Der Sieg geht an Felix Austria

Wettbewerb neues Konzerthaus in Berg am Laim entschieden

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„Wir bauen einen Klangspeicher!“: Der Siegerentwurf für das neue Konzerthaus im Werksviertel.

Zwei Österreicher haben am Ende das Rennen gemacht. Die Architekten Andreas Curowicz und Anton Nachbaur-Sturm sind die Sieger des Wettbewerbs für das neue Konzerthaus im Berg am Laimer Werksviertel. Nun geht’s ganz schnell an die Details, denn schon im Frühsommer sollen die Bagger anrollen.

Er sei „immer noch sprachlos“, erklärte Anton Nachbaur-Sturm am Samstagvormittag bei der Pressekonferenz. Am Vorabend hatte der Bregenzer erfahren, dass er mit seinem Partner Andreas Curowicz den ersten Platz beim Konzerthaus-Architekturwettbewerb belegt hatte. Sie hätten sich sehr stark an der städtebaulichen Situation im Werksviertel und dem Anspruch der Nutzer orientiert, erklärte Nachbaur-Sturm. „Unser Ansatz war das ehemalige Industriegebiet“, speziell die alten Pfanni-Speicherbauten inspiriertensie. Daher habe es im Arbeitsprozess stets geheißen: „Wir bauen einen Klangspeicher!“

Anton Nachbaur-Sturm hat zusammen mit seinem Kollegen Andreas Curowicz den Architektenwettbewerb für das neue Konzerthaus im Werksviertel gewonnen.

Der neue „Musiktempel“ soll „eine neue Präsenz“ ins Viertel bringen. Es sei ihnen weniger um München gegangen, sondern „wir wollten für diesen speziellen Ort ein ganz spezielles Gebäude machen“.

Weil der Standort schon relativ bedrängt von den Gebäuden rundrum sei, hielten die Bregenzer die Grundfläche möglichst klein und stapelten die Konzertsäle einfach übereinander. Dabei sitzt der größere Saal mit über 1700 Quadratmetern über dem kleineren mit rund 700 Quadratmetern. Dabei ist das Orchester mehr in der Raummitte platziert, rund 20 Prozent der Publikumsränge sind hinter dem Musikerpodium angeordnet. Zudem gibt es einen fließenden Übergang in den ersten Rang.

Das Ganze wird mit einer Glasfassade umschlossen, die es wie eine Klammer zusammenhalten soll. Diese zweischalige Fassade soll mit unterschiedlicher Beleuchtung verschiedene Transparenz darstellen und den größtmöglichen Außenbezug zum Quartier einbringen. Die Sockelzone des Konzerthauses ist aus anderem Material, „für den menschlichen Maßstab“ und um sich abzusetzen vom Rest des Hauses. Sie soll sich nach außen öffnen, hier sollen Foyer, Shops und anderes untergebracht werden.

„Es ist ein sehr einfacher, aber nobler Entwurf“, beschrieb Profedssor Arno Lederer, der das Preisgericht zwei Tage lang leitete. Ein zurückhaltender und gleichzeitig ausdrucksstarker Ruhepunkt in einem heterogenen Umfeld. Mit einer Form, die man nicht so leicht vergesse. „Du kannst sie zuhause ganz einfach nachzeichnen.“ In seiner Einmaligkeit unterscheide sich dieses Modell von vielen anderen.

Alle 31 eingereichten Arbeiten seien von hoher Qualität gewesen, so Lederer. Doch nur die Österreicher konnten am Ende alle Ansprüche unter einem Dach vereinen. „Ein Bau, der das nicht erfüllt, kann nicht auf Platz 1 landen“, verdeutlichte Innen- und Bauminister Joachim Herrmann. Der Siegesentwurf habe die vielfältigen Ansprüche und Herausforderungen mit Überzeugung gelöst.

„Die Vision soll jetzt möglichst schnell in ein Bauwerk umgewandelt werden“, kündigte Herrmann an. Deshalb werde man jetzt in die Detailplanungen bezüglich Akustik, Fassaden, Orchesteranforderungen und Wirtschaftlichkeit gehen. Über die Höhe der Baukosten muss der Landtag noch abstimmen. Kultusminister Ludwig Spaenle nannte eine Summe von etwa 300 Millionen Euro als Orientierungsgröße. Noch existiere keine Obergrenze, so Herrmann. Allerdings: „Es gibt keinen Blankoscheck!“ Die Kosten müssten schon im Rahmen bleiben. Zur Überwachung will er einen eigenen Manager engagieren, der sich ausschließlich um den Konzerthausbau kümmern soll. „Schließlich ist es eine herausragende Aufgabe für die Bayerische Staatsregierung.“

Wenn alles gut geht, sollen schon im Frühsommer die Bagger rollen. Einen Termin für die Fertigstellung ließ sich Herrmann allerdings nicht entlocken. 

Carmen Ick-Dietl

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