Kinder brauchen mentale Stärke

Die Ski-Alpin-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg besucht die Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim

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Die Olympiasiegerin im Skirennlaufen, Viktoria Rebensburg (linkes Bild, Mitte), mit zwei Schülern der Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim. Gemeinsam mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml stellte die Profi-Sportlerin an der Schule das Gesundheitsprogramm „Fit und Aktiv“ vor.

„Fit und Aktiv“ für Kinder! So heißt das neue Projekt von Viktoria Rebensburg, Skirennläuferin und Olympiasiegerin. An der Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim stellt sie dieses erstmals zusammen mit der bayerischen Gesundheitsministerin, Melanie Huml, vor. HALLO hat mit Viktoria Rebensburg über die Auswirkungen von Stress auf die psychische Gesundheit von Kindern gesprochen.

Für die Schüler der Ludwig- Thoma-Realschule war der vergangene Mittwoch ein aufregender Tag. Sie bekamen Besuch von der Skiläuferin Viktoria Rebensburg, die 2010 Olympiasiegerin im Riesenslalom wurde. An der Schule hat die Olympiasiegerin ihr neues Projekt „Fit und Aktiv“ für Kinder vorgestellt. „Gerade als Leistungssportlerin weiß ich natürlich, wie wichtig es ist, gesund zu sein“, sagte sie. Jetzt wolle sie dieses Wissen auch an Kinder weitergeben. Unterstützt wird sie dabei von der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Um das Thema Gesundheit kindgerecht zu vermitteln, wurden Zelte auf dem Sportplatz der Schule aufgestellt. In diesen konnten sich die Schüler bei einem Spiel- und Spaß-Progamm mit den Themen gesunde Ernährung, Sport, Erholung und Selbstwirksamkeit auseinandersetzen — einige der Kernthemen, die Viktoria Rebensburg nennt.

Bei Gleichgewichtsübungen im Sportzelt, einem Rate-Quiz zu gesunder Ernährung oder einem Konzentrationsspiel, bei denen die Gehirnströme der Kinder gemessen wurden, bekamen die Schüler eine Ahnung davon, was sie alles beachten müssen, um gesund zu bleiben. Dazu gehöre nämlich nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die seelische, findet Rebensburg. Aus diesem Grund spiele in ihrem Gesundheitsprogramm nicht nur Sport und Bewegung, sondern auch Erholung und mentale Stärke eine große Rolle. „Mentale Stärke, auch genannt Selbstwirksamkeit, bedeutet, dass man sich seiner eigenen Stärke bewusst ist und daran glaubt, dass man die Ziele, die man sich selbst gesetzt hat, erreichen kann“, erklärte die Profi-Sportlerin.

Wichtig im Schulalltag 

Das sei nicht nur im Sport wichtig, sondern auch im Schulalltag, der oft sehr stressig sein könne. „Ich sehe das an meiner Nichte, die gerade das Gymnasium besucht“, sagte Rebensburg dazu. „Jedes Mal, wenn ich zu ihr komme, ist sie am Lernen, weil sie eine Schulaufgabe nach der anderen schreibt.“ Da habe sich im Vergleich zu ihrer eigenen Zeit am Gymnasium doch einiges verändert. Es sei heute weniger Zeit übrig, auch mal andere Dinge zu tun, wie mit Freunden etwas zu unternehmen. Sie selbst hingegen sei auf dem Land groß geworden. „Nach der Schule bin immer erst einmal raus in den Garten gegangen, um zu spielen“, berichtete die 27-Jährige. „Für so etwas sollte auch noch Zeit bleiben!“ Auch die gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie seien ein wichtiger Fixpunkt für sie gewesen. „Da hat man sich einfach zusammengesetzt und über alles gesprochen.“ Das habe ihr viel Stabilität gegeben, die sehr wichtig für die mentale Gesundheit von Kindern sei. „Auch was den Sport betrifft, kam kein Druck von meinen Eltern oder den Trainern“, ergänzte Rebensburg, die im Alter von 16 Jahren erstmals Deutsche Meisterin im Super-G wurde. „Das hat mit Sicherheit auch zu meinen guten Leistungen beigetragen. Wenn ich dagegen heute sehe, dass die Kinder im Skisport immer jünger werden und was für einem Druck sie da schon standhalten müssen, stimmt mich das sehr nachdenklich.“ Es werde zudem immer früher aussortiert, so die Sportlerin. Das könne nicht zielführend sein — weder für die Bildung noch für die Gesundheit. Bei diesem Thema Denkanstöße zu geben, sei ihr sehr wichtig. Mit dem Programm „Fit und Aktiv“ will sie darum auch an weitere Schulen in Bayern gehen.

Und was sagen die Kinder der Luwig-Thoma-Realschule über den „Fit und Aktiv“-Tag mit der Olympiasiegerin? Auf jeden Fall viel besser als Unterricht“, lautet das Fazit eines Schülers. Lydia Wünsch

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