Die Pfarrei St. Augustinus sammelt Spenden für die Renovierung ihrer Orgel 

Eine aufwendige Sanierung, die sich lohnt

Optisch und akustisch hinterlässt die Carl-Schuster-Orgel in der Kirche St. Augustinus in Trudering Eindruck.
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Optisch und akustisch hinterlässt die Carl-Schuster-Orgel in der Kirche St. Augustinus in Trudering Eindruck.
  • VonVerena Rudolf
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Die Sanierung war unumgänglich: Die im Jahr 1965 gebaute Carl-Schuster-Orgel in der Kirche St. Augustinus muss aufwendig saniert werden. Die Pfarrei ist auf Spenden angewiesen, da es von Seiten des erzbischöflichen Ordinariats keine finanzielle Unterstützung gibt.

Sie fällt auf. Optisch beeindruckt die Carl-Schuster-Orgel in der Truderinger St.-Augustinus-Kirche, da sie den Eindruck eines mächtigen Zackengebirges macht. Und vor allem vergisst kein Kirchenbesucher den Klang der Orgel. Mit 41 Registern ist die Orgel aus dem Jahr 1965 ein auffälliges Merkmal der Kulturszene in Trudering.

Im Jubiläumsjahr der Pfarrei, die auf 90 Jahre zurückblickt, und im „Jahr des Musikinstruments Orgel“ wird nicht nur der Innenraum der Kirche renoviert. Auch die Orgel muss saniert werden. Sie war nicht mehr bespielbar und bedarf nun einer Renovierung. Das Problem hierbei: Die Finanzierung dieser Mammutaufgabe ist ausschließlich Sache der Pfarrei. Von Seiten des erzbischöflichen Ordinariats gibt es für die Sanierung keine finanzielle Unterstützung. „Das Orgelprojekt kann fast nur durch Spenden der Bürgerinnen und Bürger von Trudering finanziert werden“, so Kirchenmusiker Josef Stahuber, der erklären kann, warum der Klang der Orgel Kirchenbesucher so sehr beeindruckt: 1998 hat Orgelbauer Jean-Paul Edouard den Klang noch weiter zur Perfektion gebracht, so dass die Orgel mit ihrer Vielseitigkeit und gleichzeitigen Differenziertheit besticht. „Zusammen gehen das vordergründig romantische Klangideal der Orgel und die Akustik des Kirchenschiffes eine einzigartige Symbiose ein“, so Stahuber.

Dabei hatte die Orgel von St. Augustinus in der Planungsphase einen schweren Stand. Die Orgel stammt aus der Orgelbauwerkstatt Münchener Orgelbau Schuster. „Noch im ersten Angebot hatte Schuster nämlich ein modernes Windladensystem mit Tonkanzellen und Schleifladen angeboten. Heute werden nur noch diese Systeme verwendet, aber zu dieser Zeit muss sich in einigen der alten Tradition verpflichteten Sachverständigenkreisen Widerstand geregt haben, denn in einem Nachtragsangebot des Orgelbauers aus dem Jahre 1963 wurden plötzlich Registerkanzellen mit pneumatischem Taschenladensystem feilgeboten“, so der Truderinger Kirchenmusiker.

Aus heutiger Sicht sei fatal, dass genau dieses Windladensystem mit 55 Jahren auf dem Buckel nun der Orgel die meisten Probleme zufüge. „Zu den üblichen Generalreinigungsarbeiten und weiteren Maßnahmen zu Schimmelbekämpfung und Arbeitsschutz wurde nun festgestellt, dass die einzige langfristig werterhaltende Möglichkeit ist, die Orgel so umzubauen, wie sie von ihrem Schöpfer ursprünglich gedacht war: Einbau von Tonkanzellen mit Schleifladen. Ein genialer Gedanke, auf den Orgelbauer Frenger aus Feldkirchen-Westerham gekommen ist“, so Stahuber weiter. Die Orgel-Sanierung indes falle aber mit der Ausarbeitung eines neuen Pfeifenstocks um einiges teurer aus. Dafür aber würde die Orgel eine einzigartige Formvollendung erfahren. „Es könnte durch die weiteren Veredelungsmaßnahmen des Klangbildes und der Veränderung des Windladensystems mit all diesen Arbeiten zu einem klangschönen romantisch-symphonischem Orgelwerk“ werden, lautete das Urteil der Orgelsachverständige Prof. Karl Maureen im März.

Um Spenden sammeln zu können, gibt es am Freitag, 23. Juli, um 19 Uhr eine Benefizveranstaltung unter dem Motto „Ein Abend für die Orgel“ der Musikgruppen von St. Augustinus im Garten des Pfarrhauses an der Damaschkestraße 20. Nach dem Konzert gipfelt der Abend in eine Orgelpfeifenversteigerung und eine Führung zur Baustelle. Das Spendenkonto lautet: IBAN DE33 7509 0300 0002 1420 66 — „Spende Orgelsanierung“.

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