Mal ganz anders rumhängen

Innovative Projekte für Kinder in Perlach und Berg am Laim

+
Die FAM-Trainer Robin und Andi bringen Schüler Quirin in Berg am Laim einen sogenannten „Swing Gainer“ bei.

Kinder brauchen Bewegung, damit sie sich gesund entwickeln und wohlfühlen können. Die Stadt hat nun zwei innovative Projekte in Berg am Laim und Neuperlach präsentiert, mit denen sie die Kinder zu mehr körperlicher Aktivität anregen will.

Seit Beginn des Schuljahres gibt es an der Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim für 350.000 Euro eine Anlage für die Trendsportart Parkour – ein Novum in München. Unter Anleitung von Trainern aus dem Verein „Free Arts of Movement“ (FAM) lernen die Kinder und Jugendlichen über kleine Mauern zu springen, sich an Geländern entlang zu hangeln, Absätze zu überwinden. Von Montag bis Donnerstag wird bei gutem Wetter zwischen 12 und 14 Uhr trainiert.

Schulleiter Claus Tonke ist begeistert von der positiven Resonanz bei seinen Schülern. Gerade beim Ganztagsunterricht brauche es Bewegung. „Die Kinder können nicht acht Stunden nur stillsitzen.“ Die Angebote müssten jedoch attraktiv sein, damit sie auch angenommen werden. Mit Parkour sei dies deutlich gelungen.

Das 250 Quadratmeter große Gelände, auf dem neben der Parkour-Anlage noch eine Slackline und eine kleine Kletterwand stehen, ist aber nicht nur für die Schule gedacht. Die Anlage ist durch ein Tor auch nach außen hin offen, bietet Möglichkeiten für mehrere Gruppen und unterschiedliche Leistungsniveaus. Schon jetzt nutzt FAM die Anlage für eigenes Training nach 16.30 Uhr, aber auch ohne Aufsicht kann man hier trainieren. „Es war der Wunsch, dass die Anlage den Jugendlichen aus dem Stadt teil offen steht, hier hängen sie dann auch rum, aber anders“, so Tonke.

Da das Angebot so gut angenommen wird, plant das Gartenbaureferat nun weitere Parkour-Anlagen, unter anderem im Grünzug des Neubaugebiets Hochäckerstraße in Perlach. Auch in die neuen Fitnesspfade der Stadt sollen künftig Parkour-Elemente eingebaut werden.

Ganz anders das neue Bewegungsangebot in Neuperlach für die Wilhelm-Röntgen-Realschule und den Regionalhort. Verschiebbare Holzwürfel, in die Balancierbalken, Kletternetze, Ballkörbe und anderes eingehängt werden können, ermöglichen immer wieder anders zusammengestellte Möglichkeiten zu Sport und Spiel. Ein großes Dach, eigens konstruiert von einer Schiffswerft, ermöglicht eine Nutzung des 130-Quadratmeter großen Freigeländes auch bei schlechtem Wetter. Sollte das Pilotprojekt für 350.000 Euro ein Erfolg werden, will das Schulreferat es an weiteren Schulen und Kitas umsetzen. Die Kinder hätten sehr auf das neue Angebot hingefiebert, dessen Aufbau sie vor Ort miterleben konnten, erzählt Hortleiterin Renate Lang.

Stadtschulrätin Beatrix Zurek will mit den Projekten dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen entgegenwirken. Neue Angebote müssten leicht zugänglich sein, den Platz in der engen Großstadt optimal ausnutzen und darüber hinaus attraktiv sein, um gegen die Konkurrenz wie das Smartphone bestehen zu können. In ihrem Referat hat man bereits weitere Idee für innovative Bewegungskonzepte: So sollen alle neuen Schulen „wandelbare Räume“ bekommen, die man mit wenigen Handgriffen für Sportangebote umrüsten kann.

Carmen Ick-Dietl

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare