Orchester von der Musikerhochschule

Nazareth-Gemeinde veranstaltet großes Oratorium für alle Religionen

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Kirchen­musiker Christian Seidler

Bogenhausen: Das Singen soll Kirche retten.

Kirche ohne Religion – so wollen die Mitglieder der Nazareth-Gemeinde ihre Kirche retten. Weil die 1000-Seelen-Gemeinde eine Millionen-Sanierung nicht stemmen kann und die Kirche seit Jahren mit Mitgliederschwund kämpft, soll nun ein Projekt neuen Schwung in die Kirche bringen.

Teil davon: „Wir führen ein Oratorium auf, das keine christlichen Inhalte hat“, sagt Kirchenmusiker Christian Seidler. Für das Oratorium hat er ein Orchester von der Musikerhochschule geholt sowie jede Menge multi-kulti Verstärkung. „In unserem Chor singen viele Flüchtlinge“, erzählt der 25-Jährige.

Deswegen kam ihm irgendwann der Gedanke: Warum nicht alle Religionen miteinbeziehen? Gerade sucht er noch Referenten für das Vorprogramm. An einem Einführungsabend soll nicht nur das Oratorium erklärt werden, in dem es um Wahrheit, Weltlust, Schönheit und Betrug geht. Es sollen auch Referenten der jüdischen Kirche und des Islams Vorträge halten. Es geht in dem Oratorium um Themen, die nicht nur Christen betreffen. „Das Oratorium passt gerade in München, wo sich viele mit Luxus schmücken“, findet Seidler.

70 Menschen singen in seinem Chor, die Zusammenarbeit mit vielen Nationen macht es seiner Meinung nach erst so spannend. „Afrikaner zum Beispiel haben eine ganz andere Singkultur“, erzählt der Chorleiter. „Sie sind es gar nicht gewohnt, mit Noten zu singen.“

Weil die Kirche vor dem Schließen bedroht war, ist sie vor etwa zwei Jahren mit der Immanuel-Kirche fusioniert, die immerhin 4500 Mitglieder zählt. Neben dem Konzert sind auch Ausstellungen, Vorträge und weitere Veranstaltungen geplant.

hki

Oratorium „The Triumph of Time and Truth“, am Sonntag, 8.Oktober, 18 Uhr in der Nazarethkirche, Barbarossastraße 3. Einführungsabend am Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr, auch in der Kirche.

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