Brisante Themen im Vaterstettener Bauausschuss am kommenden Dienstag 

Start in einen heißen Herbst

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Genehmigt oder nicht? Diese rund neun Meter breite „Anböschung“ wird den Vatrstettener Bauausschuss am kommenden Dienstag beschäftigen.

Auch für die Lokalpolitik ist die Sommerpause vorbei – mit einer vollen Tagesordnung starten die Vaterstettener Gemeinderäte am kommenden Dienstag, 18. September, um 19 Uhr in einen heißen Herbst. Denn die Sitzung birgt einiges an Sprengstoff.

Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Errichtung einer Biogasanlage in Neufarn, der Neubau einer Mobilfunk-Basisstation mit einem knapp 30 Meter hohen Rohrfachwerkturm bei Neufarn und diverse Bauanträge für Wohnhäuser – u.a. auf dem Grundstück an der Dorfstraße in Vaterstetten, auf dem sich die Scheckenhofer-Villa befindet. Inwieweit die Themen für Debatten gut sind, wird wohl erst der Sitzungsverlauf zeigen.

Zwei oder neun Meter

Sicher für Diskussionsbedarf dürfte dagegen der Tagesordnungspunkt 12 sorgen – obwohl es sich dabei auf den ersten Blick um einen ganz normalen Bauantrag handelt – und zwar „für die Errichtung eines Büro- und Gewerbegebäudes in Vaterstetten, Johann-Sebastian-Bach-Straße 36, Fl.Nr. 2284/42, Gemarkung Parsdorf; Bauplan-Nr. T-112/2011-1“. Nur: Das bereits im Juni 2011 vom Vaterstettener Bauauschss  genehmigte Gebäude steht bereits – zumindest im Rohbau. Derzeit allerdings ruhen teilweise die Bauarbeiten – auf Anordnung der Vaterstettener Bauverwaltung, nach deren Ansicht der  Bauherr für einige Arbeiten keine Genehmigung hatte. Strittig ist vor allem eine „Anböschung“ des Untergeschosses auf der südöstlichen Seite des Büro- und Geschäftshauses. Genehmigt wurden laut Vaterstettener Bauamt zwei Meter Breite, realisiert wurden rund neun Meter, die zudem mit einer senkrechten Betonwand abgesichert sind. Hier geht es nicht mehr um eine bessere Belichtung des Untergeschosses, durch den so geschaffen Vorplatz entsteht vielmehr ein voll nutzbares Geschoss mit direkt davor liegenden Parkplätzen, für das sich  – Gerüchten zufolge – ein Einzelhandelsunternehmen interessiert. 

Der Bauherr, ein Vaterstettener Architekt, sieht dies ganz anders: Gegenüber der Ebersberger SZ betonte er, dass alle „Arbeiten (...) genauso ausgeführt worden seien, wie sie die Gemeinde genehmigt habe. Offenbar habe das Bauamt die Pläne falsch aufgefasst.“ Wer recht hat, darüber werden die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstag zu entscheiden haben. Am Rande bemerkt: In einem Online-Immobilienportal wurde der Neubau, der bis Dezember 2012 bezugsfertig sein soll, anfangs mit 3000 Quadratmeter nutzbare Fläche angeboten. Kurz nach der „Baueinstellungsverfügung“ wurde diese Angabe auf 2000 Quadratmeter reduziert. 

Büros statt Lokal

Brisanz könnte auch der Tagesordnungspunkt 13 bieten: Hier geht es um eine Nutzungsänderung im Baldhamer „Wahrzeichen“. Nach mehreren Pleiten sollen die Gastronomieräume im 7. und 8. Obergeschoss des Turms im Baldhamer Zentrum jetzt in Büros umgewandelt werden.

FBU-Anträge

Zum Ende der Sitzung werden sich die Gemeinderäte noch mit zwei Anträgen von Manfred Schmidt auseinandersetzen müssen, die anders als bei vielen Anträgen des umtriebigen FBU-Gemeinderats wohl nicht einfach abgelehnt werden können: Zum einen beantragt er, auch für Vaterstetten eine „Gemeindliche Fahrradabstellsatzung“ zu erlassen. Eine Satzung, die es bereits in mehreren Städten und Gemeinden gibt. Zuletzt hat die Gemeinde Kirchheim eine solche Verordnung erlassen, die festlegt, dass für Neubauten grundsätzlich auch ausreichend Abstellflächen für Fahrräder geschaffen bzw. nachgewisen werden müssen. 

Ebenfalls bereits in einigen Kommunen in Deutschland gängige Praxis ist der Inhalt des zweiten FBU-Antrags: Manfred Schmidt beantragt, dass die Gemeinde Vaterstetten künftig bei gemeindlichen Ausschreibungen bzw. Auftragsvergaben den „Einsatz von Feinstaubfiltern in Baumaschinen“ fordert. Die Umwelt und die Nachbarn von Baustellen würden es ihm danken .... – A.S. –

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