Bauarbeiten können beginnen

Zweite S-Bahn-Stammstrecke kann auch im Osten gebaut werden

Das rechtsgültige Baurecht für den gesamten Streckenverlauf der zweiten S-Bahn-Stammstrecke liegt vor. Damit können nun auch die Bauarbeiten im Abschnitt Isar — Leuchtenbergring beginnen.

„Endlich haben wir für den gesamten Streckenverlauf der zweiten Stammstrecke rechtsgültiges Baurecht. Die Deutsche Bahn kann nun auch im östlichen Planfeststellungsabschnitt von der Isar bis zum Leuchtenbergring mit den Bauarbeiten starten“, teilte Bayerns Bau- und Verkehrsministerin Ilse Aigner mit. Die bisher in diesem Abschnitt noch anhängigen Klagen richteten sich gegen Belastungen der Anwohner während der Bauzeit, wie zum Beispiel Lärm und Staub. Bereits im Februar hatten sich die Kläger und die Deutsche Bahn auf eine gütliche Einigung verständigen können. Für die Einigung bestand bisher noch eine Widerrufsfrist. Wie von Seiten der Kläger jetzt bestätigt wurde, werden sie von der Widerrufsmöglichkeit keinen Gebrauch machen. Damit sind die letzten Streitigkeiten beigelegt.

Die zweite Stammstrecke ist das zentrale Element des Programms zum Bahnausbau in der Region München. Mit dem Programm will der Freistaat Bayern gemeinsam mit der Deutschen Bahn die Verkehrs- infrastruktur im Großraum München weiterentwickeln.

In ihrem Verlauf im Münchner Osten führt die Trasse unter der Maximilianstraße und unterquert die Isar in Höhe des Maximilianeums. Eine Abzweigstelle unter den Maximiliansanlagen wird im Zuge des zweiten Stammstreckentunnels bereits mitgebaut. Dadurch besteht die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die aus Richtung Süden kommenden S-Bahnlinien ebenfalls in die zweite Stammstrecke leiten zu können. In einem geschwungenen südlichen Bogen nähert sich die Trasse dann der Bahn- trasse zwischen Ostbahnhof und Leuchtenbergring. Unter dem Orleansplatz entsteht unterhalb der zu kreuzenden U5-Röhre die dritte unterirdische Station: Ostbahnhof.Ab hier nähert sich der neue Stammstreckentunnel der Erd- oberfläche. Das Ostportal liegt nordöstlich des Haidenau- platzes. Im Bahnhof Leuchtenbergring wird die neue Stammstrecke wieder mit der bestehenden Stammstrecke verbunden. Dafür werden hier die Gleise neu geordnet. Zukünftig können die Fahrgäste am Bahnhof Leuchtenbergring stadteinwärts und stadtauswärts an einem Bahnsteig umsteigen. Nach dem Umbau verfügt der S-Bahn-Bahnhof Leuchtenbergring über einen zusätzlichen Bahnsteigzugang und eine neue Bahnsteigausstattung. Zudem ist er barriere- frei erreichbar. Weitere Infos zur zweiten Stammstrecke gibt es unter www.2.stammstrecke- muenchen.de.

Gastkommentar - Die Wahrheit über die Auslastung

Man glaubt es kaum: Da geben MVV und S-Bahn zu, dass die Stammstrecke noch 30 Prozent Kapazitätsreserven habe. War es nicht ein ewiges Mantra, dass die Stammstrecke heillos überlastet sei und nur eine zweite mehr Kapazität schaffe? Die 30 Prozent Kapazitätsreserve wurde schon vor einem Jahrzehnt von Magdalena Miehle (CSU) und mir entdeckt, da während der Hauptverkehrszeiten fast nur Voll- statt Langzüge eingesetzt wurden. Es stimmt nicht, dass das Münchner S-Bahnsystem am Anfang auf eine Kapazität von 250.000 Fahrgästen täglich ausgelegt und bei den heute erreichten 800.000 überlastet sei. Tatsache ist, dass die Auslastungsprognose für das erste Jahr bei 220.000 lag, was dann um 30.000 überschritten wurde. Richtig ist, dass die Stammstrecke von vornherein als Hochleistungsabschnitt ausgelegt und mit einer hochmodernen Linienzugbeeinflussung ausgestattet wurde. Schon vor 50 Jahren war eine Zugfolgezeit von 90 Sekunden und 40 Zugpaaren pro Stunde das Auslegungsziel. Also von wegen maximal 250.000 Fahrgäste pro Tag.

Georg Kronawitter (BA Trudering-Riem)

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