BUGA-Lounge als neues Kulturzentrum?

Die BUGA-Lounge im Kopfbau als Alterntive für das Kulturzentrum Messestadt Riem haben jetzt die Truderinger Stadträte Georg Kronawitter und Hans Podiuk ins Gespräch gebracht. Foto: privat

Die BUGA-Lounge im Kopfbau der denkmalgeschützten Flughafen-Tribünen soll auf ihre Eignung als Kulturzentrum der Messestadt Riem geprüft werden. Dies fordern die Truderinger Stadträte Georg Kronawitter und Hans Podiuk (CSU). Der Mietvertrag für den aktuellen Standort in den RiemArcaden läuft 2014 aus, ob die Stadt danach die gut 250.000 Euro jährlich für Miete und Nebenkosten zahlen wird, bleibt abzuwarten.

Gediegen präsentierte sich zu BUGA-Zeiten das Innere des Kopfbaus der ehemaligen Flughafen-Tribünen. Die Stadt hatte 1,8 Millionen Euro investiert und den denkmalgeschützten Bau zumindest so weit saniert, dass die BUGA-Lounge dort einziehen konnte. Winterfest hergerichtet allerdings ist der Kopfbau nicht, Heizung, Dämmung und anderes fehlen. Für den schönsten Sommer aller Zeiten, die BUGA 2005, aber reichte die Verschönerungskur und nach der Gartenschau bietet ein Eventvermarkter die Lokalität für Veranstaltungen an. Die Stadträte Georg Kronawitter und Hans Podiuk wünschen sich nun endlich ein dauerhaftes Belegungskonzept für das Gebäude am westlichen Rand der Messestadt, das schon vor einem Jahrzehnt vom Truderinger Bezirksausschuss für bürgerschaftliche Nutzung vorgeschlagen worden war. Standortalternative für Bürgerzentrum Kronawitter und Podiuk fordern jetzt eine verwaltungsinterne Prüfung, ob die ehemalige BUGA-Lounge als Domizil für das Kulturzentrum Messestadt infrage komme, das sich seit der Eröffnung vor sechs Jahren zum unverzichtbaren Infrastruktur-Bestandteil der Messestadt entwickelt habe. Denn der Mietvertrag in den RiemArcaden läuft 2014 aus – eine Verlängerung ist zwar möglich, aber teuer. Der Tribünenkopfbau hingegen befindet sich in städtischem Besitz und seine Zukunft ist auch fünf Jahre nach der BUGA völlig ungeklärt. Kronawitter und Podiuk finden, dass das Gebäude durchaus als Kulturzentrum geeignet ist. Das ebenerdige Raumangebot biete über 800 Quadratmeter Bruttonutzfläche (derzeit 875 in den RiemArcaden), unterschiedliche Räumlichkeiten – darunter ein Saal mit 250 Quadratmetern – seien abtrennbar, auch die Raumhöhe stimme. Der Kopfbau stehe am östlichen Ende des „Aktivitätenbandes“, an dem auch zwei Grundschulen, das Quax-Jugendzentrum und etliche Kitas lägen. Die isolierte Lage des Kopfbaus sei mit Realisierung des vierten Bauabschnitts vorbei, zudem sei der Standort von Kirchtrudering aus gut erreichbar. Nachteile „Es gibt natürlich auch Nachteile: Die ÖPNV-Erschließung ist nicht gut, auch Parkplätze fehlen in der Nähe“, so Kronawitter und Podiuk. Letzteres aber sei bei vielen Einrichtungen der Messestadt der Fall, die in erster Linie für die Nutzung der dortigen Bewohner ausgelegt seien. In den RiemArcaden wird’s teuer Gut 250.000 Euro kostet das Kulturzentrum in den RiemArcaden die öffentliche Hand pro Jahr. Mit rund 155.000 Euro schlägt die Miete zu Buche, knapp 100.000 Euro betragen die Nebenkosten. Gegen die Empfehlung des damaligen Münchner Kulturreferenten Julian Nida-Rümelin – der die hohen Kosten für ein einziges Zentrum nicht verantworten wollte – hatte der Stadtrat im Jahr 2000 die Anmietung der Flächen in den RiemArcaden beschlossen, verkaufen wollte der Investor nicht. Weil zu diesem Zeitpunkt der Sonderetat der Messestadt Riem, die EAB (Einnahme-Ausgabe-Block-schätzung), noch gute Gewinne versprach, griffen die Verantwortlichen zu einem Trick: Die Monatsmiete wurde auf zehn Jahre hochgerechnet und aus der EAB kapitalisiert. Die EAB Die Einnahme-Ausgabe-Blockschätzung war mit Gründung der MRG (Maßnahmeträger München-Riem Gesellschaft) im Jahre 1998 als eigener Messestadt-Etat eingerichtet worden. Es werden Gewinne aus Grundstücksverkäufen des ehemaligen Flughafengeländes mit Ausgaben für die Messestadt-Infrastruktur verrechnet. Im Jahr 2009 allerdings prognostizierte die EAB einen Saldo von 73,3 Millionen Euro Minus für das Jahr 2014. Nach Fertigstellung der Maßnahme Messestadt wird dieser Plus- oder Minusbetrag wieder dem Stadtsäckel einverleibt. Die Kulturzentrums-Miete wird nach Auslaufen des Mietvertrags aus anderen Quellen als der EAB fließen müssen. Ob der Stadtrat in Zeiten knappster Kassen allerdings noch einmal die hohen Belastungen des derzeitigen Standorts durchwinken wird, bleibt abzuwarten. Da ist es sicher gut, rechtzeitig eine sinnvolle Alternative ins Gespräch zu bringen. Gabriele Mühlthaler

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