Eklatanter Grundschulengpass

BA Berg am Laim: Mehr Raum fürs Lernen braucht das Wachstumsquartier

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Münchens größte Grundschule wird ab Herbst eigenständig zweiteilig daherkommen: mit dem angestammten Areal an der Berg-am-Laim-Straße und seiner bisherigen Dependance an der Josephsburgstraße.

Dafür brauchte der Bezirksausschuss Berg am Laim weder Rechenschieber noch  Laptop: Derzeit gibt es zwei Grundschulen im Stadtteil an der Berg-am-Laim-Straße und an der Grafinger Straße. Obwohl beide in der Vergangenheit kräftig erweitert wurden, reichen die Kapazitäten längst nicht mehr aus. Soll der 14. Stadtbezirk nicht zur Bildungsdiaspora verkommen, muss kräftig nachgebessert werden.

Das hat sich mittlerweile auch bei der Stadt und dem zuständigen Referat für Bildung und Sport (RBS) herumgesprochen. Zwei weitere Grundschulen sind fix geplant. Im kräftig wachsenden Werksviertel und an der St.-Veit-Straße sollen die neuen Lehreinrichtungen entstehen. Doch aus „zwei mach vier“ reicht dem BA nun auch nicht mehr. Es soll noch eine fünfte Grundschule im stark wachsenden und boomenden Stadtquartier Berg am Laim entstehen.

Denn immer wieder verweist der BA auf die beiden Bestandsschulen. „An der Grafinger Schule am Rand des Werksviertels wird die Raumkapazität wohl schon zum nächsten Schuljahr erneut nicht ausreichen“, formulierte SPD-Bildungsausschuss-Sprecher Alexander Friedrich einen drohenden Schiefstand dort noch 2018. Und das, obwohl die Grafinger Schule vor kurzem saniert und erweitert wurde.

Noch eklatanter ist die Situation weiter östlich an der Berg-am-Laim-Straße. Sie ist nicht nur Münchens ohnehin schon größte Lehreinrichtung ihrer Art. Durch blaue Container-Bauten an der Josephsburgstraße (Insider-Name „Blaue Schule“) und Auslagerungen vollführte man dort in den letzten Jahren einen regelrechten Balanceakt, um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen wenigstens notdürftig entsprechen zu können. „Auf Dauer wird das nicht reichen“, weiß man nicht nur in der Schulleitung, sondern auch seitens des BAs über die Missstände Bescheid. Auch die Stadt ist hier voll am Ball. Der weitere Ausbau läuft bereits. Doch derzeit sind hier noch diverse Interimslösungen gefragt. Denn allein neun erste Klassen stellen alle Beteiligten vor große Probleme. Doch die Stadt hat wenigstens – in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern – hier nachgebessert. Ab dem neuen Schuljahr im Herbst soll die „Blaue Schule“ selbstständig werden. Eine ganz eigene, dreizügige Schule mit eigenem Direktorat  ist im Herbst 2018 dort vorgesehen.

Ein Langzeit-Ventil soll allerdings  an der St.-Veit-Straße entstehen. Auf kirchlichem Grundstück, das einst als Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft genutzt wurde und vonseiten der Kirche jetzt der Stadt per langfristigem Erbpacht-Vertrag überlassen wurde, soll eine neue Grundschule mit fünf durchgängigen Klassenzügen pro Jahrgang geschaffen werden. Problem nur: Die Schule wird nach Einschätzung der Stadt frühestens in vier Jahren bezugsfertig sein. Erst dann kann die „Blaue Schule“ von der Josephsburg- straße ans andere Ende des Michaeliangers just an die St.-Veit-Straße ziehen.

Ein zweites Langzeit-Ventil soll die neue Grundschule im Werksviertel werden. An der Haager Straße soll ein neuer Schulbaukörper entstehen. Auch dessen Start ist aber an potentielle Erblasten geknüpft: So soll die neue Schule auch Kapazitäten der benachbarten überlasteten Schulen auffangen: Besagter Grafinger Schule in Berg am Laim ebenso wie solche der Bazeille-Schule im Nachbarstadtteil Haidhausen. Weil jedoch Berg am Laim wie erwähnt wächst und wächst, reichen diese Planungen beim Schulneubau längst nicht aus. CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald ist sich mit dem BA-Bildungssprecher Friedrich einig in der Einschätzung, dass man noch eine Schule braucht. Vier plus (mindestens) eins heißt die nachvollziehbare Rechnung, für die man zwar keinen Rechenschieber, wohl aber einen Plan der raren Freiflächen im Stadtteil braucht.

Harald Hettich

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