1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost

Bürgerversammlung in Haar

Erstellt:

Kommentare

In Haarer Gemeindewohnungen sind Hunde nicht erlaubt.
In Haarer Gemeindewohnungen sind Hunde nicht erlaubt. © dpa

Es lässt sich gut leben in Haar, auch wenn die Infrastruktur mit der zunehmenden Verdichtung schwer Schritt halten kann. Es gibt viel ehrenamtliches Engagement von der Nachbarschaftshilfe bis hin zu Schulpartnerschaften und Steuereinnahmen, die inzwischen wieder kräftiger sprudeln. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) ließ auf der Bürgerversammlung vergangenen Woche das Jahr 2017 Revue passieren und gab einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

Rund 200 Besucher waren am vergangenen Mittwoch zur Haarer Bürgerversammlung gekommen und lauschten aufmerksam den Ausführungen von Bürgermeisterin Gabriele Müller zu den Entwicklungen ihrer Gemeinde, den Worten des stellvertretenden Landrats Ernst Weidenbusch (CSU) und dem Sicherheitsbericht des Leiters der Polizeiinspektion Haar, Karl-Heinz Schilling.

Dann kamen die Bürger zu Wort, doch die Reihen hatten sich nach zwei Stunden Vorträgen stark gelichtet. Gabi Dotzel, die rund 500 Unterschriften gegen die Erweiterung der Grundschule am Jagdfeldring auf 800 Schüler gesammelt hat und stattdessen einen Standort nördlich der Bahnlinie fordert (HALLO berichtete), erläuterte ihre Position. Dotzel erklärte: „Wir widersprechen dem Müller-Brief, dass die Initiative Unwahrheiten verbreitet.“ Es gehe einzig um den Standort der künftigen Grundschule. Dotzel zweifelte an der Berechnung der künftigen Freiflächen, selbst wenn das Turnhallendach genutzt werde. „Wie errechnen sich die Freiflächen?“ wollte sie wissen. „Wir stellen einen Antrag, dass der Gemeinderat auf Grundlage des Gutachtens noch mal über den Standort nachdenkt“, so Gabi Dotzel.

Bürgermeisterin Gabriele Müller lud Dotzel ins Rathaus ein, wo sie alles noch einmal erklären werde. Abgestimmt wurde nicht. „Ich habe nichts vom Antrag gehört“, erklärte Müller auf HALLO-Nachfrage und ließ mitteilen, der Gemeinderat werde noch im Dezember mit dem Antrag befasst. Auf eine Empfehlung der Bürgerversammlung muss das Gremium dabei jedoch mangels Votum der Versammlung verzichten. Große Sorge äußerte Reinhard Kunert, da die überregionale Infrastruktur mit dem Wachstum der Gemeinde nicht Schritt halte. Kunert forderte, entweder die notwendige Infrastruktur zu schaffen, oder die Expansionspläne „zu lassen“.

Auch Müller sah das Problem und erklärte, man könne die Gemeinde nicht aus diesem Sog raus nehmen. Franziska Buchner, Ortsvorsitzende des Sozialverbands VdK, beschwerte sich bei Karl-Heinz Schilling über drei Bußgelder je 30 Euro, die Rentner zahlen mussten, weil sie nicht angegurtet waren. „So kleine Rentner darf man nicht abzocken“, schimpfte Buchner und kam immer mehr in Rage. Ein Betroffener sei so unbeweglich, dass er erst nach dem Ausparken den Gurt anlegen könne. Trotzdem habe die Polizei zugeschlagen. Schilling zweifelte, dass Beamte so hartherzig seien, wenn jemand dieses Motiv glaubhaft darstelle. Er sagte Buchner zu, die Vorfälle zu besprechen, wenn ihm konkrete Daten genannt würden.

Sehr konkret reagierte eine HALLO-Leserin auf den Artikel in der Ausgabe vom 6. Dezember, in dem auch zur Sprache kam, dass Müllers Hund Snoopy an Freitagen ins Büro der Bürgermeisterin darf. „Ich hatte vor kurzem bezüglich einer Gemeindewohnung und dem dort geltenden generellen Hundehaltungsverbot Mail-Kontakt mit Frau Müller und war erstaunt über ihre restriktive Antwort. Sollte da nicht gleiches Recht für alle gelten und auch hier ein Verbot für Ihr Büro bestehen – das ist ja auch Gemeindebesitz!?“, fragte die Dame, die seit 17 Jahren in Haar lebt.

„Bei unseren Mietwohnungen mussten wir die Erfahrung machen, dass nicht jeder Hundebesitzer rücksichtsvoll handelt und der Hausfrieden bisweilen schief hängt. Daher haben wir entschieden, Tierhaltung in den gemeindlichen Wohnungen auf Kleintiere zu beschränken. Nicht alle lieben Hunde. So muss auch Snoopy mehr Zeit allein zu Hause verbringen als ihm lieb ist“, antwortete Müller.

Gabriele Mühlthaler

Auch interessant

Kommentare