Brasilien – Land mit zwei Gesichtern

Infos über Brasilien aus erster Hand: Herr Ademilson mit seiner Tochter Domitila, die mit einem Stipendium in Berlin studiert und für die Übersetzung sorgte. Foto: privat

Seit 27 Jahren gibt es in Recife in Brasilien das Hilfsprojekt CAMM für Kinder in Not. Jetzt war der Gründer und Initiator auf Einladung u.a. in Trudering, um über das Projekt zu informieren. Der Freundeskreis hat auch die Kosten für den Flug aufgebracht und für die Unterbringung gesorgt, damit keine Spendengelder verbraucht wurden.

„Brasilien hat zwei Gesichter: Ein wundervolles, das in den Medien gezeigt wird. Ein zweites ohne Stimme und ohne Chance. Aus diesem kommen wir“, so erklärte Ademilson im Pfarrsaal von St. Franz Xaver in Trudering die Lage in Brasilien. Es gebe eine reiche Oberschicht, die so lebt wie die europäische Oberschicht, aber auch Slums, in denen Menschen ohne fließendes Wasser auskommen müssen. „Eure Aktion ist ein Beweis, dass Gottes Liebe alle Grenzen überschreitet. Jesus hat, als er auf der Erde war, alle Kinder geliebt. Wir arbeiten nicht nur mit den Kindern, wir leben mit ihnen. Bis hierher hat Gott uns unterstützt.“ Alle Kinder in den Slums haben einen Traum: Eine warme Mahlzeit am Tag. Nicht für alle geht er in Erfüllung. Manche Kinder wollen nicht spielen, sondern in der Nähe des Tisches sein, damit sie auf keinen Fall den Augenblick verpassen, wenn das Essen kommt. Viele Kinder sammeln Müll, schlafen am Boden auf der Straße und freuen sich über ein Dach über dem Kopf. So zum Beispiel Angelika, 12 Jahre alt. Ihr neues zu Hause ist eine Kammer mit sieben Quadratmetern, die sie mit sechs Geschwistern teilt. Ihr größter Wunsch: Eine Türe vor der Kammer, weil der Freund der Mutter oft betrunken kommt und zu ihr in die Kammer will. Das Hilfsprojekt für Kinder betreut täglich 150 Kinder und ist auch vor Ort anerkannt. Immer berichtet auch die einheimische Presse über das Projekt. 20 Prozent der Mittel kommen von Spendern in Brasilien. Doch das Zentrum ist zu klein, derzeit stehen 37 Kinder auf der Warteliste. Die Förderung der Kinder entsprechend ihren Talenten: Hausaufgabenhilfe, aber auch Tanz, Theater und Trommeln. So werden die Aggressionen der Kinder abgebaut, weil sie entdecken, dass sie manches können. Selbstverständlich ist auch die Werteerziehung ein wichtiger Baustein. So lernen die Kinder, Müll zu vermeiden oder wieder zu verwerten. Mit all den Maßnahmen sollen die Kinder und später Jugendlichen vor Drogen, Kleinkriminalität und Prostitution bewahrt werden. Der Erlös des Weihnachtsbasars am 20./21. November in St. Franz Xaver wird wieder zu einem Drittel an dieses Projekt gehen.

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