Viele Abhängigkeiten behindern Vorhaben

Zahlreiche Schulbauprojekte in Berg am Laim geplant

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Heute noch Brache, bald aber schon Grundschulstandort: Auf dem Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft St.-Veit-Straße soll eine fünfzügige Grundschule entstehen.

Berg am Laim wächst und pulsiert an vielen Ecken, damit wächst auch der Anspruch, den Schulneubau im Stadtteil deutlich zu forcieren. Bei den ehrgeizigen Projekten freilich sind die Berg am Laimer von vielen Unwägbarkeiten abhängig. Das wurde auch bei der aktuellen Sitzung des Bezirksausschusses (BA) deutlich.

Seit Jahren im Problem-Fokus ist die Griechische Schule an der Hachinger-Bach-Straße. Im Süden des Stadtteils ist den örtlichen BA-Politikern aber nicht nur die derzeitige Bauruine und das andauernde Gezänk zwischen Stadt und Staat Griechenland ein Dorn im Auge (HALLO berichtete). Weil vor Ort nichts vorwärts geht, humpeln auch andere wichtige Projekte im direkten Umgriff. So verweist das städtische Bildungsreferat auf die Chance, anstelle der Griechischen Schule ein neues Gymnasium zu bauen. Inklusive einer Dreifachsporthalle, die neben den Schulen auch den darbenden Vereinen wie dem FC Phönix gleich nebenan zur Verfügung stünde. Stattdessen wuchert auf dem Areal nicht nur das Unkraut. Auch die Gespräche zwischen Stadt und Hellenen scheinen sich endgültig im Dickicht verloren zu haben und harren einer womöglich langwierigen Klärung auf juristischen Pfaden.

Leidtragender ist indirekt auch die Neuplanung für eine Grundschule mit fünf Zügen in Rufweite an der St.-Veit-Straße. Dort hatte der BA mit Nachdruck eine Dreifachturnhalle eingefordert. „Es wird jetzt wohl nur eine Zweifachturnhalle“, erklärte BA-Chef Robert Kulzer (SPD) im Gremium. Grummelnd nahmen viele Mandatare zur Kenntnis, dass dies nach Einschätzung des Referats für den Schulbetrieb ausreiche und das gut 8200 Quadratmeter große Areal für eine Dreifachturnhalle zu klein sei.  Erst an der Hachinger-Bach-Straße könne in nicht genauer definierter, nach heutigem Stand wohl eher ferner Zukunft ein Dreifachhallenbau entstehen. Geprüft werde laut Kulzer an der St.-Veit-Straße wenigstens eine weitere Forderung des BA nach einem Dachaufbau auf die künftige Sporthalle. „Pausenraumkapazitäten oder eine zusätzliche Bespielbarkeit“, brachte hier CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald ins Gespräch. Ein intensiver Dialog aller vor Ort Handelnden sei nötig. Vor allem müsse die Schule zeitnah realisiert werden.

Zeitdruck in Sachen Schulbau verspüren die Berg am Laimer Bürgervertreter auch anderswo im Quartier. „Eine rasche Fertigstellung“ mahnte das Gremium mit Blick auf die Grundschulplanung im neuen Werksviertel an. „Eine sinnvolle Planung muss zeitnah realisiert werden“, lautete der Tenor.

Eine „konkrete Zeitschiene“ verlangt der BA auch für die ehrgeizigen Planungen für den neuen Campus Ost. Im Bereich von Echardinger- und Fehwiesenstraße soll eine erweiterte Ludwig-Thoma-Realschule mit der benachbarten Förder- und Mittelschule als neuer Campus samt Sport- und Schwimmhallenneubau konfiguriert werden (HALLO berichtete). Neben dem Zeithorizont wirft das Projekt aber beim BA auch verkehrliche Fragen auf. Die Fehwiesenstraße als enge Sackgasse wird zur Erschließung wohl nicht ausreichen, einen neuen Trassen-Zubringer durch den Echardinger Grünstreifen lehnt der BA kathegorisch ab. Möglich erscheint, die Echardinger Straße mit neuer Schulbushaltestelle zu ertüchtigen und  den ohnehin umstrittenen, freilaufenden Rechtsabbieger vom Ring auf die Schlüsselbergstraße zur Busplattform umzugestalten. „Wir müssen auch hier intensiv in die weiteren Planungen eingebunden sein“, forderte CSU-Mann Ewald.

Ein intensives Augenmerk richtet der BA unterdessen auch auf das Gelände der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein an der Neumarkter Straße. Wie berichtet, bemüht sich die Stadt derzeit beim Bund um eine Übernahme des Geländes nach dem jetzt forcierten Abzug des Bundes-Betriebes. Im Zuge eines kommunalen Erstzugriffs dürfe sich die Stadt gute Chancen auf einen Erwerb ausrechnen, erklärte BA-Chef Kulzer. Entstehen soll dort eine Berufsschule für Medien inklusive eines Kompetenzzentrums. Mit der Maßnahme verknüpft der BA freilich auch die Forderung und Hoffnung auf eine verbesserte ÖPNV-Anbindung per Brückenschlag über den Mittleren Ring und barrierefreier Anbindung an eine möglichst runderneuterte Station Leuchtenbergring. „Es gilt, aus diesem sensiblen Terrain den Individualverkehr möglichst herauszuhalten“, gab der BA den Planern mit auf den Weg. Zudem hat das Gremium weitere Wünsche. Auf dem fast zwei Hektar großen Areal sei auch die Unterbringung eines dringend benötigten Hauses für Kinder mit Kindergarten und Krippe zu prüfen. Zudem gelte es neben dem wertvollen Baumbestand auch einige denkmalwürdige  Bestandsgebäude zu erhalten.

Harald Hettich

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