Plädoyer für heimische Musik- und Kunstszene

Bezirksausschuss fordert „Loft“-Zukunft

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Musik vor Ort muss eine Zukunft haben – auch abseits des neuen Konzertsaals.

Schön in der Außendraufsicht ist er nicht für jeden. Dafür aber als Heimstätte für die Kunst innen drin um so wichtiger: Das „Loft“ an der Friedenstraße unmittelbar am Ostbahnhof hat jungen Künstlern und Musikern aus Stadt und Region über drei Jahrzehnte lang eine echte Heimstätte geboten. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Das denkmalgeschützte Anwesen gehört zum neuen Stadtquartier Werksviertel. Und da auch dieses Ensemble überplant werden soll, darf das „Loft“ nach gegenwärtiger Sachlage nur noch bis Ende September dieses Jahres bespielt werden. Eigentlich hätte bereits Ende Mai Schluss sein sollen. Doch die Betreiber hatten kurzfristig mit der R&S Immobilienmanagement GmbH als Tochterunternehmen des örtlichen Eigentümers Rohde&Schwarz eine Verlängerung der Zwischennutzung arrangieren können. Auf Sicht gesehen aber wird das Baukonstrukt dort in die Planungen im Umfeld inte- griert werden. Der örtliche Bezirksausschuss freilich drängt jetzt auf eine neuerliche Verlängerung der Zwischennutzung. Mehr noch: Nach dem endgültigen Ende der Zwischennutzung soll im Zuge der langfristigen Überplanung des Geländes rund um den neuen Konzertsaal der Philharmoniker auch die Zukunftsfrage für die regionalen Künstler erörtert und eine Lösung erarbeitet werden. Unbedingt müsse dafür auch die Stadt München „ins Boot geholt werden“, richtete der Bezirks- ausschuss sein Anliegen denn auch an Landeshauptstadt und Kulturreferat. Auch die Kosten einer Sanierung trieben das Stadtteilgremium um. Mancher unkte von siebenstelligen Beträgen. Auch hier sei die Stadt gefragt. Derzeit indes ist die Nutzungsfrage noch nicht geklärt. Für den BA offenbar ein klares Argument, die Zwischen-Nutzung noch einmal zeitlich auszuweiten.

„Der Bezirksausschuss begrüßt ausdrücklich den Bau des neuen Konzertsaals im Werksviertel und die damit einhergehende kulturelle Aufwertung des Stadtbezirks Berg am Laim“, schreibt die örtliche SPD in einem Antragspapier zum Thema. Gleichzeitig nehme man als BA aber „bedauernd zur Kenntnis, dass kostengünstiger Raum für Auftritte junger Musiker in diesem Gebiet verschwinden soll.“ Durch das Ende des „Loft“ werde die Suche junger Musiker nach geeigneten und vor allem kostengünstigen Auftrittsorten in München weiter erschwert. „Das Loft soll deshalb unbedingt auch nach dem September 2018 bespielt werden können“, lautete der Tenor im BA. Ergänzt eben um die Langfristforderung, die heimische Kunstszene auch in die weitere Werksviertel- Planung mit Raum-Angeboten zu unterstützen. Diese Initiative als Ergänzung hatte CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald eingebracht. Sein Fraktionskollege Johann Kott ergänzte, auch die Finanzierungsfrage sei bei einer notwendigen Sanierung zu beachten. „Wohl sicher siebenstellig“, seien die Aufwendungen, so der Christsoziale. Ein in der BA- Sitzung anwesender Nutzer des „Loft“ wandte ein, eine Sanierung sei doch ohnehin seitens des Eigentümers „fest eingeplant und muss auch kommen“. Laut des Siegerentwurfs zum Werksviertel sei für diesen Bereich eine weitere Nutzung für „Gastro und Kultur“ aber „fest vorgesehen“. In dieser Planung finde man sich auch mit dem „Loft“ wieder.

Noch sind die beiden Säle mit Sound-Equipment buch- und mietbar für die Musikszene vor Ort. Geht es nach dem Bezirksausschuss Berg am Laim, dann soll das auch in Zukunft so bleiben. Im neuen Kulturquartier des Werksviertels müsse auch für die heimischen Musiker Raum vorhanden sein. Über die neue Zusammenstellung desselben werden sich die Akteure aber noch einigen müssen, ehe die Bässe dauerhaft wummern können.

Harald Hettich

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