Als Betroffene mitreden

Berg am Laim zur Verkehrsplanung im Münchner Osten

Tägliche Verkehrs-Realität an der Berg-am-Laim-Straße: Blick von der Schlüsselbergstraße auf die Berg-am-Laim-Straße (oben). Den zähen Fluss aus Blech hat man vor sich und auch im Rückspiegel.

Bei der Verkehrsplanung im Münchner Osten und dem Umland will Berg am Laim mitreden.

Die östlichen Umlandgemeinden wie Anzing, Haar und Vaterstetten schließen sich derzeit mit der Stadt München zusammen, um wichtige Verkehrsplanungen für die Zukunft über die kommunalen Grenzen hinweg miteinander abzustimmen. Ein gutes Projekt, findet auch der Berg am Laimer Bezirksausschuss. Doch aus Sicht des Stadtteilgremiums hat es auch einen entscheidenden Schönheitsfehler. Denn anders als die Nachbarbezirke Bogenhausen und Trudering-Riem ist der wachsende und immer mehr verkehrsumtoste 14. Stadtbezirk selbst nicht mit dabei.

Änderung gefordert 

Das soll sich ändern. „Wir müssen mit eingebunden werden“, lautete zuletzt im BA das einstimmige Credo. An den entsprechenden Verkehrsuntersuchungen für die Zukunft müsse auch Berg am Laim „unbedingt beteiligt sein“, befand das Gremium. Die Argumentation dafür lieferte der Bezirksausschuss gleich mit. „Wir sind doch besonders mit Blick auf die Berg-am-Laim- und die Kreillerstraße enorm vom Durchgangsverkehr in die Stadt und aus der Stadt heraus betroffen“, lautete der Tenor im Gremium. Zudem liege Berg am Laim an weiteren wichtigen Schneisen wie der Truderinger Straße oder den großen Nord-Süd-Verbindungen am Schatzbogen oder entlang der Baumkirchner Straße. Viel Verkehr fließe eben auch aus dem Umland nach München und zurück über Berg am Laimer Gebiet. „Da müssen wir auch an den entsprechenden Erörterungen beteiligt werden“, sind sich die Fraktionen einig.

Umfangreiche Themen 

Riedgaustraße/Berg-am-Laim- Straße: fast nichts geht mehr. Momentaufnahmen zur Mittagszeit — nicht zur Rushhour.

Wer auch immer an den Beratungen am Ende beteiligt wird: Alle am Runden Verkehrstisch haben wohl umfangreiche Themenpakete abzuarbeiten. Denn der stetig zunehmende Verkehr im boomenden und vor allem wachsenden Ballungsraum München wird auch im Osten immer mehr. Dazu kommen zunehmende Verkehrs- und Abgasbelastungen auch in den Wohngebieten selbst. Viele Gemeinden im Landkreis wie auch die Stadt selbst wälzen Berge von Planungen zur Verbesserung. Eine Wende zum „Guten“ allerdings gibt es bisher nirgends. Anwohner und Pendler können ein stetes Lied davon singen. Durch den Projekt-Zusammenschluss im Osten will man nun entschlossener dieser Riesen-Herausforderung begegnen. Auch staatliche Stellen wie die Bundesautobahn-Behörde oder die Münchner Verkehrsbetriebe sollen an den Verhandlungstisch für eine verbesserte Verkehrszukunft geholt werden.

Daten liegen vor 

Viele Daten über reale Verkehrsströme, künftige Erwartungen und Untersuchungen zu Emissionen liegen aus der Vorarbeit vieler Kommunen bereits auf dem Tisch. Jetzt sollen die Themenpunkte in der Zusammenarbeit der Stadt und der Gemeinden strukturiert und zusammengefasst werden. Unterschiedliche Themenfelder wie Mobilität der Zukunft und Verkehr, Siedlungsentwicklung und Entwicklungsprojekte der Kommunen sollen mit den Anforderungen abgestimmt und ausgelotet werden. An diesen wichtigen Planungen wollen auch die Berg am Laimer beteiligt sein und mitreden. „Beim Verkehr sind wir ja schließlich auch entscheidend beteiligt“, schallte es mehrstimmig aus dem Gremium.

Harald Hettich

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ein Rekord-Riesenrad für das Werksviertel
Ein Rekord-Riesenrad für das Werksviertel
Schwups! Hier springt die Tram aus den Schienen
Schwups! Hier springt die Tram aus den Schienen
Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Saubere Luft für Neubiberg und Waldperlach
Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Saubere Luft für Neubiberg und Waldperlach

Kommentare