Grüntal

Mutter ruft trotz massiven Widerstands zur Demo für Spielplatz im Grüntal auf

Ulrike von Niessen, hier mit ihrer zweijährigen Tochter Luise und dem Familienhund, organisiert ein Spielfest im Grüntal.
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Ulrike von Niessen, hier mit ihrer zweijährigen Tochter Luise und dem Familienhund, organisiert ein Spielfest im Grüntal.
Die Spielplatz-Gegner präsentierten Ende 2015 ihre gesammelten Unterschriften.
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Die Spielplatz-Gegner präsentierten Ende 2015 ihre gesammelten Unterschriften.
Die Spielplatz-Gegner präsentierten Ende 2015 ihre gesammelten Unterschriften.
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Die Spielplatz-Gegner präsentierten Ende 2015 ihre gesammelten Unterschriften.

Ulrike von Niessen gibt nicht auf: Sie wünscht sich, aller bisherigen Absagen seitens des Bezirksausschusses zum Trotz, einen Spielplatz im Grüntal.

Eigentlich war das Thema gegessen. Im Grüntal wird es keinen Spielplatz geben, das hatte der Bogenhauser Bezirksausschuss (BA) vor zwei Jahren nach heftigen Anwohnerprotesten mit knapper Mehrheit entschieden. Doch akzeptieren will das Ulrike von Niessen nicht: Die Mutter einer zweijährigen Tochter forderte bei der Bürgerversammlung im Oktober, die Planungen wieder aufzunehmen – und lädt jetzt Eltern und Kinder ein, bei einem Spielfest im Grüntal für den Spielplatz zu demonstrieren. Doch die Gegner des Projekts werden das nicht einfach so hinnehmen...

Rückblick: 2013 forderte die SPD im BA den Bau eines Spielplatzes im Herzogpark, an der Ecke Grüntal/Fontanestraße. CSU, Grüne und FDP lehnten den Bau ab – wegen mangelnden Bedarfs. Daraufhin machte eine Mutter aus der Nachbarschaft mobil und forderte – mit 30 Eltern und fünf Dutzend Kindern im Rücken –, die Planungen erneut anzustoßen. Eine Bedarfsprüfung der Stadt fiel positiv aus, mehr noch: Das Baureferat stellte eine Grobplanung des Spielplatzes vor. Kostenpunkt: 120 000 Euro. Doch Anwohner präsentierten knapp 400 Unterschriften gegen den Bau; der BA gab dem Spielplatz im Grüntal erneut einen Korb.

„Ich bin sprachlos über diese konsequente Ablehnung“, sagt Ulrike von Niessen. „Der Spielplatz nimmt doch keinem etwas weg – wir wollen ja keine dreistöckige Parkgarage dorthin bauen.“ Mit dem Spielfest will die Bogenhauserin jetzt ein weiteres Mal zeigen, dass der Bedarf da sei.

Doch zu der Veranstaltung werden nicht nur Befürworter kommen. Auch die Gegenseite hat von dem Spielfest gehört – und ist wenig begeistert. „Es war Bürgerwille, dass kein Spielplatz kommt – soll das jetzt wieder von vorne losgehen?“, fragt Sonja Fraundorfer. Sie hatte damals Unterschriften gegen den Bau gesammelt – und ist nach wie vor vehement gegen den Spielplatz. „Ich habe nichts gegen Kinder. Und auch nichts gegen gelegentliche Spielfeste im Grüntal“, sagt die Anwohnerin. „Aber wir wollen keinen fest installierten Spielplatz – die hohen Kosten könnte man doch für dringend nötige soziale Projekte verwenden.“ Ein Spielplatz sei ein massiver Eingriff in die Natur, zudem gäbe es fußläufig genügend andere Spielplätze. „Es ist allerdings ein Unterschied, ob ich mit einem Kleinkind erst zwei Kilometer laufen muss oder den Spielplatz vor der Tür habe“, entgegnet Ulrike von Niessen.

Die Situation ist verfahren – und wieder wird der BA am Ende das Sagen haben. Von Niessens Antrag steht wohl im April auf der Tagesordnung. Ausgang? Ungewiss. ist

Das Spielfest findet am Sonntag, 2. April, von 14 bis 17 Uhr auf der Wiese zwischen Grüntal und Fontanestraße statt.

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