„Mein Motto: Harte Arbeit schlägt Talent“

Anthony Sanders, Ringer vom ESV München-Ost wird Deutscher Meister

Er hat die Gegner durch die Lüfte gewirbelt und durch die Mangel gedreht. Der 18-jährige Anthony Sanders vom ESV München-Ost holte sich bei den Deutschen Ringermeisterschaften der Junioren in Hemsbach den Titel im griechisch-römischen Stil bis 72 Kilogramm. Aktuell verfügt die Ringerabteilung beim ESV über 135 Mitglieder und 85 Aktive. Die erste Männermannschaft startet in der Bayernliga, der dritthöchsten Leistungsklasse. HALLO hat mit dem in Amerika geborenen Anthony Sanders gesprochen.

HALLO: Seit wann ringst Du beim ESV? 

Sanders: Seit 2005 bin ich beim ESV und hab da auch das Ringen gelernt. Für Einzelmeisterschaften starte ich noch immer für den ESV Mü Ost. Die beiden letzten Jahre bin ich bei den Mannschaftskämpfen für den ASV Hof in der bayrischen Oberliga auf die Matte gegangen. Für dieses Jahr habe ich mich noch nicht entschieden, Ziel ist aber, in der ersten Bundesliga an den Start zu gehen. 

Was ist die besondere Faszination am Ringersport? 

Es ist ein harter Kampf zwischen zwei Personen, jedoch auf fairer und respektvoller Art und auf ein Regelwerk bezogen. Die einzige „Waffe“, die man hat, ist der eigene Körper und die unzähligen verschiedenen Techniken, um deinen Gegner zu besiegen. Seitdem ich denken kann, bin ich schon beim Ringen, deswegen ist es unvorstellbar für mich, je was anderes zu machen. Ringen ist für mich die beste Kampfsportart. Sehr fair, da es keine Schläge oder Tritte gibt, aber auch extrem hart, bei dem dir keiner was schenkt und du alleine auf der Matte stehst. Das Gefühl, nach einer Trainingseinheit oder nach einem Kampf von der Matte zu gehen, ist immer wieder unbeschreiblich. Disziplin, Kraft, Ausdauer und Kameradschaft sind Eckpunkte, die ich beim Ringen mitbekommen habe.

Welche Merkmale unterscheiden den sehr guten oder Spitzenringer vom „normalen“ Athleten? 

Man muss von allen Eigenschaften eines Sportlers etwas besitzen. Kondition, Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Reaktion, Technik. Um erfolgreich zu sein, braucht man auf jeden Fall ein gutes „Gefühl“ fürs Ringen. Der Spitzenringer wird im Gegensatz zum „normalen“ Ringer mehrere und intensivere Trainingseinheiten haben, um all seine Fähigkeiten zu verbessern und seine Techniken zu perfektionieren.

Das klingt nach viel Trainingsschweiß und Anstrengung. Wie sieht ein typischer Trainingstag aus? 

Zehn Mal die Woche muss ich im Schnitt ran. Dazu gehören drei bis vier Krafteinheiten, etwa fünf Matteneinheiten und ein bis zwei Konditionseinheiten. Training in der Früh um 8, meist Krafttraining, dann in die Schule und Abends dann zum Ringertraining.

Was ist der Ertrag dieser Anstrengungen? Und kann Olympia ein Thema sein? 

Zweimal Deutscher Meister war ich schon im Juniorenbereich, zudem mehrfacher Medaillengewinner bei nationalen Titelkämpfen. Dieses Jahr sind die EM und die WM der Junioren die großen Ziele. Auf längere Sicht strebe ich natürlich auch ähnliche Erfolge im Männerbereich an. Die olympischen Spiele 2024 wären ein Fernziel und Traum.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Gibt es eine familiäre Vorgeschichte im Ringen? 

Mein Vater ist Amerikaner, daher der Name. Er war selber erfolgreicher Ringer in USA und beim ESV München Ost und ist jetzt auch mein Heimtrainer. Vielleicht kommt auch von ihm mein Motto: Harte Arbeit schlägt Talent. 

Harald Hettich

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Weinverkostung der Extraklasse am 28. April im EATALY München
Weinverkostung der Extraklasse am 28. April im EATALY München
Hearing China: Chinesische Virtuosen zwischen Tradition und Moderne
Hearing China: Chinesische Virtuosen zwischen Tradition und Moderne
Gaststätte oder Kreativhaus im Maxwerk? Ein Blick hinter die Mauern
Gaststätte oder Kreativhaus im Maxwerk? Ein Blick hinter die Mauern

Kommentare