BA gegen weitere Verlängerungen für Optimol-Clubs

Die Party ist bald vorbei

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Bald hat es sich ausgefeiert: Die Tage an der Friedenstraße sind für die Optimolwerke mit der planerischen Weiterentwicklung des Werksviertels gezählt. Der BA votierte auch gegen interimsmäßige Verlängerungen einiger Clubs vor Ort.

Die Clubszene auf dem Optimol-Gelände am Ostbahnhof muss sich um neue Party-Lokalitäten umsehen. Der Bezirksausschuss war mehrheitlich gegen eine Verlängerung der Lizenzen für die Clubbetreiber. Die Anwohner dürften erleichtert sein.

Es ist die Geschichte einer leidenschaftlichen gegenseitigen Ablehnung, welche die Betreiber der Vergnügungsmeile der Optimol-Werke hinter dem Ostbahnhof einerseits und den Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim andererseits seit vielen Jahren umtreibt. Wachsenden Wildwuchs, überbordende Lärmbelästigungen und zudem grassierende Kriminalität beklagt neben der örtlichen Polizei immer wieder auch das Stadtteilgremium.

Das Aufatmen der BA-Mitglieder war deshalb verständlicherweise groß, als sich mit den Planungen für das neue Werksviertel samt Konzerthaus ein Ende für die örtliche Clubszene abzeichnete. Spätestens seitdem der Satzungsbeschluss für das Werksviertel in Sicht ist, sind die Tage an der Friedenstraße auch fürs Optimol-Areal gezählt. Neuerliche Anträge für eine weitere Verlängerung diverser Optimol-Etablissements, die zuletzt in den Bezirksausschuss Berg am Laim eingebracht worden waren, wirkten da schon fast wie ein letztes Aufbäumen alter Clubleidenschaften – die bei Anwohnern und Polizei wie vielfach berichtet während der letzten Jahre diverse „Leiden schafften“.

Im Bezirksausschuss verlief die Diskussion zwischen den Großfraktionen von SPD und CSU um erneute Verlängerungen daher auh sehr sachlich. Bezirksausschuss-Chef Robert Kulzer (SPD) vertrat die Ansicht, man könne nach vielen ablehnenden Empfehlungen in der Vergangenheit die Anträge dieses Mal ruhig absegnen. Denn mit der Erschließung des Werksviertels sei ohnehin „bald mit allem Schluss, was stört“. Es lohne schlicht den Aufwand nicht, sich hier noch einmal allzu energisch einzuspreizen, wenn die Tage des Vergnügungsareals ohnehin gezählt seien.

Eine Draufsicht, die man bei der örtlichen CSU nicht teilen mochte. Fraktionssprecher Fabian Ewald warb vielmehr für eine strikte und stringente Linie, auch auf der Zielgeraden zum Werksviertel keine Zusagen an Optimol mehr zu machen: „Wir sollten bei unserem bisher eingeschlagenen Kurs bleiben!“

Der BA votierte schließlich einmütig in diese Richtung und verwies auf seine bisherige Beschlusslage in ähnlichen Fällen. Allerdings wird anderswo in der Sache entschieden. Der BA kann gegenüber den zuständigen Stellen der Stadt nur empfehlend auftreten. Dieser Umstand war in der Vergangenheit zwar des Öfteren von schmerzlicher Ohnmachtserkenntnis begleitet. Doch die ehrgeizigen Planungen fürs Werksviertel dürften auch die Stadt sicher nicht durch weitere, wenn auch nur vorübergehende Optimol-Zusagen hemmen. Die Geschichte einer wechselseitigen Abneigung ist wohl endgültig auf der Zielgeraden angelangt. Harald Hettich

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