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Christa Gebel erhält für ihre Ungarnhilfe das Bundesverdienstkreuz am Bande

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Bürgermeisterin Gabriele Müller ehrte Christa Gebel für deren engagierte Ungarnhilfe im Pfarrsaal St. Bonifatius in Haar.
Bürgermeisterin Gabriele Müller ehrte Christa Gebel für deren engagierte Ungarnhilfe im Pfarrsaal St. Bonifatius in Haar. © Wünsch

Christa Gebel betreibt seit Jahrzehnten und mit größtem persönlichen Einsatz die Haarer Ungarnhilfe. Dafür erhielt sie nun das Bundesverdienstkreuz am Bande – eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik! Bürgermeisterin Gabriele Müller nahm die Verleihung im Rahmen einer Feierstunde im Pfarrsaal St. Bonifatius vor.

„Da reicht kein entsetztes Mitleid, da muss geholfen werden!“ Laut Stephan Graf Bethlen waren dies die ersten Worte Christa Gebels, als sie 1990 zum ersten Mal in Ungarn war. Und die Haarerin handelte sofort: Sie gründete die Ungarnhilfe Haar, die seitdem jedes Jahr Lkws voller Hilfsgüter in die ärmsten Regionen des Landes transportierte.

Bis Ende 2014 leitete Gebel die Organisation selbst und fuhr auch noch regelmäßig nach Ungarn, um sich persönlich um die Verteilung der Hilfsgüter zu kümmern. In diesen Transporten befanden sich unter anderem Kleidung, Möbel, Spielsachen und Sportartikel für zahlreiche ungarische Schulen, Kindergärten und Heime für Behinderte.

„Ohne Frau Gebel wäre diese Initiative nicht möglich gewesen“, betonte Bürgermeisterin Gabriele Müller und überreichte der mittlerweile 90-Jähigen eine der höchsten Auszeichnungen, die die Bundesrepublik für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet überhaupt verleihen kann: das Bundesverdienstkreuz am Bande. Gebel habe sich dabei, so Müller, als äußerst starke Frau erwiesen, die sogar einmal ihre Wohnung geräumt habe, nur um vier ungarischen Helfern in Haar einen Schlafplatz bieten zu können.

Woher diese Opfer- und Hilfsbereitschaft herrührte, erklärte Graf Bethlen im Rahmen der Feierstunde im Pfarrsaal St. Bonifatius so: Christa Gebel erlebte als Kind und Jugendliche den Zweiten Weltkrieg mit und wusste damit, was Leid und Entbehrungen für Menschen bedeuten. „Darum konnte sie sich in die Not der Ungaren hineinversetzen, die sich nach dem Zusammenbruch des eisernen Vorhangs neu organisieren mussten“, so Bethlen.

Aber auch in der heutigen Zeit sei die politische Situation in Ungarn noch schwierig, gab Müller zu bedenken, und fand es daher „umso wichtiger, dass es Menschen wie Christa Gebel gibt, die Freundschaften über die Landesgrenzen hinaus pflegen“. Dass die Ungarnhilfe mittlerweile 50 ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftige, sei nur möglich gewesen, weil Gebel es laut Müller geschafft hat, eine „Basis des Vertrauens aufzubauen und Kontakte zu den Spendern zu pflegen“.

Die Ungarn bedankten sich bereits vor über zehn Jahren bei der Haarerin: 2005 bekam Christa Gebel das ungarische Offizierskreuz des Verdienstordens verliehen. Der damalige Staatspräsident Ferenc Mádl sagte bei seiner Verleihung zu Christa Gebel: „Sie haben uns nicht nur materielle Hilfe gegeben, sondern auch ihre Seele!“ Ein größeres Lob könne man nicht bekommen, fand die Haarer Bürgermeisterin.

Christa Gebel selbst zeigte sich in ihrer Rede bescheiden: „Das Wichtigste in der Ungarnhilfe sind die Helfer“, sagte sie. Darum hoffe sie, noch mehr Menschen dazu bewegen zu können, sich zu engagieren. Gerade in den Anfängen der Ungarnhilfe sei sie belächelt worden, erinnerte sie sich: Ein Einzelner könne nicht viel ausrichten, hieß es. Doch Christa Gebel wusste es besser: „Wer nicht bereit ist, das Unmögliche zu versuchen, kann das Mögliche nie erreichen!“ 

Lydia Wünsch

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