Stadt sieht „Handlungsbedarf“

Nach Anwohner-Protesten gegen Baupläne rund um Neumarkter Straße in Berg am Laim

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Mächtig was los ist im Quartier rund um die Neumarkter Straße. Aber es ist kein „Streit-Feld“. Längst sind alle Beteiligten bei der Neuentwicklung wie hier rund ums Temmler-Areal im Bereich von Streitfeld- und Weihenstephaner Straße um einen sehr sachlichen Diskurs bemüht.

In der Diskussion um die Bebauung des Areals rund um die Neumarkter Straße scheint die Stadt nachzugeben: Laut BA-Chef Robert Kulzer will das Planungsreferat an einzelnen Stellen nun doch auch Wohn- bebauung zulassen.

Ungeklärte Verkehrsfragen und schwierige Zuwegungen ins Quartier, Sorgen um den Grünbestand und die Angst vor Bürotürmen anstelle von Wohnbau: Dass die Baupläne rund um das Gewerbegebiet Neumarkter Straße die Berg am Laimer umtreibt, das zeigte die Einwohnerversammlung zum Thema vor einigen Wochen deutlich auf. „Allerdings“, so bemerkte Berg am Laims Bezirksausschuss-Vorsitzender Robert Kulzer (SPD) zuletzt im Gremium, habe die stark besuchte Veranstaltung auch einen „sehr guten Zweck erfüllt“: Die Stadt sei intensiv mit den Begehrlichkeiten der Anwohner konfrontiert worden. „Ich glaube, die Stadt hat weiteren Handlungsbedarf erkannt“, erklärte der BA-Chef.

Einen deutlichen Beweis für diese Einschätzung hatte er ebenfalls ausgemacht. Denn die ersten Gespräche von Stadtbaurätin Elisabeth Merk mit den Eigentümern der Areale rund um die Neumarkter Straße seien positiv verlaufen, berichtete Kulzer. Alle Seiten hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert – die Stadt auch für ein umfassendes Verkehrskonzept.

Wichtiges Zeichen zudem: Am Donnerstag wurden die überarbeiteten Pläne des Wettbewerbssiegers für die Neuausgestaltung des ehemaligen Pharmazie-Herstellers Temmler vorgestellt. Sie konnten im Gegensatz zu den Anfangsmodellen „mit weniger baulicher Wucht und mehr Transparenz“ gefallen, berichtete BA-Chef Kulzer.

Es gebe immer mehr Anzeichen dafür, dass das Planungsreferat im Zuge der Neugestaltung des gesamten Flächenumgriffs „seine bislang starre Haltung aufgeben“ werde, ließ Kulzer seine Kollegen im Stadtteilgremium wissen. Im Detail spiele die Stadt mit dem Gedanken, zumindest in Randbereichen der neu zu komponierenden Gewerbe- und Büroareale auch Wohnungsbau zuzulassen – dort wo die zu überplanenden Flächen ohnehin nach außen auf Wohnungsbau träfen.

Die in der Bürgerversammlung vorgetragenen Anträge bezüglich eines besseren Lärmschutzes im Umgriff der Langzeit-Baustellen von Temmler und Co. sowie eines Verkehrskonzepts samt Abgasmessungen will der Bezirksausschuss quasi im Sammelbriefverfahren gleich an mehrere Stadtreferate weiterleiten. Neben dem Planungsreferat werden damit auch das Referat für Gesundheit und Umwelt sowie jenes für Arbeit und Wirtschaft zeitnah Post vom BA erhalten. 

Harald Hettich

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