Verkehr als Hauptthema

Berg am Laim: Stadtteilkonferenzen sollen Wege in die Zukunft zeigen

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Mannigfache Verkehrssorgen bewegen das stetig wachsende Berg am Laim - hier eine Momentaufnahme an der Kreuzung Kreiller-/St.Veit-Straße. Die Verkehrs-Konferenz im Herbst soll zumindest teilweise Lösungsansätze aufzeigen.

Berg am Laim wächst und gedeiht mancherorts, andernorts im sich stetig wandelnden, nicht immer harmonisch ausdehnenden Stadtteil werden mannigfache Problempunkte offenkundig. Grund genug für den örtlichen Bezirksausschuss und die Macher des neuen Stadtteil-Forums aus Vereinen, Organisationen und Initativen, den öffentlichen Veranstaltungskalender als Medium zwischen Volk und Volksvertreter weiter auszudehnen.

Neben zwölf BA-Sitzungen, vielen Unterausschüssen und der neuerdings im Sommer abgehaltenen Bürgerversammlung sollen künftig gleich zwei Stadtteilkonferenzen pro Jahr den Dialog zwischen Souverän und Politik fördern. Nach der Premiere im April mit einer breiten und vor allem langen Themenpalette steht im Herbst mit der zweiten Ausgabe wohl eine besonders spannungsgeladene ins Haus. Das derzeit vielerorts zumindest großstädtisch beherrschende Thema „Verkehr“ rückt dabei als Schwerpunkt in den Fokus.

Mindestens so viel Ansturm wie bei der Premiere im April mit gut 100 Besuchern erwartet man sich beim Bezirksausschuss um seinen Vorsitzenden Robert Kulzer (SPD) bei der zweiten Austragung. Ort der Handlung ist am 25. Oktober dann erneut der Pfarrsaal an der Baumkirchner Straße 26. Angesichts der frühen Beginnzeit um 18 Uhr sollten sich die potentiellen Berg am Laimer  Verkehrs-Bewussten frühzeitig Gedanken zum Transfer machen. Denn die Berg am Laimer Mitte ist nicht nur zur dann anstehenden „Rush-Hour“ vollbepackt mit Karosserien und vergleichsweise arm an Parkplätzen. Da auch die Radwege noch längst nicht allen Ausgestaltungswünschen entsprechen, dürfte sich für manchen Besucher aus der näheren Umgebung die Reise „per Pedes“ auf Schusters Rappen durchaus anbieten. Der Verkehr war bereits bei der Premiere im April wichtiges Thema – hatte sich damals aber die Aufmerksamkeit der Bürger mit diversen anderen Disziplinen zu teilen: Es ging im Frühjahr auch um Gewerbe, Einzelhandel und Nahversorgung, den Umweltschutz und Grünflächenerhalt bei stetig steigenden Baubegehrlichkeiten im Viertel, um Bildung, Spielplätze und Senioren, um öffentliche Einrichtungen und Kultur. Mit der steigenden Anzahl an Berg am Laimern steigen auch die Wünsche, Begehrlichkeiten und Aufforderungen an „ihr“ Gremium Bezirksausschuss und „ihre“ Stadt.

Die Moderatoren haben sich seither mit der Abarbeitung offenkundig bereits viel Mühe gemacht. Unter www.bergamlaimer.info sind viele Punkte nicht nur aufgeführt, sondern bereits katalogisiert. Überschriften von „In Planung“ bis zur „Aufgabe für den Bezirksausschuss – hiermit zugesagt“ finden sich in der Aufstellung. Dazu werden deutlich auch die großen Verantwortungsträger mit ins Boot geholt: „Von der Bahn schon mehrfach zugesagt“ oder „der BA arbeitet daran – leider mauern Teile der Stadtverwaltung“ lassen sich klare Aufforderungen an die großen Partner des vergleichsweise kleinen Bezirksausschusses herauslesen. Beim BA hat man die Stoßrichtung der Anträge und Wünsche der Bürger offenkundig bereits genau analysiert. Immer wieder flossen und fließen derzeit fast gleichlautende Anträge in die regelmäßigen Bezirksausschuss-Sitzungen ein. Ein gutes Zeichen, dass die ausgedehnte Bürgerbeteiligung ihre Sinnfrage erfüllt. Und auch zarte Erfolge zeichnen sich ab. So etwa der gewünschte Café-Stand am freitäglichen Wochenmarkt im Zentrum. Da ist die MGS (Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung) als Gewerbeentwickler im Stadtteil schon dran. Die Ausschreibung läuft. Kaffee und Kuchen als Basis für den gepflegten „Ratsch“ oder den umfangreichen Quartiers-Tratsch läuft. Andere Themen sind in Planung oder eine Umsetzung ist „schrittweise möglich“.

Schwer tut man sich in Berg am Laim nicht nur beim Thema Verkehr. Überregionale Abhängigkeiten spielen hier ebenso mit hinein wie der zunehmend schwer zu händelnde, weil an fehlenden Raumressourcen oftmals scheiternde Ausbau der Verkehrsadern und die vielstimmige Forderung nach intelligenten Verkehrsleitsystemen:  Eine eigene Stadtteilkonferenz zum drängenden Thema macht viel Sinn. Verkehrliche Alternativen zu den privaten Blechlawinen, eine sinnstiftende Anbindung der Neubauareale an die Verkehrsadern,  ein Ausbau der Fahrradrouten, ein weiteres Forcieren  des ÖPNV, Parkraummanagement, Fragen der Sicherheit im Verkehr – an Themen dürfte es nicht mangeln im heißen Berg am Laimer Konferenz-Oktober.

Harald Hettich 

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