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Verletzte Gefühle

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CSU-Gruppenbild mit Verkehrsminister (von links): Kreisvorsitzender Florian Hahn, Alexander  Dobrindt, Landtagsabgeordneter Ernst Weidenbusch und Ortsvorsitzender Dietrich Keymer im vergangenen Juli Haar. SPD-Bürgermeisterin Gabriele Müller war zu dem Termin nicht eingeladen, ging aber trotzdem hin – und geriet dabei mit Weidenbusch aneinander. © kn

Der Besuch von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Juli am Haarer Bahnhof hat Folgen. Allerdings nicht in dem Sinn, dass nun endlich Mittel für die dringend nötige Sanierung des Bahnhofs bewilligt worden wären, sondern Folgen juristischer Natur: CSU-Landtagsabgeordneter Ernst Weidenbusch zieht gegen Bürgermeisterin Gabriele Müllers Behauptung zu Felde, sie während des Ministerbesuchs angegangen zu haben.

Wie berichtet, hatte Haars Bürgermeisterin darüber geklagt, zu dem Termin am Haarer Bahnhof im Juli nicht eingeladen worden zu sein; nachdem sie aber über Dritte doch darüber informiert worden und dort aufgetaucht sei, hätten die CSU-Vertreter – allen voran Weidenbusch – sie tatkräftig zum Gehen aufgefordert.

Weidenbusch hatte diesen Vorwurf zwar von Anfang an energisch zurückgewiesen. Ende Juli schien die Sache dann jedoch erledigt: CSU-Kreisvorsitzender Florian Hahn, der den Dobrindt-Besuch organisiert hatte, und Müller erklärten, über den Termin nun nicht mehr öffentlich sprechen und die Sache damit auf sich beruhen lassen zu wollen.

Weidenbusch aber lehnt dies ab: „Der von Frau Müller frei erfundene Vorwurf ist indiskutabel. Die Behauptungen stehen jetzt im Raum; ich will nicht, dass das so bleibt. Man darf solche Diffamierungen nicht durchgehen lassen!“ Als Konsequenz daraus erstatte er Strafanzeige wegen Verleumdung. Bis Ende des Jahres muss die Staatsanwaltschaft München I nun ermitteln, ob der Fall weiter verfolgt wird.

Gabriele Müller hat sich inzwischen anwaltlichen Beistand geholt. „Den Vorwurf der falschen Tatsachenbehauptung weise ich entschieden zurück. Ich habe den Vorgang einem Anwalt übergeben, mit dem ich mich über das weitere Vorgehen berate“, lässt sie auf HALLO-Nachfrage mitteilen.

Müllers Parteifreund, der Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer, kennt beide Streithähne gut und kann sich das Vorgehen Weidenbuschs „nur aus dem persönlichen Bereich heraus“ erklären. Denn erstens sei es in seinem Geschäft vollkommen unüblich, den politischen Gegner anzuzeigen; Zeugen könne darüber hinaus keine der beiden Seiten aufbieten. Gantzers erster Versuch, Ernst Weidenbusch von der Strafanzeige gegen Gabriele Müller abzubringen, sei zwar gescheitert. Dennoch wolle er es auf jeden Fall „noch einmal versuchen – im Sinne des Weihnachtsfriedens“. Gantzers Meinung nach werfe der Streit nämlich auch auf Ernst Weidenbusch ein schlechtes Licht: „Und dann hat am Ende niemand gewonnen.“

Weidenbusch jedoch steht einer Schlichtung eher skeptisch gegenüber: „Tatsachenbehauptungen sind eben wahr oder unwahr, da bleibt wenig Spielraum für Mediation.“ Andererseits schlägt er die Tür zur Versöhnung auch nicht ganz zu: Sollte Frau Müller ihre Vorwürfe zurücknehmen, „ist das Thema erledigt“.

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