Alles muss besser werden

Verbindungswege am Ostbahnhof und im Werksviertel

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Derzeit voll im Fokus: Das neue, pulsierende Stadtquartier des Werksviertels (im Vordergrund) wirft auch für den Ostbahnhof dahinter viele (Verbindungs-)Fragen auf.

Untenrum, quer durch und oben rüber – die Verbindungswege am Ostbahnhof stehen derzeit bei vielen im Fokus. Jetzt hat sich auch CSU-Stadtrat Hans Theiss in die Diskussionen eingeschaltet.

Es brummt rund um den Münchner Ostbahnhof, dem zweitgrößten Bahnhof Bayerns. Durch das neue Werksviertel samt geplantem Konzertsaal entsteht südlich davon ein neues Stadtquartier. Am nordseitigen Orleansplatz wird das verkehrliche Geflecht besonders rund um die zentrale Busplattform immer engmaschiger. Politiker vor Ort legen besonders wegen der schwierigen Verkehrsbeziehungen rund um den Ostbahnhof und wegen der arg verbesserungswürdigen Querungsverbindungen zwischen Berg am Laim und dem Nachbarn Au-Haidhausen immer wieder den Finger in eine offene Infrastrukturwunde. Im Bezirksausschuss Berg am Laim fordert man seit geraumer Zeit nicht nur eine planerisch bessere Erschließung des neuen Konzertsaalareals, sondern des gesamten Werksviertels. Dabei ist auch der Ostbahnhof selbst stark in den Fokus gerückt. Von einer Nord-Süd-Brückenverbindung mit Gastronomie und Ladengeschäften über dem breiten Gleiskörper träumt die örtliche CSU. Die SPD brachte zuletzt gar eine revolutionäre Seilbahnidee aufs Tableau (HALLO berichtete). Mit dem stellvertretenden CSU-Stadtrats-Fraktionsvorsitzenden Hans Theiss hat sich jetzt ein weiterer Stadtpolitiker in die diffizile Bahnhofs-Draufschau eingebracht.

Sein zentraler Einsatz: „Die Aufenthaltsqualität am Münchner Ostbahnhof ist unbefriedigend“, so Theiss. Ein nicht barrierefreier Zugang von der Friedenstraße durch den Fußgängertunnel zu den Gleisen oder der düstere Radtunnel unweit östlich seien vor dem Hintergrund weiter steigender Bedeutung dieses Bahnhofsareals nicht hinnehmbar. „Die Zugangssituation zum Bahnhof“ am Eingang Friedensstraße müsse vor dem Hintergrund der weiteren Aufwertung des Bahnhofs „heller, großzügiger und repräsentativer gestaltet werden“. Dazu müsse die Barrierefreiheit an der Friedenstraße „von vorn herein eingeplant werden“, lauten zentrale Forderungen von Theiss. Insgesamt müsse der Zugang vergrößert und möglichst auch eine Rolltreppe installiert werden.

Auch für die Radler soll das Angebot am Ostbahnhof in der oft als „Radl-Hauptstadt“ proklamierten Isarmetropole attraktiver werden. Theiss regt an, die Möglichkeit zu prüfen, auf dem Areal des stillgelegten Autoreisezugbereichs neue Fahrradstellplätze oder eine Fahrradgarage einzurichten. Derzeit böten die engen und hoch frequentierten Bereiche an der Orleansstraße und an der Friedenstraße für die Zweiradpedalisten zu wenig Raum.   

Apropos Friedenstraße. Weil Theiss und seine Fraktion den Orleansplatz in seiner Funktion als zentraler Bus- parkplatz längst überlastet sehen, soll geprüft werden, „ob an der Friedenstraße Kapazitäten vorhanden“ seien, „auf die einzelne Buslinien vom Orleansplatz verlagert werden können“. Der „Nutzungsdruck“ auf den Ostbahnhof werde weiter zunehmen, so die zugegeben nicht ganz neue Erkenntnis von Theiss. Eine teilweise Busverlagerung könnte zudem mit Blick auf die beengten  Verhältnisse im Bahnhof-Süden durchaus problematisch werden.

Mut bei der Gesamtdraufschau versucht da Bayerns neue Bauministerin und Theiss-Parteifreundin Ilse Aigner zu verbreiten. Bei der Grundsteinlegung für das Werk 4 im Werksviertel hatte die Ministerin den Willen des Freistaats betont, gerade die Querungsbeziehungen am Ostbahnhof zu verbessern. Mit der Deutschen Bahn und der Stadt sei man da schon im Gespräch. Auch eine Verbesserung der Radwegesituation und die Zufahrt zum Konzertsaal gehöre in dieses Paket. „Wir sind uns der Wichtigkeit des Themas bewusst“, hatte Aigner verkündet.

Harald Hettich  

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