanntes bestes Zug-Pferd im SPD-Stall aber auch nicht kneifen wollte, entschied man sich im Kreisgremium Dr. Ernst Böhm die Kandidatur anzubieten. Dass Hingerl nicht weniger als der Kandidat selbst in den Wahlkampf eingebunden sein wird, zeigt die Tatsache, dass nach der Nominierung am 18. Januar in Ebersberg, der Wahlkampf in Poing eröffnet werden soll. In allen 21 Landkreisgemeinden will sich Böhm, gebürtiger Niederbayer mit Sudetendeutscher Abstammung, vorstellen.

Jurastudium um zu erfahren, was gerecht ist

„Wir haben zu siebt in zweieinhalb Zimmern gewohnt“, sowie der Ratschlag: „Bub lern; was Du im Kopf hast, kann dir keiner mehr nehmen“, sind prägnate Kindheitserinnerungen des 55-jährigen, die ihn in seinem Entschluss bestärkten, Jura zu studieren, „weil ich wissen wollte, was gerecht ist“. Anschließend folgte ein reges Berufsleben, das in einer Münchner Anwaltskanzlei begann, sich bei Hörmann in Eglharting fortsetzte und ihm eine Menge Auslandserfahrung einbrachte. Er wechselte in einen Dachdeckerei-Betrieb, der dreimal weiterverkauft wurde – das dritte Mal war er selbst der Käufer. Aus Anfangs 200 Mitarbeitern und 40 Mio. Euro Jahresumsatz formte er ein Dienstleistungsunernehmen der Wohnungswirtschaft mit rund 1200 Mitarbeiten und einem Jahresumsatz von 240 Mio. Euro. Dass inzwischen eine Frau in seinem Unternehmen an der Spitze steht, brachte ihm Besuch und Lob des Bayerischen Ministerpräsidenten ein, was er nicht ohne Stolz berichtete. Als Landrat werde er verstehen, was die Bürger von ihm erwarten, schließlich habe er bei seiner Tätigkeit lange genug auf der ihre Seite an den Tischen der Ämter gestanden. Ganz ohne Ziel war Böhm vor der Anfrage der Kreis-SPD, ob er denn die Kandidatur übernehme, übrigens nicht. Auch der Ruf als Dozent an eine Universität stehe ihm als Option offen. 

– A.R. –

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