Vor dem Verkehrsinfarkt

Berg am Laimer BA befürchtet negative Auswirkungen des Aufschwungs

+
Tram trifft Pkw: Tägliches Kräftemessen an Münchens offiziell am stärksten befahrener Kreuzung Ampfingstraße/Leuchtenbergring und Berg-am-Laim-Straße. Der BA will die Tramvorfahrt mit möglichst durchgängigem Fünf-Minuten-Takt befeuern.

Berg am Laim befindet sich im rasanten Wandel.  Bei all der spannenden Entwicklungen schwingt im örtlichen Bezirksausschuss (BA) mit Blick auf die Verkehrs- Entwicklung aber auch Sorge mit.

Mit Großprojekten rund um die Neumarkter Straße mit der „Macherei“ im Zentrum, das Werksviertel oder Baumkirchen Mitte drohen in den Augen vieler Berg am Laimer auch weitere Verkehrsbelastungen entlang des bestehenden, heute bereits hoch belasteten Straßennetzes im Drehkreuz zwischen Mittlerem Ring und Berg-am-Laim-Straße. „Allein fast ein Dutzend Hotelprojekte wird neuen Individualverkehr ins Viertel führen“, äußerte der BA zuletzt. Die Befürchtungen des Stadtteilgremiums mündeten nun in eine konkrete Forderung: Die Tramlinie 19 müsse taktverdichtet werden! Einen Fünf-Minuten-Takt strebt man im Bezirksausschuss ein, um die wichtige Querverbindung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch den 14. Stadtbezirk attraktiver zu machen.

„Elf Hotelprojekte mit rund 5000 Betten, dazu die bekannten Großprojekte im Stadtteil“, rechnete BA-Chef Robert Kulzer (SPD) hoch. Da müssten vor allem im ÖPNV-Bereich Verbesserungen und insbesondere Taktverdichtungen Platz greifen. In den kommenden zehn bis 15 Jahren, bemüht Kulzer die Stadt-Statistik, werde die Bevölkerungszahl in Berg am Laim um ein weiteres Drittel anwachsen. „Von heute 45.000 auf künftig wohl über 60.000 Menschen“, rechnet der Stadtteilbürgermeister nicht ohne Sorge hoch. Das könne nicht alles per Individualverkehr über das bestehende, im Quartierszentrum ohnehin nicht ausbaufähigen Straßennetz abgewickelt werden, war man sich im BA einig.  „Das Verkehrsnetz in Berg am Laim ist heute bereits an vielen Stellen und zu vielen Zeiten überlastet – ein weiterer Ausbau des ÖPNV tut not“, lautete der Tenor im Stadtviertelgremium.

Bei einer Takt-Verdichtung der Trambahnlinie 19 sei zudem schnelle Anpassung geboten. „Der Fünf-Minuten-Takt muss kommen, bevor Großprojekte wie die ,Macherei‘ oder andere endgültig an den Start gehen“, verlautete es aus dem Bezirks- ausschuss. Ende 2019 soll das Großprojekt abgeschlossen sein. Die auch technisch aufwändige Taktverdichtung müsste also spätestens im Verlauf des Jahres 2019 angepasst sein.

Im wahrsten Wort-Sinne eine wichtige „Weichen-Stellung“ wäre auch nötig, um eine weitere ÖPNV-Tram-Vision Realität werden zu lassen. Bereits vor einigen Jahren war der BA Berg am Laim dafür eingetreten, die aus Grünwald und Großhesselohe durch den Münchner Süden führende Tramlinie 15 weiter über Haidhausen hinaus in den Osten auch durch Berg am Laim zu lenken. Gescheitert ist das Projekt bisher auch an einer fehlenden Weiche auf Haidhauser Terrain. „Da muss jetzt umgedacht werden“, fordert der BA nun erneut mit Nachdruck. 

Harald Hettich   

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare