Neues Buch von Hildegard Pflügler 

Münchner Geschichte in Vers und Dialekt

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In ihrem vierten Buch hat Hildegard Pflügler die Münchner Geschichte in Versform verpackt und mit dem bayerischen Dialekt versehen.

Ein bisschen schade findet Hildegard Pflügler es schon, dass sie erst im Alter von 81 Jahren die Zeit gefunden hat, ihr erstes Buch zu schreiben. „Aber Studium, Arbeit, Kindererziehung, ein Weltkrieg und was man eben im Leben so alles an Aufgaben zu bewältigen hat, haben mir früher keine Zeit dafür gelassen“, sagt sie. Auf der anderen Seite kann die heute 90-Jährige auf einen riesigen Erfahrungsschatz zugreifen, der sich in ihren mittlerweile vier Büchern widerspiegelt. Ihr jüngstes Projekt „D‘Münchner Gschicht ois Gedicht“ ist gerade beim Bayerland Verlag erschienen. Darin konnte die ehemalige Volksschullehrerin endlich ihrem Interesse für die Münchner Geschichte nachgehen – und zwar ab ihrem Anfang im 11. Jahrhundert, als Mönche sich auf dem Petersbergl niederließen und damit das Dorf „Munichen“ gründeten, bis ins 21. Jahrhundert.

Die Recherche für das Buch fiel der Lehrerin, die auch Heimatkunde unterrichtete, nicht schwer. „Die Bücher über die Münchner Geschichte hatte ich ja alle schon zu Hause. Mich störte aber, dass ich keine Geschichtsbücher im Münchner Dialekt finden konnte.“ Das wollte Pflügler ändern. Entstanden ist die Münchner Geschichte in Vers und Dialekt — eine Form der Geschichtsschreibung, die alles andere als alltäglich ist. In diesem kleinen Buch erfahren die Leser in kurzen spritzigen Reimen, wie bekannte Münchner Traditionen wie die Weißwurst und der Biergarten erfunden wurden und dass die Bürger ihren König Ludwig im 13. Jahrhundert sogar mit „Du“ anreden durften. „Des war einfach ihr ‚Wiggerl‘ (Kurz für Ludwig)“, sagt die Autorin lachend.

Die Geschichte, wie es zur berühmten Aufräumaktion „Ramadama“ kam, hat sie sogar selbst miterlebt. Der Politiker Thomas Wimmer, „ein Sozi der ersten Stunde und ein guter Bekannter meines Onkels“, hat mit diesen Worten gleich nach dem Krieg zur Beseitigung der Schutthalden in der Stadt aufgerufen. Übrigens war er laut Pflügler zu diesem Zeitpunkt nur der dritte Bürgermeister von München und wurde erst einige Jahre später zum Oberbürgermeister ernannt.

Ihre Texte tippt Hildegard Pflügler trotz ihres Alters auf dem Computer. „Mein erstes Buch habe ich noch mit der Hand angefangen, aber das wurde mir dann zu mühselig“, sagt sie. Nur bei der Erstellung ihrer Website hat der Enkel nachgeholfen. Auf der Seite www.hildegard-pfluegler.de können Interessierte sich mittlerweile über den Lebensweg und die vier Bücher von Hildegard Pflügler informieren. Ihr nächstes Buch ist übrigens auch schon fertig. In Kürze wird der Gedichtband „Wer ko, der ko“ erscheinen.

Lydia Wünsch

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