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Luftfahrt der besonderen Art

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Die Cheerleaderinnen der Haarer „Phoenix Flames Allstars“ mit ihrer Trainerin Julia Krämer (oberste Reihe, Mitte). © Hettich

Cheerleading ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch ein anstrengender und hochkomplexer Sport. Beim TSV Haar gibt es eine eigene Cheerleading-Abteilung, deren Spitzenteam, die „Phoenix Flames Allstars“, national wie international Erfolge feiern.

Pike, Double Nine, Spread-Eagle: Die jungen Damen der „Phoenix Flames Allstars“, der Vorzeigegruppe der Cheerleading-Abteilung des TSV Haar, springen athletisch in exakter Choreographie ihrer Sprungvariationen durch die Trainingshalle im Sportpark Haar, strecken schließlich beim Toe-Touch die Beine im rechten Winkel zu Oberkörper und Rumpf, dass dem ungeübten Betrachter der Atem stockt.

Doch das ist erst der Anfang ihrer Zweieinhalb-Minuten-Vorführung! Jetzt formieren sich die Damen zum Basket Toss. Zwei der Mädels, die Bases, umschließen dabei ihre Handgelenke zu einer Art Korb. Der Flyer, ein Leichtgewicht der Lüfte, steigt in diesen „Korb“ und wird von den beiden anderen in die Luft katapultiert – Schrauben und Wendungen in der Luft inklusive.

Spätestens jetzt dürfte auch der unkundigste Betrachter wahrgenommen haben, dass Cheerleading eine eigene, höchst anspruchsvolle Sportart ist und damit weit mehr als nur ein Pausenfüller bei Basketball- oder Football-Spielen. „Für uns ist das eine eigene Sportart mit Titelkämpfen, die von der regionalen Ebene bis zu den Weltmeisterschaften reichen“, betont Julia Krämer, Cheerleading-Abteilungsleiterin und Chef-Coach des Teams. Die Erfolgsliste ihrer Mannschaft ist lang und reicht von aktuellen, süddeutschen Meisterehren bis zu Top-Platzierungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Seit zehn Jahren gibt es die stetig wachsende Zunft der Cheerleaderinnen beim TSV Haar mit derzeit sieben aktiven Gruppen. „Wir haben auch eine breite Nachwuchsphalanx und freuen uns in allen Altersklassen über möglichen Zuwachs“, so Krämer. Die Trainerin kann derzeit verletzungsbedingt nicht mit ihren Mädels turnen, denn: „Bei mir ist eine Schlüsselbein-OP nicht so toll geglückt. Ich werde selbst erst wieder im Januar ins Trainingsgeschehen eingreifen“.

Dann aber drängt die Zeit. Denn am 4. Februar in Hof wollen die Damen aus Haar ihren Regio-Titel verteidigen. „Da muss alles passen“, erklärt die Vorturnerin. Zweieinhalb Minuten höchster Anspannung in Sachen Akrobatik, Stunts, Turnen und Tanz warten mit intensiven Hebefiguren auf die Teams. „Eine Möglichkeit zum Nachbessern hat man nicht – nach 150 Sekunden ist alles vorbei“, so Krämer.

Dafür wird enorm geackert. Dreimal pro Woche und jeweils drei Stunden trainieren die Phoenix-Mädels als Aushängeschild der Cheerleading-Abteilung Woche für Woche. „Die meisten kommen zwar aus der Region, aber wir haben auch Teammitglieder, die mehrmals pro Woche vom Chiemsee oder aus Burghausen zum Training kommen“, ist Krämer stolz auf den Elan ihrer Mitstreiterinnen.

Schließlich haben die Damen noch viel vor. Die nationale Spitze lockt, ist aber derzeit vor allem mit Teams aus der Cheerleading-Hochburg Nordrhein-Westfalen besetzt. International dominieren neben dem Ursprungsland USA vor allem Gruppierungen aus Norwegen die Szene.

Übrigens: Auch der ein oder andere Herr der Schöpfung hat sich bereits für Cheerleading entschieden. Derzeit 120 Sportler sind beim TSV Haar in dieser wachsenden Abteilung aktiv. Bei den „Try-Outs“ wird die Einteilung in die Teams vorgenommen. Wer Interesse hat, ist dazu jederzeit willkommen. Weitere Infos gibt es unter www.flames-cheerleading.de. Harald Hettich

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