Das Impfzentrum Haar gibt es nun seit knapp einem Jahr

Ein wohltuend routinierter Ablauf 

Dr. Georg Maier (rechtes Bild) ist Ärztlicher Leiter des Impfzentrums.
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Die Mitarbeiter der Malteser, derzeit unterstützt auch Soldaten der Bundeswehr, lotsen die Menschen, die zur Impfung kommen, gut organisiert durch das Haarer Impfzentrum. Dr. Georg Maier (rechtes Bild) ist Ärztlicher Leiter des Impfzentrums.
  • VonVerena Rudolf
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Am 27. Dezember 2020 ging es mit dem Impfen gegen Covid-19 in Deutschland los. Auch im Impfzentrum Haar, das die Malteser nun betreiben. Mal ging es ruhiger zu wie im Sommer, jetzt mit den Auffrischungsimpfungen herrscht wieder Hochbetrieb.

Mit dem Klemmbrett von Station zu Station, so sind die Besucher des Impfzentrums Haar mit ihren gelben Impfpass und weiteren Unterlagen unterwegs. Zügig mit meist nur kurzen Wartezeiten gelangen sie vom Empfang zur Registrierung über die Impfstraße und zu guter Letzt noch in den Ruheraum. Die meisten von ihnen sind an diesem Tag im Dezember für ihre Auffrischungsimpfung gekommen, für den dritten Pieks gegen Covid-19.

Falsch abbiegen oder sich verirren, das kommt nicht vor. An jeder Station lenken die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, die seit knapp einem Jahr das Impfzentrum betreiben, den Weg. Unterstützt werden sie dabei seit Kurzem auch von Soldaten der Bundeswehr. Logistiker, die dabei unterstützen, Abläufe zu beschleunigen. Mit jedem Mitarbeiter steigt die Zahl der Impfungen. Denn vor allem die Registrierung nimmt vor Ort viel Zeit in Anspruch. Dennoch: Trotz des großen Andrangs ist die Stimmung entspannt. Zeit für den Austausch freundlicher Worte ist allemal.

Hinter den Kulissen allerdings wird ordentlich „Vollgas“ gegeben, beschreibt Dr. Georg Maier, der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, die Situation. Waren es im Sommer mal nur 200 Impfungen pro Tag, wurden die Kapazitäten nun wieder in kürzester Zeit auf 1700 Impfungen pro Tag hochgefahren. „1800 bis 2000 Impfungen wären sogar möglich“, rechnete Landrat Christoph Göbel neulich bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz vor — wenn genügend Impfstoff geliefert wird und genügend Personal vor Ort im Einsatz sein kann. „Wenn es an einem nicht mangelt, dann an Ärzten“, so der Ärztliche Leiter der Malteser in Haar. Viele Bewerbungsgespräche führe Maier derzeit. „Dringender benötigen wir medizinisches Fachpersonal. Jeder, der zum Beispiel mal als Krankenschwester oder Rettungsdienstler gearbeitet hat, ist bei uns überaus willkommen“, fährt Maier fort. In der Not hätten sie schon den einen oder anderen Mitarbeiter aus dem Callcenter abgezogen. Hauptsache, sie können die Besucher einigermaßen zügig durch die Impfstraße bugsieren.

Klar, eine der Hauptaufgaben von Maier und seinen Kollegen ist das Impfen. Doch ebenso oft sitzt der Arzt am Schreibtisch und koordiniert. So anstrengend es ist, es mache Spaß, betont der Mediziner. „Es ist einfach ein wohltuendes Gefühl, dass wir hier eine Art Prophylaxe betreiben und durch unsere Impfungen Krankheiten verhindern.“ Nur eine Spritze nach der anderen zu setzen, das mag nach Routine klingen. Doch der Alltag ist anders: Immer wieder gibt es neue Herausforderungen, zuletzt eben die Organisation der Kinder-Impfungen. Diese finden im Impfzentrum Haar im ersten Stock statt. So werden die fünf-

bis elfjährigen Kinder und ihre Eltern auf einer eigenen Impfstraße durch das Zentrum gelotst. Natürlich mag pro Impfung etwas mehr Zeit von Nöten sein, da Eltern gut aufgeklärt werden sollen und so manches Kind eventuell zuerst Gummibärchen braucht, um keine Angst mehr vor der Spritze zu haben. „Doch wir freuen uns, auch die Kinder zu impfen“, sagt Maier.

Manchmal gäbe es kurz vor der Impfung noch Diskussionen über den Impfstoff, das stimme schon, räumt der Ärztliche Leiter ein. „Menschlich allerdings kann ich das verstehen. Der Prozess von wissenschaftlichen Erkenntnissen für welche Altersgruppe ein Impfstoff geeignet ist, war immer fließend“, so Maier. Das verunsichert, da hat der Einzelne womöglich eben Fragen. Derzeit bekommen alle ab 30 Jahren Spikevax von Moderna, der Impfstoff von Biontech/Pfizer wird Personen unter 30 Jahren sowie Schwangeren verabreicht. „Es hilft, dass wir schon draußen Hinweisschilder aufgestellt haben, auf denen wir bereits über die derzeitige Impfstoff-Situation informieren“, sagt Maier und fügt hinzu: „Und wir sind ja spätestens seit AstraZeneca im Training mit dem Beraten.“

Mehr als 610.000 Corona-Impfungen wurden im vergangenen Jahr im Landkreis München verabreicht, nicht nur in Haar, sondern auch in den weiteren Impfzentren, bei Sonderaktionen, durch die mobilen Teams und Gemeinde-Impftagen des Landkreises. Und die Zahl der Auffrischungs-Impfungen liegt (Stand 13. Dezember) bereits bei 102.894. In diesen Zahlen sind auch die Impfungen Betriebs- und Privatärzte im Landkreis enthalten.

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